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Sebastian Vettel ist gewarnt: Mit der Tagesbestzeit bei der Rutschpartie von Spa hat Fernando Alonso den Titel-Fünfkampf der Formel 1 weiter angeheizt. Der spanische Ferrari- Pilot war in beiden Trainingseinheiten für den Großen Preis von Belgien der Schnellste.
Vettel und sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber, der die Fahrerwertung vor dem 13. Saisonrennen anführt, hatten mit dem launischen Ardennen-Wetter mehr Mühe.
Für den Deutschen reichte es nur zu den Rängen vier und sechs. Webber kam an seinem 34. Geburtstag noch schlechter in Fahrt und kehrte am Nachmittag gar als Nummer 18 an die Box zurück.
«Alles in allem war es kein schlechter Tag», urteilte Vettel dennoch. «Freitag ist es immer schwer zu sagen, wie gut man war. Aber ich denke, wir sind gut dabei», erklärte der WM-Dritte aus Heppenheim. Er warnte aber mit Blick auf das wechselhafte Wetter: «Mit den Bedingungen kann es eine große Lotterie werden.» Auch Webber meinte: «Das wird ein interessantes Wochenende.»
Eine Gefahr für die Red Bulls ist neben Alonso wohl auch Lewis Hamilton, der mit den Trainingsplätzen zwei und drei Stärke bewies. Der britische McLaren- Pilot liegt vor dem letzten Saisondrittel mit 157 Punkten in der WM nur vier Zähler hinter dem Australier Webber (161). Vettel ist Gesamtdritter mit 151 Punkten. Aber auch Alonso (141) ist als Fünfter hinter Titelverteidiger Jenson Button (147) noch dick im Geschäft.
Seine Künste bei schwierigen Bedingungen bewies Adrian Sutil. Nach Platz fünf auf pitschnasser Strecke am Vormittag steuerte der Gräfelfinger seinen Force India in der zweiten Trainingseinheit gar auf Rang zwei. Nur 0,125 Sekunden fehlten dem 27-Jährigen auf die beste Runde von Alonso. Der hatte für die 7,004 Kilometer Berg-und- Tal-Bahn von Spa-Francorchamps 1:49,032 Minuten benötigt.
Wieder nur Mittelfeldplätze erreichte das Mercedes-Duo. Rekordweltmeister Michael Schumacher landete in beiden Einheiten vor seinem Kollegen Nico Rosberg. Allerdings muss der 41-Jährige zur Strafe für sein Rüpel-Manöver gegen Rubens Barrichello in Ungarn zehn Plätze weiter hinten starten. Also bat der sechsmalige Spa-Sieger Petrus um Unterstützung. «Die Wettersituation scheint hilfreich zu sein. Das sind genau die Umstände, die wir brauchen, die uns nach vorn spülen können.»
Williams-Fahrer Nico Hülkenberg fuhr bei seiner Formel-1-Premiere in Spa auf die Plätze 12 und 15. Für Timo Glock war der Arbeitstag früh beendet. Nach 18 Minuten des Nachmittagstrainings verlor der Wersauer die Kontrolle über seinen Virgin-Boliden, krachte in Kurve neun in einen Reifenstapel und musste den Rest der Einheit tatenlos von der Box verfolgen.
Kurz vor Ende stoppten die Verantwortlichen das zweite Training für zehn Minuten, weil angeblich Zuschauer in einem gefährlichen Bereich der Strecke gesichtet worden waren. Für die Piloten ein Ärgernis, weil gerade in diesem Moment die Fahrbahn etwas getrocknet war. Durch die Zwangspause gingen wertvolle Minuten zur Abstimmung der Boliden verloren. «Sie hätten zumindest die Uhr anhalten können. Wir haben den ganzen Tag auf eine trockene Strecke gewartet», schimpfte der WM-Führende Webber.
Vor allem am Vormittag hatte Dauerregen den Piloten die Arbeit erschwert. Dicke Wolken türmten sich über den Ardennen-Wäldern. Auf der Zielgeraden und in der berühmten Vollgas-Kurve «Eau Rouge» staute sich das Wasser. Für Vettel kein Problem. «Es macht Spaß, auf einer Strecke wie hier im Nassen zu fahren, denn in Kurven, die im Trockenen locker voll gehen, muss man die Pobacken ein bisschen mehr zusammenkneifen», sagte der Hesse. (Quelle: Spa-Francorchamps (dpa/lby))
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