19.07.2010

Airbus und Boeing sammeln Milliardenaufträge ein

Diesen Artikel auf Twitter empfehlen

Modell einer Boeing 777 der Emirates auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin: Mit 86 Maschinen betreibt Emirates bereits jetzt die größte 777-Flotte der Welt.  (Foto: dpa) Bild vergrößern Die Flugzeugbauer Airbus und Boeing haben zum Start der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough Milliardenaufträge eingesammelt.



Neben der arabischen Fluglinie Emirates, die bei Boeing 30 Maschinen orderte, und der russischen Aeroflot, die bei der EADS- Tochter Airbus zuschlug, gaben die Flugzeugleasing-Gesellschaften ALC und GE Capital Aviation Services (GECAS) Großaufträge ab, wie die Unternehmen am Montag auf der Messe nahe London mitteilten.

Zuletzt kam Boeing auf 70 und Airbus auf 122 bestellte Flugzeuge. Nach Listenpreisen entfielen damit auf beide Unternehmen Aufträge im Wert von je rund zwölf Milliarden US-Dollar (rund 9,24 MrdEuro).

Die erste Order gab am Morgen Boeing zusammen mit Emirates bekannt. Die 30 Exemplare der Boeing 777-300 ER sollen die Flotte der Araber erweitern, die bereits jetzt 86 Exemplare der 777 betreiben. In der Ausführung ER - Extended Range - ist der Großraumflieger auch für lange Strecken geeignet. Die russische Aeroflot bestellte bei Airbus elf Langstreckenflieger des Typs A330 im Gesamtwert von 2,3 Milliarden Dollar. Bei Flugzeugbestellungen sind allerdings hohe Rabatte üblich.

Die größten Aufträge kamen am Montag von den Leasinggesellschaften ALC und der GECAS. ALC orderte 51 Airbus-Mittelstreckenjets der Typen A320 und A321, die laut Preisliste 4,4 Milliarden Dollar kosten. GECAS, die zum US-Mischkonzern General Electric gehört, bestellte 40 Boeing 737-800 - Gesamtlistenpreis 3,1 Milliarden Dollar - und 60 Airbus aus der A320-Familie, für die laut Liste etwa 5 Milliarden Dollar fällig werden.

Airbus-Verkaufschef John Leahy hatte bereits vor der Messe Bestellungen für mehr als 130 neue Flieger angekündigt. Das wären ähnlich viele wie im gesamten ersten Halbjahr, als Aufträge für 131 Maschinen eingegangen waren. Die größte EADS-Tochter hätte damit das selbst gesetzte Jahresziel von 250 bis 300 Bestellungen bereits im Juli erreicht.

Der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Jim Albaugh, wollte die erwarteten Neuaufträge nicht beziffern, zeigte sich jedoch sicher: «Es wird eine gute Air Show für uns und für Airbus genauso.» Der Nachfrage nach Flugzeugen ziehe besonders in der Region Asien/Pazfik und im Nahen Osten wieder an. Im ersten Halbjahr hatte Boeing Bestellungen für 188 Flugzeuge verbucht.

Laut der arabischen Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat» will auch Saudi Airways, die staatliche Fluggesellschaft von Saudi-Arabien, demnächst zwölf Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 777 bestellen. Zudem platziert das durch die Finanzkrise arg gebeutelte Emirat bei der Messe auch einen Auftrag bei der Engine Alliance (EA), dem Gemeinschaftsunternehmen von Pratt &Whitney und General Electric. EA soll für die von Emirates bereits im Juni auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin bestellten 32 Flugzeuge vom Typ Airbus A380 Triebwerke bauen. Dafür soll Engine Alliance 4,8 Milliarden US-Dollar kassieren. (Quelle: Farnborough (dpa/lby))


ähnliche Meldungen

Die erste für Japan Airlines bestimmte Boeing 787 «Dreamliner». Foto: Boeing
Boeing mit neuem «Dreamliner»-Problem

06.02.2012: Der «Dreamliner» bereitet Boeing schon wieder Kopfzerbrechen. Nach Angaben des US-Flugzeugbauers ist bei der Produktion des hochmodernen Langstreckenfliegers etwas schief gelaufen.

