19.05.2010

Lufthansa startet mit Super-Airbus in neue Ära

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Die Routen des Lufthansa A380 (Foto: dpa) Bild vergrößern Mit ihrem ersten Super-Airbus A380 startet die Lufthansa in eine neue Ära. Am Mittwoch landete die Maschine mit genau 380 geladenen Gästen in Frankfurt, wo der zentrale Stützpunkt der 15 von Lufthansa bestellten Großraumjets sein wird.

Zuvor hatte Hersteller Airbus das Flugzeug in Hamburg an Lufthansa übergeben.

Begleitet wurde der Gigant mit Platz für 526 Passagiere beim Landeanflug von dem historischen Propellerflugzeug Tante Ju, die neben dem neuen Flaggschiff der Lufthansa winzig wirkte. Vor dem Aufsetzen zogen beide Maschinen noch eine Platzrunde über dem Flughafen. Die Feuerwehr begrüßte den Jet trotz Regens mit einer riesigen Wasserfontäne, dann wurde die Maschine mit ihren zwei Passagierdecks in die A380-Wartungshalle gezogen. «Wir sind froh, dass wir das Flugzeug jetzt in der Hand haben», sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber nach der Landung.

«Das ist eine neue Dimension des Fliegens», schwärmte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), der selbst schon mit einem A380 geflogen ist. Zugleich ergänzte er: «Für uns ist er ein Garant für ganz viele Arbeitsplätze.» So wird die Lufthansa allein rund 360 Piloten für den Jet ausbilden, dazu kommen hunderte Mitarbeiter für die Kabine und für die Wartungsarbeiten am größten deutschen Flughafen.

Airbus-Chef Thomas Enders sagte in Hamburg: «Airbus übergibt mit Stolz das modernste und umweltfreundlichste Flugzeug der Welt.» Er erinnerte an die Schwierigkeiten und die Verzögerungen beim Bau der Maschine. Lufthansa hatte ihre erste A380 ursprünglich schon mehr als zwei Jahre früher erwartet.

Jets vom Typ A380 sind bei anderen Airlines schon im Einsatz. Nach Airbus-Angaben wurden inzwischen mehr als 14 000 kommerzielle Flüge absolviert. In diesem Jahr sollen mehr als 20 A380 ausgeliefert werden, davon gehen vier an Lufthansa. Airbus liegen derzeit 202 Bestellungen von 17 Kunden vor. Jedes der Flugzeuge kostet nach dem aktuellen Listenpreis umgerechnet knapp 300 Millionen Euro.

Der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze, bezeichnete in Hamburg die A380 als ein Beispiel für gute Zusammenarbeit in Europa und die Fähigkeit Ökonomie und Ökologie im Luftverkehr zusammenzubringen. «Der (Airbus) A380 ist der Stolz der europäischen Luftfahrtindustrie.»

Die A380 verbraucht gut drei Liter Kerosin pro 100 Kilometer und Passagier und gilt damit als besonders wirtschaftlich. Je nach Bestuhlung bietet die Maschine mehr als 800 Passagieren Platz. Zudem ist sie deutlich leiser als andere Großraumjets.

Zum ersten Langstreckenflug soll die «Frankfurt am Main» am 6. Juni starten und die Fußballnationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika bringen. Für den 11. Juni ist der erste Linienflug nach Tokio geplant. Weitere A380-Ziele sind ab Ende August Peking und ab Ende Oktober Johannesburg.

Für Lufthansa-Chefpilot Jürgen Raps ist jede Indienstnahme eines neuen Flugzeugs etwas Besonderes. «Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen, aber für mich ist das sicher das Sahnehäubchen meiner Karriere», sagte Raps dem dpa-Audiodienst.

Die First-Class der «Frankfurt am Main» bietet Platz für 8 Passagiere, in der Business-Class können 98 und in der Economy-Class 420 Gäste reisen. In der First-Class stehen betuchten Reisenden vollwertige Betten und geräumige Badezimmer zur Verfügung.

Für den Abend war in Frankfurt die feierliche Taufe des neuen Flugzeugs geplant. Die zweite A380-Maschine der Lufthansa wird den Namen «München» tragen. (Quelle: Frankfurt/Hamburg (dpa/lby))


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