27.11.2009

Der ANTENNE BAYERN Weihnachtstrucker

Eine Truckerin berichtet aus Mazedonien

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Weihnachtstrucker Daniela Benkert Bild vergrößern Es war um Weihnachten 2008. Wir hatten drei Tage Fahrt hinter uns, die geprägt waren durch Etappenschlafen, bei klirrender Kälte an der Grenze stehen, mit Händen und Füßen verhandeln und warten bis die Fahrt endlich weiter geht, Papiere zeigen, Stempel sammeln (am Ende waren es ca. 400 Stempel für 8 LKWs, 12.000 Pakete und über 3.500 Kilometer), stundenlanges geradeaus fahren mit Tempo 83 km/h und Austausch mit den anderen Fahrern über Funk.

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Wir waren durch Schnee und Eis über enge Pässe gefahren, haben die Daumen gedrückt, dass wir keine Schneeketten aufziehen müssen und haben gehofft, dass keiner der LKWs stecken bleibt. Über Funk haben wir uns abgesprochen, unterhalten und Warnhinweise gegeben wenn Hindernisse auf der Straße waren. Wir machten viele Späße, vor allem, um das Fahren in der Nacht zu erleichtern und waren inzwischen zu einem tollen Team zusammengewachsen - alle mit dem gemeinsamen Ziel – die Weihnachtspakete müssen rechtzeitig und unversehrt ankommen und wichtig ist, dass keinem etwas passiert.

Es sind sehr viele unbeschreibbare Eindrücke, die wir alle auf der Fahrt über tausende von Kilometern bekommen haben. Und so hat - denke ich - jeder Fahrer seine eigene Weihnachtstrucker - Geschichte, die ihn berührt und die der Grund dafür ist, im nächsten Jahr wieder trotz aller Strapazen in den LKW zu steigen und tausende von gespendeten Geschenken zu Menschen in Not zu bringen.

Meine Geschichte ergab sich in Mazedonien mit einer alten Frau:
Wir befanden uns etwa 60 km von Skopje entfernt in Tetovo und waren gerade mit der Verteilung der Pakete von 2 LKWs fertig. Mit unserem Transit-Bus machten wir uns auf den Weg zurück zu den anderen LKWs, als mir eine gebückte etwa 80jährige Frau auffiel.

Unter schwersten Anstrengungen war sie dabei, eines der Spendenpakete mit Lebensmitteln und Süßigkeiten nach Hause zu bringen. Das Paket war sehr schwer und sie musste immer wieder absetzten und Pause machen. Ich hatte die Frau bereits vorher beobachtet, wie sie erschöpft und vom Leben gezeichnet, aber mit leuchtenden Augen auf ihrem Paket sitzend Kraft für den Heimweg schöpfte.

Als wir die Frau mit unserem Bus erreicht hatten beschlossen wir, sie und ihr Paket nach Hause zu bringen. So hielten wir kurzerhand bei ihr an, ich stieg aus und während ich auf den Bus zeigte, sagte ich mit den wenigen mazedonischen Worten, die ich gelernt hatte „odime doma“ (wir fahren nach Hause). Die Frau schaute mich erst überrascht an und stieg dann mit Hilfe meiner Beifahrer ein. Sie wirkte erschöpft und durchgefroren und deutete uns mit der Hand den Weg. Um ihre Zeichen besser zu sehen stützte ich mich am Beifahrersitz ab und drehte mich zu der Frau um. Auf einmal legte sie ihre Hand auf meine, in den Augen Tränen der Dankbarkeit und lächelte mich an. In diesem Moment wusste ich: Das ist es! Das ist der Weihnachtstrucker! Dafür lohnen sich alle Anstrengungen!

„Menschen in Not mit Hilfe vieler Spender die Hand zu reichen“ ist in diesem Moment für mich sprichwörtlich wahr geworden. Ich hatte plötzlich ein Gefühl von Weihnachten, das über Grenzen und Sprachbarrieren hinaus ging und das mir für immer in Erinnerung bleiben wird.

Später erfuhr ich, dass in der Wohnung der älteren Frau eine stillende Mutter mit einem Säugling und einem kleinen Kind wartete.

Deshalb bitte ich Sie: Packen auch Sie ein Päckchen für notleidende Menschen!

Ihre Daniela Benkert



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