18.08.2010

Treuer Glock: Nichts dran an Wechsel-Gerüchten

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Timo Glock will auch in der kommenden Saison für Virgin Racing fahren. (Foto: dpa) Bild vergrößern Der Traum vom WM-Titel treibt Timo Glock selbst als WM-Vorletzten weiter an, an einen vorzeitigen Abschied beim Nachzügler-Rennstall Virgin denkt er aber nicht. «Mit keinem» Team verhandle er oder sein Management, betonte Glock in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

An den Gerüchten um Renault sei auch «nichts» dran.

Auf die Frage, wann feststehen wird, für wen er 2011 Gas gebe, antworte der 28-Jährige unmissverständlich: «Das steht fest. Ich habe einen gültigen Vertrag.»

«Best of the rest» - für Glock geht es als Geburtshelfer des Virgin-Teams weder um Punkte geschweige denn um Podiumsplätze. Besser sein als die beiden weiteren Neueinsteiger Lotus und HRT ist das Ziel bei jedem Rennen. Der Blick aufs Klassement verheißt vor dem Start nach der Sommerpause jedoch nichts gutes: Virgin ist Letzter in der Konstrukteurswertung, Glock selbst muss sich mit Rang 24 von 25 eingesetzten Fahrern begnügen.

«Dass es für jemanden wie mich, der die GP2 gewonnen hat und mit Toyota mehrfach auf dem Podium in der Formel 1 stand, nicht einfach ist, hinterher zu fahren, ist auch kein Geheimnis», räumte Glock ein, der nach seinem Gesamtsieg in der Nachwuchsklasse GP2 2008 in die Formel 1 zurückgekehrt war. Im Toyota schaffte es der Odenwälder dann in zwei Jahren zweimal auf Platz zwei, einmal belegte Glock den dritten Rang.

2010 findet er sich im Hinterfeld wieder. «Ich bin mir sicher, dass wir mit Virgin noch Schritte in die richtige Richtung machen», betont Glock aber. Auch wenn er gestand, dass Geduld «leider nicht» zu seinen Stärken zähle.

Dass er sie aber hat, beweist er in diesem Jahr. In fünf von bislang zwölf Rennen fiel Glock aus. Der neue Rennwagen vom Team des britischen Milliardärs Richard Branson läuft noch nicht rund. Glocks brasilianischer Kollege Lucas di Grassi schied sechsmal aus.

Trotzdem: Glock kann es kaum erwarten, statt auf zwei Rädern zu Trainingswecken endlich wieder hinterm Lenkrad seines über 700 PS starken Dienstautos zu sitzen. «Es gibt nichts, was so schön ist, wie das Rennfahren.» Am letzten August-Wochenende im belgischen Spa Francorchamps ist es wieder soweit.

Dass er in den insgesamt noch sieben Rennen in diesem Jahr nicht plötzlich vorne mitfährt, ist klar. Zumal die Teams in der Saisonunterbrechung die Fabriken schließen mussten. «Natürlich ist es mit mehr Budget auch bei den nun eingeschränkten Möglichkeiten einfacher, Schritte nach vorne zu machen, als bei uns neuen Teams mit weniger Budget.»

Er halte es aber grundsätzlich für sehr sinnvoll, «dass die Formel 1 nicht mehr zum Wettrüsten verkommt, sondern wir alle irgendwann mit halbwegs gleichen Waffen an den Start gehen können». Dass Glock, der sich auch schon in der amerikanischen ChampCar seine Sporen verdient hat, über großes fahrerisches Potenzial verfügt, ist unstrittig. Und an Motivation mangelt es dem angenehm bescheidenen Piloten sowieso nicht. Der WM-Titel ist und bleibt das Ziel. «Hätte ich nicht die Hoffnung und würde alles daran setzen, diesen Traum zur Wirklichkeit werden zu lassen, wäre ich falsch in der Königsklasse des Motorsports.» (Quelle: Berlin (dpa/lby))


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