27.08.2010

Hammer-Auftakt für DBB-Küken - Nervosität steigt

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Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann feuert seine Mannschaft an. (Foto: dpa) Bild vergrößern Der Auftakt könnte schwerer kaum sein, doch Deutschlands Basketballer starten auch ohne Superstar Dirk Nowitzki voller Zuversicht in die WM.

«Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken», sagte Tim Ohlbrecht vor den ersten beiden Partien am 28. August gegen Ex-Weltmeister Argentinien und Vize-Europameister Serbien einen Tag später. Gleichwohl stieg einen Tag vor dem Start die Nervosität im jungen deutschen Team.

«Jetzt erkennt der eine oder andere, wo er hier ist und wie große die Bühne ist, auf der wir hier spielen», sagte Bundestrainer Dirk Bauermann in Kayseri.

«Auf dem Weg zum Training war es mir fast schon zu ruhig», meinte der Nationalcoach, der seine Mannschaft zuvor per Videostudium auf den Mitfavoriten Argentinien eingestimmt hatte. Bis zum ersten Tipp-Off will Bauermann daher behutsam mit seiner unerfahrenen Rasselbande umgehen, «um ihnen die Unbekümmertheit zu lassen und sie nicht zu überfrachten».

Der 52-Jährige versucht vor dem Duell mit dem Olympiasieger von 2004 ein wenig den Druck von seinen «jungen Wilden» zu nehmen. «Die Ergebnisse sind für mich nicht das Wichtigste. Entscheidender ist, dass ich eine Entwicklung in der Mannschaft sehe», meinte der Nationalcoach, der seit Mittwochabend mit seinem Team im rund 900 000 Einwohner großen Kayseri in Kappadokien ist.

Trotz der steigenden Anspannung ist Bauermann zuversichtlich, dass seine im Schnitt gerade einmal 24 Jahre alte Auswahl einen guten Start erwischt. «Natürlich sind das zwei extrem starke Gegner. Wenn wir es aber schaffen, 40 Minuten Druck zu machen, sind wir gegen beide nicht chancenlos.»

Nowitzki, der in diesem Sommer ein weiteres Mal pausiert, wird sich die Begegnungen zu Hause auf der Couch ansehen. «Die Jungs sind zwar unerfahren, sie haben aber viel Potenzial und spielen mit viel Herz», lobte der 32-Jährige das jüngste deutsche Team, das je bei einer Weltmeisterschaft dabei war.

Die Messlatte für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) liegt bei der WM aber deutlich höher als in der Vorbereitung. Vor allem die Argentinier zählen zu den Mitfavoriten auf den WM-Titel, auch wenn nach Manu Ginobili von den San Antonio Spurs mit Andres Nocioni der zweite NBA-Star abgesagt hat.

Der Flügelspieler von den Philadelphia 76ers bekam nach einer Verletzung ein Startverbot von seinem Club und musste wieder abreisen. «Das hätte uns Philadelphia früher sagen müssen», erzürnte sich Argentiniens Trainer Sergio Hernández. Bauermann will den Ausfall dagegen nicht überbewerten. «Natürlich ist Nocioni ein Kämpfer und Krieger, der das Spiel prägt. Sie haben aber trotzdem eine sehr erfahrene Mannschaft», meinte der Krefelder.

Personellen Aderlass hatten vor dem Turnierbeginn auch die Serben zu verkraften. Nach ihrer Massenschlägerei im Testspiel gegen Griechenland wurden mit NBA-Profi Nenad Krstic (drei Spiele) und Milos Teodosic (zwei Spiele) gleich zwei Leistungsträger gesperrt und fehlen damit gegen Deutschland. «Das schwächt sie sicher, die Serben bleiben aber stark. Sie haben zwölf Spieler, die auf höchstem Niveau spielen können», sagte Bauermann.

Dennoch traut er seinem Team eine Überraschung zu und hält nichts davon, im Kampf um einen der ersten vier Plätze, die zum Weiterkommen berechtigen, nur auf die beiden Duelle mit Angola und Jordanien zum Schluss zu setzen. «Wir sind stark genug, eines der ersten drei Spiele zu klauen», sagte der Bundestrainer, der alle zwölf Spieler zur Verfügung hat. (Quelle: Kayseri (dpa/lby))


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