01.08.2010

Hundt sieht keinen Spielraum für Lohnerhöhungen

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Dieter Hundt warnt die Gewerkschaften davor, mit zu hohen Lohnforderungen in die kommenden Tarifrunden zu gehen. (Foto: dpa) Bild vergrößern Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht trotz des Konjunkturaufschwungs keinen Spielraum für Lohnerhöhungen. Hundt sagte im Deutschlandfunk, die moderate Lohnpolitik der vergangenen Jahre sei ein Grund für die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt gewesen.

«Wir dürfen den derzeitigen Aufschwung auf gar keinen Fall belasten oder gefährden.

» Er warnte die Gewerkschaften davor, mit zu hohen Lohnforderungen in die kommenden Tarifrunden zu gehen.

Die Gewerkschaften hatten angekündigt, deutlich höhere Löhne durchsetzen zu wollen. Die Beschäftigten hätten einen Anspruch darauf, am Aufschwung angemessen beteiligt zu werden. So hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten «Abschlüsse in Richtung drei Prozent» gefordert.

Hundt bezeichnete die wirtschaftliche Entwicklung als sehr positiv. Er rechne mit einem Wachstum von mindestens zwei Prozent in diesem Jahr. Es gebe allerdings auch Risiken. Der Aufschwung werde allein von den Exporten getragen, die Binnenkonjunktur sei noch schwach. Zudem klagten vor allem mittelständische Unternehmen über steigende Kreditkosten. «Für Partystimmung ist die Zeit noch nicht reif.»

Hundt sagte zudem, er gehe davon aus, dass die Arbeitslosigkeit schon in diesem Jahr die Marke von drei Millionen unterschreiten werde. Auch in den kommenden zwei Jahren werde die Zahl der Stellensuchenden weiter sinken. Für die Firmen werde es dann allerdings immer schwieriger, ausreichend Fachkräfte zu finden.

Die «Welt am Sonntag» berichtete unter Verweis auf das Forschungsinstitut Kiel Economics, die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die demografische Entwicklung würden dafür sorgen, dass in den kommenden Jahren in Deutschland ein Kampf um Arbeitskräfte ausbrechen werde. In der Folge stiegen auch die Gehälter wieder - und zwar deutlich schneller als in den vergangenen Jahren.

Ginge die Zahl der Jobsuchenden wie vom Forschungsinstitut prognostiziert bis zum Jahr 2014 auf 1,88 Millionen zurück, würden die Bruttolöhne 2013 um 4,3 Prozent und 2014 um 4,9 Prozent steigen. (Quelle: Berlin (dpa/lby))


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