27.01.2009

Transnet: Warnstreiks «erster Nadelstich»

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ICE in Berlin (Foto: dpa) Bild vergrößern Frankfurt/Berlin - Die für Donnerstag angekündigten Warnstreiks bei der Bahn sollen die Fahrgäste nach Angaben der Gewerkschaft Transnet nicht massiv treffen. «Wir werden nicht die ganze Republik lahmlegen.»

Das sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Aktionen seien «ein erster Nadelstich», um den bundeseigenen Konzern zu deutlichem Entgegenkommen in der Streitfrage besserer Arbeitszeiten zu bewegen. Wann und wo Reisende mit Störungen und Verspätungen rechnen müssen, wollen Transnet und die Gewerkschaft GDBA am Mittwoch bekanntgeben. Die Bahn nannte Arbeitsniederlegungen unangemessen und bereitete sich auf Behinderungen und den möglichen Einsatz von Ersatzzügen vor.

«Wir wollen dem Bahnvorstand deutlich machen, dass es so nicht weitergehen kann, auf Verzögerung zu spielen», sagte Transnet-Chef Kirchner. «Es wird am Donnerstag Warnstreiks geben, es sei denn, der Arbeitgeber kommt uns drastisch entgegen und macht noch ein Angebot, das unseren Kernforderungen nachkommt.» Bei einer am Mittwoch in Frankfurt anstehenden dritten Verhandlungsrunde mit dem Konzern stünden Arbeitszeitfragen nicht auf der Tagesordnung, sie kämen aber am Freitag auf die Agenda. Transnet und die Gewerkschaft GDBA fordern unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr und bessere Regelungen für Nachtarbeit. Bisher seien dafür von der Bahn aber immer Gegenforderungen erhoben worden, sagte Kirchner.

Bahn-Personalvorstand Norbert Hansen betonte den Einigungswillen des Unternehmens und forderte einen Verzicht auf die Warnstreiks. Der Aufruf zu Arbeitsniederlegungen sei angesichts der bisher erzielten Verhandlungsfortschritte unangemessen, schrieb Hansen nach dpa- Informationen an die Spitzen der beiden Gewerkschaften. «Deshalb bitten wir Sie, diesen Schritt im Interesse unserer Kunden und angesichts unseres erklärten Einigungswillens zu überdenken.» Der Bahn sei bewusst, dass in der Runde am Mittwoch «Lösungen für einige übergreifende Arbeitszeit-Themen» gefunden werden müssten.

Die Bahn rüstet sich bereits für die Warnstreiks. Von Mittwoch, 10.00 Uhr, an soll die kostenlose Informations-Telefonnummer 08000 99 66 33 für Reisende erreichbar sein. Sobald Transnet und GDBA am Mittwoch nähere Angaben zu den Streikplänen machen, will die Bahn über mögliche Behinderungen oder Ersatzzüge informieren. Kunden sollen darauf mit Durchsagen auf den Bahnhöfen oder im Internet unter www.bahn.de/aktuell hingewiesen werden. Wer wegen streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen die Reise nicht antreten kann, kann sich die Tickets und Reservierungen bis zum 15. Februar kostenlos erstatten lassen.

Transnet und GDBA hatten am Montagabend zu Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaften wollen damit auch mehr Druck für ihre Forderung nach zehn Prozent mehr Geld für rund 130 000 Beschäftigte machen. Die Bahn hat bisher jeweils ein Prozent mehr Geld für 2009 und 2010 sowie Einmalzahlungen angeboten. Transnet-Chef Kirchner nannte dies «völlig indiskutabel». Die kleinere Lokführergewerkschaft GDL, die separat mit der Bahn verhandelt, plant vorerst keine Arbeitsniederlegungen. Sie fordert für rund 12 000 tarifgebundene Lokführer 6, 5 Prozent mehr Geld und ebenfalls bessere Arbeitszeitregelungen.


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