25.08.2010

Ardennen-Achterbahn: Kein Platz für Vettel-Fehler

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In Budapest Ungarn konnte Sebastian Vettel seinen Sekundenschlaf nicht fassen. (Foto: dpa) Bild vergrößern Auf der «Ardennen-Achterbahn» von Spa ist für Sebastian Vettel kein Platz mehr für Fehler im Formel-1-Titelrennen. Nach dem Ende der kurzen Sommerpause hat der 23-Jährige aus Heppenheim nur noch sieben Läufe Zeit, doch noch der jüngste Champion der Königsklasse zu werden.

«Nichts auf der Welt zählt für mich so viel wie der Gewinn der Weltmeisterschaft», bekräftigte der Red-Bull-Pilot vor dem Großen Preis von Belgien am 29. August.

Dafür muss Vettel schnellstmöglich an seinem Teamkollegen Mark Webber, der die WM mit 161 Punkten anführt, und McLaren-Star Lewis Hamilton (157 Zähler) vorbei. Vor allem aber darf sich der Hesse nicht mehr solche Anfängerpatzer wie zuletzt in Ungarn erlauben, als er wegen eines zu großen Abstands zum Safety Car bestraft wurde und den sicheren Sieg verschenkte.

«Wenn man zurückblickt, haben wir doch bewiesen, was in uns steckt, und in zwei bis drei Rennen kann alles schon wieder anders aussehen», meinte Vettel. «Unser Auto ist schnell, und ich habe volles Vertrauen in mein Team und meine Leistung. Ich bin zuversichtlich für das Rennen.»

Verschärft unter Beobachtung steht auch Rekordchampion Michael Schumacher. Mit seiner Vollgas-Rüpelei gegen Rubens Barrichello handelte er sich in Budapest viel Kritik ein. Zur Strafe für das überharte Manöver muss er auf seiner Lieblingsstrecke in Spa-Francorchamps zehn Plätze weiter hinten starten. «Es wird also schwierig, für das Rennen besondere Highlights zu erwarten», warnte der Mercedes-Fahrer. Vor 19 Jahren gab Schumacher in Spa sein Formel- 1-Debüt, sechsmal gewann er auf dem atemberaubenden Traditionskurs.

Ein siebter Streich allerdings ist diesmal kaum drin. Der Silberpfeil ist aus eigener Kraft nicht siegfähig, zudem ist der Altmeister bei seiner Rückkehr-Tournee noch immer in der Lernphase. «Bisher hat Michael mit seinem Comeback der Formel 1, dem Publikum und den Medien mehr Gutes getan als sich selbst», urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Mit frischem Selbstvertrauen kommt Schumachers Teamgefährte Nico Rosberg nach Belgien. Bei seiner starken Triathlon-Premiere in Kitzbühel zeigte der Wiesbadener, dass er auch abseits der Strecke mächtig schnell unterwegs ist. «Die kurze Pause hat gut getan, aber jetzt freue ich mich wieder darauf, Rennen zu fahren», betonte der 25-Jährige. Im Titelkampf jedoch ist Rosberg wie auch seine Landsleute Adrian Sutil, Nico Hülkenberg und Timo Glock nur noch Statist.

Der letzte deutsche Hoffnungsträger heißt wie im Vorjahr Vettel. Und wäre da nicht die fast schon unheimliche Pechsträhne, der Vize-Weltmeister wäre der Konkurrenz längst enteilt. «Leider folgt ihm schon die ganze Saison eine dunkle Wolke», räumte Red-Bull- Teamchef Christian Horner ein. «Aber das ist alles Teil der Lernkurve», meinte der Brite.

Nachdem das McLaren-Duo Hamilton und Jenson Button zuletzt gegen Red Bull an Boden verlor, fährt Vettels ärgster Rivale wohl im eigenen Team: Mark Webber. Und der Australier will keinen Zentimeter preisgeben. «Ich will den Titel gewinnen. Ich weiß, dass er das Leben der Leute ändert, die Person verändert. Ich möchte wissen, wie sich das anfühlt», erklärte der 33-Jährige. (Quelle: Spa-Francorchamps (dpa/lby))


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