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WM-«Sünder» Franck Ribéry begnügt sich nach der Strafe des französischen Fußball-Verbandes FFF mit einer Beschwerde und verzichtet damit auf einen zuvor angekündigten Einspruch.
Die Sperre für drei Länderspiele betrachte der Star des FC Bayern München zwar als «fundamentlos und besonders ungerecht», teilte der Anwalt des Profis, Jean-Didier Lange, gegenüber französischen Medien mit.
Einen Einspruch gegen die Sanktion wolle Ribéry, anders als der für fünf Begegnungen der «Équipe tricolore» zum Zuschauen verdammte WM-Kapitän Patrice Evra, aber nicht einlegen.
Im Interview mit der Zeitung «Le Parisien» war Lange zuvor mit den Worten zitiert worden, Ribéry orientiere sich in Richtung eines Einspruchs, falls der FFF die Sanktionen nicht revidiere. Als Strafe könne sich Ribéry mit einer «Arbeit von allgemeinem Interesse» anfreunden, sagte Lange. Diese Aussagen wurden vom Anwalt nun korrigiert, aber nicht dementiert.
Nach sportlich und disziplinarisch desaströsem Auftreten war Frankreich in Südafrika schon nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. Für besonders große Empörung sorgte daheim der Trainingsboykott, mit dem die «Bleus» gegen den Ausschluss von Nicolas Anelka protestiert hatten. Anelka war vorzeitig nach Hause geschickt worden, weil er den WM-Trainer Raymond Domenech in der Halbzeit des Mexiko-Spiels (0:2) wüst beschimpft hatte.
Neben Ribéry wurden nach der WM-Blamage auch Anelka (18 Spiele), WM-Kapitän Patrice Evra von Manchester United (5) sowie Olympique-Lyon-Profi Jérémy Toulalan (1) mit Sperren bestraft. Evra legte bereits Einspruch gegen die Sperre ein.
Evras Anwalt Jean-Yves Foucard klagte, sein Mandant und andere Spieler seien für ein «kollektives Versagen» individuell und unterschiedlich bestraft worden. Der FFF bestritt unterdessen eine Aussage Foucards, wonach ein Einspruch eine aufschiebende Wirkung für die Sperren habe. Somit wird auch Evra dem neuen Nationalcoach Laurent Blanc für die EM-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland am 3. September und vier Tage später in Bosnien nicht zur Verfügung stehen.
Die Affäre löste in Frankreich große Empörung aus, aber auch die Sanktionen werden jetzt scharf kritisiert. Die Ex-Nationaltrainer Aimé Jacquet und Michel Hidalgo, Alt-Coach Guy Roux, der zu den beliebtesten in Frankreich zählt, sowie Ex-Nationalspieler Jean Djorkaeff und die Spielergewerkschaft UNFP beklagten in einem offenen Brief, mit den Sanktionen werde nur «Öl ins Feuer gegossen».
Blanc ist derweil nur genervt: «Hören wir endlich auf, von der Vergangenheit zu reden. Wir haben ein wichtiges Turnier vor uns», sagte der 44-Jährige im Radiointerview. Er werde zunächst auf wichtige Spieler verzichten müssen, damit aber zurechtkommen. «Es gibt andere gute Spieler», versicherte der Trainer, der den Kader für die EM-Quali bekanntgeben will. (Quelle: Paris (dpa/lby))
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