Bild vergrößern
Im Streit um die Solarförderung in der schwarz-gelben Koalition gibt es einen ersten Kompromiss. Dennoch: Die geplanten Kürzungen können nach Angaben der Verbraucherlobby höhere Stromkosten für die Haushalte von durchschnittlich 50 Euro in diesem Jahr nicht verhindern.
Grund seien die unterschätzten Stromproduktionsmengen, sagte der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Holger Krawinkel, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag.
Dahinter stehe der «boomende Zuwachs an Solarstromanlagen» auf Dächern und Freiflächen. Krawinkel bestätigte damit einen «Welt»- Bericht (Mittwoch), wonach große Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 7000 Kilowattstunden sogar mit 100 Euro höheren Stromkosten rechnen müssten. Bei halbem Haushalts-Verbrauch sind es 50 Euro.
Hintergrund sei der starke Zuwachs der Stromerzeugungsmengen 2009 und auch 2010. Dabei rechne er mit etwa 8000 Gigawattstunden jährlich, sagte Krawinkel. Das sei ein Vielfaches der Planungen beider Jahre. Solche Anlagen müssten nach dem Gesetz über Erneuerbare Energien (EEG) über den Preis für alle Stromabnehmer (Umlage) - sei es von Öko-, Atom- oder Kohlestrom - gefördert werden, sagte Krawinkel. Im Schnitt aller erneuerbaren Energieträger macht diese EEG-Umlage 2,047 Cent aus. 0,8 Cent davon entfallen auf Solarstrom.
Wer Solarstrom auf seinem Dach produziert und ihn ins allgemeine Netz einspeist, muss jetzt erst im Juni dieses Jahres mit einer weiteren Kürzung der Förderung um 16 Prozent rechnen. Das vereinbarten Union und FDP nach dpa-Informationen in mehreren Spitzenrunden. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte zuvor eine Senkung der über die Verbraucherpreise zu zahlenden Subvention um 15 Prozent verlangt - aber schon ab April. Mit den neun Prozent vom Jahresanfang sind es dann 25 Prozent Kürzung in 2010. Wer den Strom selbst verbraucht, bekommt einen Bonus von 10 Cent je Kilowattstunde.
Die Betreiber haben damit etwas längeren Vorlauf und können alte Aufträge zur Installation solcher Anlagen noch zu den günstigeren Konditionen an Solarmodulhersteller und Handwerker vergeben. Nicht abgeräumt werden konnte das deutsche Aufregerthema Solaranlagen auf Acker-Flächen. Die Interessen reichen von einer differenzierten Förderung solcher Anlagen bis zur schroffen Ablehnung der CSU und von CDU-Bauern insbesondere im Süden des Landes. Ihnen geht es - im Unterschied zu den großen ostdeutschen Freiflächen-Anlagen - darum, nicht neue Nutzungskonkurrenzen für die eigentliche Agrarproduktion zu schaffen. «Das CSU-Signal ist: Ackerflächen stehen (für Solaranlagen) nicht zur Verfügung.» Entsprechend forderte auch das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) den «Vorrang für eine Nutzung von nicht- landwirtschaftlichen Flächen».
Die Fraktionschefin der FDP, Birgit Homburger erklärte: «Es ist der FDP gelungen, die von Herrn Röttgen überfallartig vorgeschlagenen Kürzungen zu verschieben und abzumildern.» Der Umweltsprecher der Liberalen, Michael Kauch, sagte: «Wir haben es als FDP geschafft, dass die Freiflächen-Anlagen eine Chance behalten. Sie sind die Billig-Macher des Solarstroms.» Bei Solaranlagen auf sonstigen Freiflächen waren nach Koalitionsangaben zuletzt 15 Prozent Kürzung bei allgemeinen Freiflächen und 11 Prozent bei Solaranlagen auf Deponien, alten Militärflächen und Industriebrachen «einigungsfähig».
In weiteren Fachgesprächen unter Leitung des Vize-Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Christian Ruck und den FDP-Politikern Hermann Otto Solms und Michael Kauch sollen die noch offenen Fragen «in den nächsten Tagen» geklärt werden, hieß es. Nach dpa-Informationen hat der Bundesrat eine Fristverkürzung der Beratungen abgelehnt, so dass er in die Schlussrunde erst am 7. Mai gehen kann. Nach Angaben aus der Unionsfraktion strebt Röttgen an, den Gesetzentwurf in der Kabinettssitzung am 24. Februar zu verabschieden.
Die von jetzt 3,6 Cent auf voraussichtlich 10 Cent je Kilowattstunde verbesserte Förderung des Eigenverbrauch von Dachanlagen soll nun besonders auch Anreize für Solarstrom-Anlagen auf großen Mehrfamilienhäusern und sogar kommunalen Krankenhäusern bieten. So wird die Mengen-Grenze, bis zu denen ein Bonus gewährt wird, von 30 Kilowatt auf 1000 Kilowatt (1 Megawatt) ausgedehnt. Die neuen Freiflächenregelungen sollen am 1. Juli - alternativ auch am 1. Juni - in Kraft treten. Röttgens Vorlage war auf massive Kritik gestoßen. (Quelle: Berlin (dpa/lby))
02.09.2010: Im Atomstreit drückt die Regierung aufs Tempo: Die Koalitionsspitzen wollen schon an diesem Sonntag den Streit um längere Laufzeiten der Kernkraftwerke entscheiden. Im Gespräch ist ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren.
02.09.2010: Der russische Gasmonopolist Gazprom hat im ersten Quartal 2010 seinen Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht. Der Überschuss sei von 110 Milliarden Rubel auf rund 336 Milliarden Rubel geschnellt (rund 8,5 Mrd Euro), teilte der Staatskonzern am Donnerstag in Moskau mit.