Thomas Enders beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: Jean-Christophe Bott
Deutscher Top-Manager Enders wird EADS-Chef

26.01.2012: Der deutsche Spitzenmanager Thomas Enders (53) leitet künftig Europas größten Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der derzeitige Chef der größten EADS-Tochter Airbus werde Ende Frühjahr die Nachfolge des Franzosen Louis Gallois antreten.

Jean-Claude Trichet, Ex-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Foto: Boris Roessler
Zeitung: Trichet wird Mitglied im EADS-Verwaltungsrat

26.01.2012: Jean-Claude Trichet, Ex-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), winkt eine neue Aufgabe.

Ein A380 während eines Demonstrationsflugs: Airbus muss auf Anweisung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA fast ein Drittel der weltweit 67 Mega-Jets auf Risse an den Tragflächen untersuchen lassen. Foto: Ali Haider / Archiv
A380: Risse in Tragflächen sind Produktionsproblem

25.01.2012: Die jüngsten Probleme des europäischen Flugzeugbauers Airbus mit seinem doppelstöckigen Riesenflieger A380 liegen nach Angaben des Unternehmens am Fertigungsprozess.

Neue Milliardenaufträge für Boeing und Airbus: Die Fluggesellschaft Norwegian hat insgesamt 222 Flugzeuge beim US-Hersteller und dessen europäischem Konkurrenten bestellt. Foto: Fixion © Airbus S.A.S 2011
Jubel in der Luft: Flugzeugbauer und Airlines florieren

25.01.2012: Das Luftfahrtgeschäft boomt wie selten zuvor. Trotz Schuldenkrise, Börsenturbulenzen und neuen Rezessionsängsten lassen sich die Menschen nicht vom Fliegen abhalten.

Löwenkopf (ca. 2. Jahrhundert n. Chr.) aus Najran im Pergamonmuseum in Berlin. Foto: Stephanie Pilick
Schätze aus Saudi-Arabien in Berlin

25.01.2012: Saudi-Arabien war lange ein Buch mit sieben Siegeln. Für das islamisch-konservative Königreich begann die eigene Kulturgeschichte erst mit dem Wirken des Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert.

Thomas Doll ist nicht mehr Trainer in Saudi-Arabien. Foto: Uwe Anspach
Doll nicht mehr Trainer in Saudi-Arabien

23.01.2012: Fußballtrainer Thomas Doll und der Club Al-Hilal aus Saudi-Arabien gehen ab sofort getrennte Wege. Nach der zweiten Niederlage im 17. Saisonspiel hat sich der ehemalige Bundesliga-Trainer des Hamburger SV und von Borussia Dortmund für diesen Schritt entschieden.

Insgesamt 67 Exemplare des Mega-Jets Airbus A380 sind weltweit im Dienst. Foto: Ali Haider
Airbus untersucht fast jede dritte A380 auf Risse

20.01.2012: Neue Probleme beim Riesenflieger A380: Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss 20 Exemplare auf Risse an den Tragflächen untersuchen lassen. Das entspricht fast einem Drittel der insgesamt 67 Flugzeuge des Typs, die bisher weltweit im Dienst sind.

«EADS ist eine Wachstums-Story und eine Geld-Maschine», sagte EADS-Chef Louis Gallois auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk. Foto: Peter Kneffel
Rekordjahr bei Airbus: 4000 Neueinstellungen geplant

17.01.2012: Der europäische Flugzeugbauer Airbus will nach einem Rekordjahr 4000 neue Mitarbeiter einstellen. Auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk mit dem Mutterkonzern EADS sprach Verkaufschef John Leahy vom erfolgreichsten Jahr des europäischen Vorzeigeunternehmens.


Meistgelesene Artikel

Singleschnäppchen Marina

Single-Schnäppchen: Marina aus Mittelfranken
Die quirlige Marina aus Mittelfranken ist auf der ...

mehr

Heiratsantrag

Was war Ihr schönster Liebesbeweis?
Pünktlich zum Valentinstag suchen wir Bayern tolls...

mehr