25.06.2010

Boeing-«Dreamliner» müssen zur Inspektion

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Ein Boeing-«Dreamliner» landet nach dem Jungfernflug in Seattle (Archivbild). Der Flugzeugbauer muss jetzt alle Testflieger des neuen Langstreckenjets zur Inspektion schicken. (Foto: dpa) Bild vergrößern Neuer Ärger mit dem «Traumjet»: Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing muss alle bisher produzierten 787 «Dreamliner» unter die Lupe nehmen, weil Probleme mit dem Höhenleitwerk aufgetaucht sind.

Nach den Angaben vom Donnerstag sind Teile falsch montiert worden. Boeing versprach aber, den schon mehrfach über den Haufen geworfenen Zeitplan einzuhalten.



Die erste der mittelgroßen Langstrecken-Maschinen soll Ende dieses Jahres an die japanische All Nippon Airways gehen. Das ist gut zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Die Verzögerungen kosteten die Amerikaner Milliarden, einige Kunden sprangen ab. Aktuell hat Boeing Bestellungen über 860 Flugzeuge in den Büchern. 15 Maschinen gehen nach Deutschland an Air Berlin.

Mit dem Dreamliner fertigt Boeing erstmal ein Flugzeug weitgehend aus leichten Verbundwerkstoffen statt aus Aluminium. Das soll den Treibstoffverbrauch senken. Doch das neue Material machte viel Ärger, zwischenzeitlich schien das ganze Projekt auf er Kippe zu stehen. Erschwerend hinzu kam, dass Boeing viel mehr Arbeiten als üblich an Zulieferer ausgelagert hatte. Die lieferten nicht die gewünschte Qualität.

Die problematischen Teile am Höhenleitwerk stammen von der italienischen Finmeccanica. Nach US-Medienberichten ist es nicht das erste Mal, dass der Luftfahrtkonzern aus Rom schlechte Arbeit abliefert. Boeing gab sich zurückhaltend: Es sei nicht ungewöhnlich, dass derartige Probleme während der Produktion aufträten, ließen die Amerikaner wissen.

Die Reparatur dauert pro Flieger nun bis zu acht Tage. Wieviele der bisher produzierten 23 Maschinen betroffen sind, ist aber noch unklar. Die fünf «Dreamliner», mit denen Boeing seine Testflüge macht, sollen als erste untersucht werden, um sobald wie möglich wieder abheben zu können.

Die neuerlichen Verzögerungen zeigen, wie komplex der Flugzeugbau mittlerweile geworden ist. Immer mehr Elektronik und neue Materialien stellen die Hersteller vor riesige Herausforderungen. Auch der Erzrivale Airbus blieb von Pannen nicht verschont. Sowohl der doppelstöckige A380, als auch noch unfertige «Dreamliner»-Gegenstück A350 sowie der Militärtransporter A400M machten Probleme.

Boeing machen derweil auch die alten Maschinen Kummer: Erst vor wenigen Tagen waren bei zwei 767-Langstreckenjets Risse an den Triebwerksaufhängungen aufgetaucht. Immerhin dürfte eine Großbestellung aus Russland über 50 neue Flieger im Wert von 4 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro) für Freude in Seattle gesorgt haben. US-Präsident Barack Obama verkündete den Auftrag am Donnerstag nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. (Quelle: Everett/Seattle (dpa/lby))


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