23.08.2010

Deutsche Basketballer gerüstet - Günther dabei

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Nationalspieler Konrad Wysocki hat die WM-Teilnahme verpasst. (Foto: dpa) Bild vergrößern Die Generalprobe ist geglückt, die WM kann kommen: Nach zwei freien Tagen brechen die deutschen Basketballer am 25. August in die Türkei auf, wo die «jungen Wilden» von Samstag an für Furore sorgen wollen.

«Wir werden sehr gut Abschneiden, trotz der prominenten Namen, die eventuell noch vor uns stehen.

Wir wollen unter die ersten Acht», sagte Tim Ohlbrecht, beim überzeugenden 97:74 gegen Puerto Rico mit 18 Punkten bester Werfer in einer starken deutschen Mannschaft.

Der Bonner lief mit Vollbart durch den Telekom Dome. Zu Beginn der Vorbereitung hatte die junge Auswahl zum Teil beschlossen, sich erst nach dem Ausscheiden bei der WM wieder zu rasieren. «Ich hoffe, der Bart bleibt noch ein wenig dran, auch wenn ich dann bald aussehe wie Jesus», sagte der 21-Jährige, der von einer «fantastischen» Stimmung im Team sprach. «Es macht Spaß, Zeit mit den Jungs zu verbringen. Wir haben nie Langeweile, die Chemie stimmt einfach.»

Bundestrainer Dirk Bauermann zeigte sich ebenfalls beeindruckt vom Zusammenhalt in der Truppe, weshalb ihm die Entscheidung, welche zwei Spieler er noch aus dem Kader streicht, «brutal» schwer fiel. Nachdem er Center Yassin Idbihi die traurige Nachricht übermittelt hatte, entschied er sich nach einer schlaflosen Nacht gegen Routinier Konrad Wysocki und für Per Günther.

Das Bekenntnis zugunsten des erst 22 Jahre alten Aufbauspielers dokumentierte zum Abschluss der Vorbereitung noch einmal die Marschroute Bauermanns: er setzt bei der Weltmeisterschaft (28. August bis 12. September) voll auf die Jugend. «Konrad war zuletzt bei Olympia und bei der EM dabei. Doch unter dem Entwicklungsaspekt habe ich mich entschieden, den jungen Spielern wie Benzing, Harris und Schwethelm die Möglichkeit zu geben, sich bei einem großen internationalen Wettbewerb wichtige Erfahrungen zu holen», begründete Bauermann seinen Entschluss.

Günther hatte seine letzte Chance im Spiel gegen Puerto Rico mit einer couragierten Leistung beim Schopfe gepackt. Weil sich die beiden etatmäßigen Aufbauspieler Steffen Hamann und Heiko Schaffartzik schwer taten, bekam Günther mehr Spielzeit als geplant. «Eigentlich hatte ich vor, mit zwei Aufbauspielern in die Türkei zu gehen, aber Per hat das richtig gut gemacht», lobte Bauermann.

Der Nationalcoach musste Günther allerdings ein bisschen zu seinem Glück zwingen. Als der Ulmer, der die EM im vergangenen Jahr wegen eines Mittelfußbruches im letzten Testspiel verpasst hatte, ausgewechselt werden wollte, weil er sich platt fühlte, erhielt er von Bauermann einen kleinen verbalen Tritt in den Hintern. «Platt ist relativ. Sich auswechseln zu lassen, ist nicht akzeptabel. Da muss man sich quälen und das habe ich ihm gesagt», berichtete Bauermann von dem kleinen Dialog.

Nach dem Verzicht auf Wysocki stehen im zwölf Spieler umfassenden WM-Kader gleich sieben Akteure, die jünger als 23 Jahre sind. «Das ist eine tolle Generation, die ihren Zenit wohl erst 2016 oder 2018 erreichen wird», lobte der Bundestrainer. Der euphorischen Zielsetzung Ohlbrechts wollte er deshalb nicht folgen. «Wenn wir das Achtelfinale erreichen, wäre das ein toller Erfolg», sagte der 52- Jährige. Allerdings nahm er seine junge Rasselbande vor dem WM-Start gegen Argentinien am 28. August in Kayseri auch in die Pflicht. «Ein Vorrunden-Aus wäre aber auch eine riesige Enttäuschung.» (Quelle: Frankfurt/Main (dpa/lby))


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