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Zwei Jahre lang schien es nichts zu geben, das Usain Bolt stoppen könnte. Doch in weniger als einer Woche erlitt der Weltmeister, Olympiasieger und Weltrekordler über 100 und 200 Meter zwei Rückschläge: Der Jamaikaner beendete wegen Rückenproblemen die Leichtathletik-Saison.
«Ich bin sehr enttäuscht. Aber ich vertraue darauf, dass es besser für mich ist, in diesem Jahr keine Risiken mehr einzugehen», sagte Bolt.
Erst am Freitag hatte er in Stockholm zum ersten Mal seit 2008 wieder ein Rennen verloren. Die Revanche gegen seinen großen Rivalen Tyson Gay (USA) muss nun auf das kommende Jahr verschoben werden.
Bolt hatte sich am Montag wie schon bei seiner Achillessehnen- Entzündung im Mai und Juni in München behandeln lassen. Dabei wurden nach Angaben seines Managers Ricky Simms Verspannungen im unteren Rücken-Bereich festgestellt. «In dieser Verfassung zu laufen, könnte eine Verletzung riskieren», erklärte Simms. Die Saison sei deshalb mit Blick auf Bolts weiteren Karriere-Verlauf beendet worden. Hätte er sich entschieden, doch wie geplant bei den Diamond- League-Meetings in Zürich (19. August) und Brüssel (27. August) zu starten, würden ihn die Rückenprobleme dort viel von seiner Explosivität kosten.
Für Bolt selbst ist dieses Saison-Aus vergleichsweise weniger dramatisch. Seine Konzentration galt von vornherein mehr der WM 2011 in Daegu und den Olympischen Spielen 2012 in London als dieser Übergangs-Saison ohne großen internationalen Höhepunkt. «2011 und 2012 sind sehr wichtige Jahre für mich. Ich hoffe, dass ich dann völlig fit und gesund wieder zurück bin», sagte der Superstar.
Die verbleibenden Meetings aber verlieren mit Bolt ihr großes Zugpferd. «Er ist der bekannteste Athlet, den wir aktuell haben und definitiv jemand, den das Publikum sehen will», sagte Patrick Magyar, der Direktor des Sportfestes in Zürich. «Aber jetzt besteht das Risiko, dass er sich verletzt. Und dass das passiert, möchte niemand.» Trotzdem: Gerade Bolts Niederlage gegen Gay hatte der Diamond League noch einmal einen Schub gegeben. Schlägt er zurück, war die große und perfekt vermarktbare Frage vor dem geplanten Staffel-Rennen in Zürich und dem Einzel-Start in Brüssel. Er bedaure es, «zwei der Top-Meetings zu verpassen», sagte auch der 23-Jährige.
Sein Saison-Aus und die Schlappe vom Freitag passen allerdings in ein durchwachsenes Jahr. Von Ende Mai bis Anfang Juli musste Bolt schon einmal eine 42-tägige Zwangspause einlegen. Als er bei seinem Comeback in Lausanne über 100 Meter die Weltjahresbestzeit seines Landsmanns Asafa Powell einstellte (9,82), schien es zunächst so, als würde sich seine Siegesserie einfach fortsetzen. Doch dann hängte ihn Gay in Stockholm regelrecht ab. Bolt (9,97) kam 13/100 Sekunden nach dem Amerikaner (9,84) ins Ziel und sagte danach: «Ich hatte keine Power.» An den scheinbar Übermenschlichen, der bei den Olympischen Spielen 2008 und bei der WM 2009 alle Titel über 100, 200 und 4 x 100 Meter abgeräumt hatte, erinnerte da nicht mehr viel.
Gay wird Bolts Saison-Aus mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgenommen haben. Einerseits hat sich der Eindruck verfestigt, dass sein großer Rivale in Stockholm nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Andererseits hat der Amerikaner selbst gesagt, erst dann wieder gegen Bolt laufen zu wollen, wenn der richtig fit ist. (Quelle: Stuttgart (dpa/lby))
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