13.03.2010

ThyssenKrupp-Tochter filmte Mitarbeiter illegal

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Datenschützer kritisieren die Nutzung von Überwachungskameras in Geschäften. (Symbolbild) (Foto: dpa) Bild vergrößern Außendienst-Mitarbeiter einer Tochterfirma von ThyssenKrupp sind im Auftrag der Geschäftsführung heimlich bei Verkaufsgesprächen gefilmt worden.

Der Geschäftsführer der betroffenen Tochter ThyssenKrupp Treppenlifte in Neuss sei bereits beurlaubt worden, sagte Konzernsprecherin Monica Soffritti am Samstag auf Anfrage. Um die Jahreswende 2004/2005 seien nach aktuellem Kenntnisstand vier Mitarbeiter heimlich gefilmt worden.



Wie die «Neue Ruhr Zeitung» aus Unternehmenskreisen erfahren haben will, sollen neben eigenen Beratern der Firma auch solche von Konkurrenten in Gespräche gelockt und dort gefilmt worden sein. Laut dem Zeitungsbericht geschah dies in Privatwohnungen. Die Landesdatenschutzbehörde habe die Praxis für unzulässig erklärt und spreche von Verstößen, die sich «schon im strafbaren Rahmen bewegen» könnten.

Der Konzernsprecherin zufolge war «eine externe Agentur mit einer Analyse des Marktes beauftragt» worden. «Aufgrund falscher Vorgaben wurden eigene Mitarbeiter in sehr geringer Zahl Gegenstand dieser Analyse.» Das Material sei soweit bekannt niemals ausgewertet worden. Eine rechtliche Bewertung der Tochterfirma habe «bereits im Jahr 2005 mit dem Ergebnis stattgefunden, dass diese Vorgehensweise unzulässig war», sagte sie. «Nach unserem Kenntnisstand wurde das Material nicht genutzt und verschlossen aufbewahrt.» Vor wenigen Monaten sei die DVD dann allerdings gestohlen und Dritten zugespielt worden.

Vor einer Woche habe die Zentrale von den Vorfällen erfahren. «Dieses Verhalten ist nicht tolerierbar und entspricht nicht der Kultur unseres Konzerns», sagte sie. Es seien «arbeitsrechtliche Maßnahmen» ergriffen worden. «Darüber hinaus haben personelle Veränderungen in der Geschäftsführung der ThyssenKrupp Treppenlifte GmbH stattgefunden.» (Quelle: Neuss (dpa/lby))


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