02.09.2010

Zehn Afghanen bei NATO-Luftangriff getötet

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Das Abzeichen der internationalen Schutztruppe ISAF in Afghanistan (Archivbild). (Foto: dpa) Bild vergrößern Bei einem NATO-Luftangriff in der nordafghanischen Provinz Tachar sind zehn Mitarbeiter eines Parlaments-Kandidaten ums Leben gekommen.

Wie ein Sprecher der Provinzregierung am Donnerstag mitteilte, waren die Männer in mehreren Fahrzeugen auf dem Weg zu einer Wahlveranstaltung, als sie beschossen wurden. Der Politiker Abdul Wahid Khurasani, der sich bei der Wahl am 18.

September um einen Sitz im Parlament von Kabul bewerben wollte, sei dabei verletzt worden. Präsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff.

Die Internationale Schutztruppe bestätigte den Luftschlag. In einer Erklärung teilte die NATO-geführte ISAF jedoch mit, Ziel des Angriffs sei ein Kommandeur der extremistischen «Islamischen Bewegung Usbekistans» gewesen, der für zahlreiche Terroranschläge verantwortlich sei. Bei der Militäraktion seien «zwischen acht und zwölf» Aufständische getötet worden, so die ISAF weiter. Sowohl örtlichen Behörden als auch ISAF kündigten eine Untersuchung an.

Tachar gehört zum Einsatzgebiet der Bundeswehr. In der Provinz, die als relativ friedlich gilt, sind jedoch nur wenige ausländische Soldaten stationiert. Im benachbarten Kundus hatte vor fast genau einem Jahr ein deutscher Offizier einen Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge befohlen. Dabei waren am 4. September 2009 mehr als 100 Menschen getötet oder verletzt worden.

Zivile Opfer bei Militäroperationen sorgen in Afghanistan immer wieder für Unmut. Erst vor wenigen Tagen hatte Präsident Karsai das Vorgehen der ausländischen Truppen am Hindukusch scharf kritisiert und eine Überprüfung der Militärstrategie gefordert. Bei einem Treffen mit Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte er, die Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 hätten gezeigt, dass der Krieg gegen den Terrorismus in den Dörfern Afghanistans wenig effizient sei und bislang vor allem zivile Opfer gefordert habe. (Quelle: Kabul (dpa/lby))


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