30.08.2010

Zweite WM-Niederlage für deutsche Basketballer

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Jan-Hendrik Jagla (r) wirft auf den Korb der Australier. (Foto: dpa) Bild vergrößern Einen Tag nach der Sensation gegen Serbien sind die deutschen Basketballer unsanft in die Realität zurückgeholt worden. Gegen Australien kassierte das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann eine bittere 43:78 (20:38)-Klatsche.

«Es war nicht die Flasche leer, es war der Tank leer. Am Ende ist es egal, ob man mit 30 oder mit fünfzehn verliert», sagte der Coach.

Sein Team hat aber nach wie vor alle Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale. Dazu könnte schon ein weiterer Sieg aus den beiden verbleibenden Partien gegen Angola und Gruppen-Schlusslicht Jordanien genügen. Zunächst haben die deutschen einen Tag Riesen «frei» und können ihre Akkus wieder aufladen.

«Man hat allen von Anfang an angemerkt, dass die Beine schwer waren. Defensiv waren wir nicht so bissig, wie wir uns das vorgenommen hatten», sagte Bauermann. Der Bundestrainer lobte seine junge Mannschaft aber trotzdem: «Sie haben toll gekämpft bis zur letzten Sekunde.»

24 Stunden nach dem kräftezehrenden 82:81-Erfolg nach zweimaliger Verlängerung gegen den Vize-Europameister waren Robin Benzing mit elf Zählern und Geburtstagskind Tim Ohlbrecht mit zehn Punkten beste Werfer in der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Insgesamt lief bei der jüngsten deutschen Mannschaft, die je bei einer Weltmeisterschaft dabei war, aber nichts zusammen. Auch die zuletzt starken Routiniers Jan-Hendrik Jagla und Demond Greene fanden zu keiner Zeit ihren Rhythmus.

«Man hat sehr früh gemerkt, dass es nicht geht. Es gibt so Tage, wo einfach kein Ball rein will. Das Achtelfinale ist dadurch aber nicht in weitere Ferne gerückt als vorher. Wir müssen uns jetzt gut regenerieren und dann die beiden Spiele gewinnen, die wir von vornherein gewinnen mussten», sagte Jagla. «Wir waren von Beginn an mental nicht da. Die Australier haben sich dann in einen Rausch gespielt. Bei uns ging dagegen gar nichts», meinte Heiko Schaffartzik.

Nach dem Coup gegen die Serben fehlte den deutschen Korbjägern die nötige Frische. Die deutschen Talente verschliefen beim dritten Spiel innerhalb von drei Tagen das erste Viertel komplett und leisteten sich einige haarsträubende Fehler. Selbst eine Auszeit und zahlreiche Wechsel konnten die DBB-Auswahl nicht aus ihrer Lethargie wecken - nach den ersten zehn Minuten führten die Australier mit zwölf Punkten (19:7).

Bauermann versuchte zwar immer wieder, seine Schützlinge aufzurütteln, doch ohne Erfolg. Im zweiten Viertel blieb das deutsche Team fast sieben Minuten ohne Korb. Die mit den beiden NBA-Profis David Andersen (Toronto Raptors) und Patrick Mills (Portland Trail Blazers) angetretenen Australier hatten die bittere Zwei-Punkte- Niederlage gegen Argentinien am Sonntag dagegen gut weggesteckt und bauten den Vorsprung bis zur Pause auf 18 Zähler aus. Nach dem Seitenwechsel mühte sich die DBB-Equipe zwar um Ergebniskosmetik, doch selbst einfachste Aktionen wollten den müden deutschen Korbjägern an diesem rabenschwarzen Tag nicht gelingen. (Quelle: Kayseri (dpa/lby))


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