31.08.2010: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will die schwarz- gelbe Koalition bei den umstrittenen Atomlaufzeiten schnell auf Linie bringen. Bereits an diesem Sonntag könnten erste Eckpunkte für das Energiekonzept und die Atomfrage vereinbart werden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen.
31.08.2010: Der britische Energiekonzern BP hat den Start von Tiefseebohrungen im Mittelmeer verschoben. Man strebe den Beginn der Arbeiten vor der Küste Libyens «für Ende des Jahres an», sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.
30.08.2010: Die Bundesregierung findet keine gemeinsame Linie bei der Verlängerung der Atomlaufzeiten.
30.08.2010: Die Freien Wähler fordern eine landesweite Kraftanstrengung zur Umstellung der bayerischen Energieversorgung von Atom und Öl auf umweltfreundliche erneuerbare Quellen.
29.08.2010: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für 10 bis 15 Jahre längere Atomlaufzeiten ausgesprochen.
29.08.2010: Nach dem Verbot der 100-Watt-Birnen vor einem Jahr kommt jetzt das Aus für die Glühlampen mit 75 Watt Leistung. An diesem Mittwoch (1.9.) tritt in Deutschland und den anderen EU- Staaten die zweite Stufe des Glühlampenausstiegs in Kraft.
28.08.2010: Auch nach dem Gutachten zu den Energieszenarien geht der Streit um die Verlängerung der Atomlaufzeiten weiter. Die Vorteile von Laufzeitverlängerungen halten sich in Grenzen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Samstag aus Koalitionskreisen.
27.08.2010: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den massiven Ausbau der Stromnetze als Grundvoraussetzung für eine komplette Umstellung auf Öko-Energien bezeichnet.
27.08.2010: Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) pocht bei der von Schwarz-Gelb angestrebten Verlängerung der Atom-Restlaufzeiten auf eine stärkere Förderung erneuerbarer Energien.
27.08.2010: Am letzten Tag ihrer «Energie-Reise» besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute den Neubau des Wasserkraftwerkes Rheinfelden am Hochrhein in Baden-Württemberg. Sie trifft dort EnBW-Chef Hans-Peter Villis, der zuletzt mit einer Abschaltung von Atomanlagen gedroht hatte.
26.08.2010: Die Bundesregierung und Vattenfall haben sich in einem internationalen Schiedsgerichtsverfahren zum Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg geeinigt. Damit bestätigten beide Seiten am Donnerstag einen Bericht der Zeitung «Die Welt».
26.08.2010: Der britische Energiekonzern BP hat sich aus dem Wettstreit um Ölbohrungen vor Grönlands Küste zurückgezogen.
25.08.2010: Der russische Energiekonzern Gazprom rechnet bis 2012 mit einem deutlichen Anstieg der Preise für Erdgas. Das Staatsunternehmen geht von nahezu einer Verdopplung der gegenwärtigen Großhandelspreise aus.
24.08.2010: Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich den Druck der Atomlobby nicht bieten lassen. Nach der Anzeigenkampagne von 40 Managern gegen die schwarz-gelbe Energiepolitik warnte die CDU-Chefin, sie könne niemandem raten, an den Erfolg öffentlicher Protestforderungen zu glauben.
24.08.2010: Der starke Ausbau der Stromerzeugung aus Windkraft- und Solaranlagen spült den Kommunen immer mehr Geld in die Kassen.
24.08.2010: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Grünen werfen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) vor, einen Bericht zur Energieversorgung bewusst zu verzögern.
24.08.2010: Zum Start der Heizperiode müssen Millionen Kunden in Deutschland mit höheren Gaspreisen rechnen - für andere wird es aber auch günstiger.
24.08.2010: Nach der Anzeigenkampagne der Atomlobby hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Manager und Interessenvertreter davor gewarnt, Druck auf die Regierung auszuüben.
24.08.2010: In der FDP wird der Ruf nach einer höheren finanziellen Belastung der Atomindustrie als durch die bisher geplante Brennelementesteuer laut.
23.08.2010: Die geplanten Milliarden-Zahlungen der Atomkonzerne sorgen weiter für Zündstoff. Die CDU beharrt bei längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke auf einem weiteren Beitrag der Atomwirtschaft - über die bisher diskutierte Brennelementesteuer hinaus.
22.08.2010: Im Konflikt um Milliardenabgaben der Atomindustrie hält Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Brennelemente-Steuer fest.
22.08.2010: Die erneuerbaren Energien sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Der Öko-Anteil am gesamten Verbrauch an Wärme, Strom und Kraftstoffen übertraf im vergangenen Jahr erstmals die 10-Prozent-Marke.
20.08.2010: Die Koalition rückt nach massivem Druck der Atomkonzerne von der umstrittenen Brennelementesteuer ab. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) favorisiert einen Vertrag mit den Stromkonzernen zur Abschöpfung der Milliardengewinne bei längeren Laufzeiten.
Ihr Wetter in:
Leikermoser wird Landwirt!
Und für Leikermoser heißt es dann ab nächsten Mont...
So teuer ist Wohnen in Bayern
Nirgendwo in Deutschland sind die Wohnungen so teu...
Das sind die Modetrends im Herbst
Designer und Artdirektor der ESMOD München, Ingo B...
Studie zur Azubi-Zufriedenheit
Eine Umfrage unter mehr als 7000 Jugendlichen in d...
Urlaubsfotos - das können Sie draus machen
Sie sind gerade aus dem Urlaub nach Hause gekommen...