06.02.2012

Behördenchef: Stasi wollte Neonazis nicht wahrhaben

Der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, sieht Gründe für den Rechtsextremismus in Ostdeutschland auch in der Entwicklung in der DDR.
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«Die Stasi-Akten belegen, dass es in der DDR Rechtsextremismus gab.» Foto: Foto: Peer Grimm  (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, sieht Gründe für den Rechtsextremismus in Ostdeutschland auch in der Entwicklung in der DDR.

«Die Stasi-Akten belegen, dass es in der DDR Rechtsextremismus gab - in der Öffentlichkeit und im Verborgenen. Es gab kleine Nazitruppen, die den Nationalsozialismus und die SS verherrlicht haben», sagte Jahn der «Berliner Zeitung».


Die Stasi habe diese wie alles andere im Blick gehabt und dabei «das ganze Instrumentarium bis zum Einsatz von Spitzeln genutzt». Sie habe aber nicht die Ursachen erforscht, sagte Jahn. «Sie wollte den Beweis führen, dass diese rechtsextremistischen Positionen vom westlichen Klassenfeind gekommen sind. Den Nachweis konnte die Stasi nicht erbringen.»

Für einen Überfall von Skinheads auf Besucher der Berliner Zionskirche 1987 seien Leute verurteilt worden, sagte Jahn. Die Stasi habe aber versucht, das als Taten von Kriminellen darzustellen und nicht als politisches Phänomen, das seine Ursache in der DDR hat. «Es sollte nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Denn die DDR war gegründet auf dem anti-faschistischen Mythos.» (Quelle: Berlin (dpa/lby))


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