02.01.2009

Erwartungen an Wiedervereinigung nicht erfüllt

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Fall der Mauer (Foto: dpa) Bild vergrößern Fast zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sind einer Umfrage zufolge viele Deutsche in Ost und West vom Erreichten enttäuscht.

Nach einer Forsa-Umfrage, die die «Berliner Zeitung» in Auftrag gab, sagen heute nur noch 46 Prozent der Menschen in Ostdeutschland, dass sich ihre persönlichen Lebensverhältnisse verbessert hätten. Im Jahr 1989 erwarteten dies im Osten Deutschlands noch 71 Prozent.

Im Westen sehen heute sogar nur 40 Prozent ihre Lage als besser an, 1989 blickten 52 Prozent optimistisch in die Zukunft. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), kritisierte die Umfrage als «irreführend».

Jeder vierte Ostdeutsche meint der Umfrage zufolge, dass es den Menschen in den fünf neuen Bundesländern heute schlechter gehe als vor 1989. Nur 39 Prozent der Menschen im Osten zählen sich explizit zu den Gewinnern der Einheit. «Die Euphorie, die nach dem Mauerfall herrschte, ist weitgehend verflogen», sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der Zeitung. Vorurteile auf beiden Seiten hätten sich dagegen verfestigt. Die Ostdeutschen glaubten, sie seien nur ausgenutzt worden. «Die Westler haben das Gefühl, nur für den Osten bezahlen zu dürfen», so Güllner.

Tiefensee sagte der «Leipziger Volkszeitung» (Samstag), die Umfragewerte aus der Zeit des Mauerfalls könnten mit den heutigen Werten nicht verglichen werden. Für die Hoffnungen von 1989 seien «falsche Erwartungen geweckt» worden, «insbesondere die, dass die deutsche Einheit im Handumdrehen zu erreichen sei. Inzwischen ist Realismus eingekehrt».

Befragt wurden zwischen dem 10. und 16. Dezember 2008 insgesamt 1008 Deutsche, davon 502 in den neuen Bundesländern und Berlin. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Berlin ) (Quelle: )


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