26.08.2010

Jugend forscht bei Übergangs-WM der Basketballer

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Dirk Nowitzki ist vom Potenzial der deutschen Basketball-Nationalmannschaft überzeugt. (Foto: dpa) Bild vergrößern Leitwolf Nowitzki fehlt, doch auch ohne den Superstar wollen die deutschen Basketballer bei der WM in der Türkei für eine Überraschung sorgen. Dem jüngsten deutschen Team der Geschichte gehört die Zukunft - vielleicht beginnt diese ja schon in der Türkei.

«Jugend forscht» - und das ausgerechnet bei einer WM. Die deutschen Basketballer starten am 28.

August mit der jüngsten Mannschaft ihrer Geschichte in die Weltmeisterschaft, doch ihr fehlender Superstar Dirk Nowitzki ist vom Potenzial der Nachwuchstruppe überzeugt. «Wenn sie in der Offensive gut zusammenspielen und in der Verteidigung sicher stehen, sollte das Erreichen des Achtelfinales zu schaffen sein», sagte Nowitzki im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. «Und dann wird sich zeigen, ob im weiteren Turnierverlauf eine Überraschung folgt.»

Der 32-Jährige legt in diesem Sommer noch einmal eine Pause ein, will im kommenden Jahr bei der Europameisterschaft in Litauen aber wieder angreifen. Schließlich gilt es dann, den Traum von der zweiten Teilnahme an Olympischen Spielen Wirklichkeit werden zu lassen. «Olympia 2012 ist mein Fernziel und dazu gehört auch eine Qualifikation bei der nächsten EM», kündigte der Würzburger sein Comeback für 2011 an.

Bei der WM vom 28. August bis 12. September, wo die deutschen Korbjäger in Kayseri zunächst auf Argentinien und danach auf Serbien, Australien, Angola und Jordanien treffen, müssen es die «jungen Wilden» noch einmal ohne ihren Leitwolf schaffen. 24,5 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt des Teams von Bundestrainer Dirk Bauermann - noch nie hatte eine Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) weniger Erfahrung.

Gleich sieben Spieler im zwölf Profis umfassenden Kader sind 22 Jahre alt oder jünger. Für das deutsche Team sind die Titelkämpfe in der Türkei daher wie für viele andere Nationen eine Art Übergangs-WM. «Ja, das kann man sagen», meint Bauermann mit Blick auf das Entwicklungspotenzial seiner Mannschaft.

Erst in sechs oder acht Jahren sieht er die Generation um Center-Hoffnung Tibor Pleiß, Shootingstar Elias Harris und Toptalent Robin Benzing auf ihrem Zenit. «Deshalb nehmen wir die WM so ernst wie irgend möglich, ohne dabei zu verkrampfen», umschreibt der Nationalcoach seine Zielsetzung für die Mission «Jugend forscht».

Die Unerfahrenheit kann gegen ausgebuffte Teams wie Argentinien, Griechenland oder Spanien natürlich zum Boomerang werden. Gleichwohl sieht Bauermann darin auch einen Vorteil, «weil die Jungs gar nicht so genau wissen, was eine WM ist. Die sagen einfach, wir spielen mal und kümmern sich nicht um irgendwelche Gegenspieler, die vielleicht schon Hunderte von Spielen in der NBA oder in der Euroleague absolviert haben.»

Als Zielsetzung hat der Bundestrainer bei seiner dritten persönlichen WM-Teilnahme das Achtelfinale ausgegeben. «Das wäre schon ein großer Erfolg für uns», sagt der 52-Jährige. «Ein Vorrunden-Aus wäre aber auch eine riesige Enttäuschung.»

Viel wird neben der Frage, wie die unerfahrenen Spieler mit dem Druck einer WM klarkommen, von den Leistungen der wenigen Routiniers abhängen. Spielmacher Steffen Hamann, Demond Greene, Heiko Schaffartzik und Jan-Hendrik Jagla bilden das Quartett, das die «Küken» führen soll.

Vom Aussehen unterscheiden sich einige von ihnen derzeit nicht so sehr von den jungen Wilden. Mit Beginn der Vorbereitung haben weite Teile des Teams aufgehört, sich zu rasieren. «Grässlich», findet Bauermann die Aktion, freut sich aber schmunzelnd über den guten Teamgeist. «Es gibt bei jeder WM oder EM immer ein Viertel an Mannschaften, das sich durch interne Konflikte schon vorher aus dem Wettbewerb genommen hat. Wir gehören sicher nicht dazu.» (Quelle: Kayseri (dpa/lby))


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