29.08.2010

WM in Gefahr: Vettels Pannenregister immer länger

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Sebastian Vettel stellt sich nach dem Rennen den Journalisten. (Foto: dpa) Bild vergrößern Fehler, Pannen, Strafen: Die Pleitenserie von Sebastian Vettel nimmt einfach kein Ende. Nach der Nullnummer von Spa-Francorchamps ist das Ziel des Red-Bull-Piloten aus Heppenheim, jüngster Weltmeister der Formel-1- Historie zu werden, mehr denn je in Gefahr.

«Schade», meinte der 23- Jährige mit Frustmiene.

31 Punkte Rückstand auf den neuen WM- Spitzenreiter Lewis Hamilton, der die Wetter-Lotterie in Belgien gewann, sind eine fast zu große Herausforderung für die verbleibenden sechs Saisonrennen.

Immer größer werden nach dem Großen Preis von Belgien die Zweifel, ob Vettel dem Druck des Titelkampfes gewachsen ist. Zum zweiten Mal hintereinander brachte sich der Hesse selbst um wichtige Punkte. Der Überholversuch gegen Champion Jenson Button in Runde 16 schien übereifrig und ging schief. «Es war mein Fehler, ich habe das Auto verloren», bekannte der PS-Sünder. Vettel schleppte sich mit kaputtem Frontflügel an die Box zurück, kassierte zudem eine Durchfahrtstrafe.

Schon in Ungarn hatten ihn die Rennkommissare vor der Sommerpause für einen Patzer verurteilt, als er einen zu großen Abstand zum Safety Car ließ. Vettels Register der verpassten Chancen hat längst bedenkliche Ausmaße angenommen. Längst hätte er im besten Auto des Feldes fast uneinholbar an der WM-Spitze liegen können. Doch technische Defekte und Strategiefehler behinderten den Deutschen zu Saisonbeginn. Hinzu kam das überflüssige, weil überharte Stallduell mit Kollege Mark Webber, das im Crash von Istanbul gipfelte.

Zuletzt aber musste Vettel immer wieder die Schuld bei sich selbst suchen. Auf der Ardennen-Achterbahn von Spa verfehlte er zunächst die mögliche Pole Position, als er auf seiner schnellsten Runde in der Qualifikation einen Fahrfehler beging. Im Rennen ruinierte er nicht nur seine WM-Aussichten, sondern machte auch Buttons Projekt Titelverteidigung schon fast zunichte.

«Tut mir Leid für Jenson», beteuerte Vettel kleinlaut. «Keine Ahnung, was er da vorhatte», meinte Button. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sagte in Richtung Vettel: «Das macht er langsam zur Angewohnheit, dass er andere aufspießt.» Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko nahm seinen Hoffnungsträger in Schutz: «Wir sind da voll okay mit ihm, haben keinerlei Probleme.» Rekordweltmeister Michael Schumacher gab den Rat: «Abhaken, nach vorn schauen und wieder weiter arbeiten.»

Als sei der Unfall und die anschließende Durchfahrtstrafe nicht schon genug, wurde es für den Vize-Weltmeister in Belgien noch schlimmer. «Dann kam noch der Reifenschaden, ein langsame Runde, da war der Kuchen gegessen», erklärte Vettel. Force-India-Fahrer Vitantonio Liuzzi hatte ihm den linken Hinterreifen aufgeschlitzt. Als überrundeter 15. fuhr Vettel schließlich hinter Sieger Lewis Hamilton ins Ziel. Der coole Brite hatte im McLaren-Mercedes einmal mehr vorgeführt, wie man eiskalt seine Chancen nutzt. Vettel muss das offenbar noch lernen. (Quelle: Spa-Francorchamps (dpa/lby))


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