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Im Streit um einheitliche Tarife für die Eisenbahnbranche fordert die Gewerkschaft Transnet von den Konkurrenten der Deutschen Bahn eine klare Linie. Der Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) dürfe sich nicht länger einem Branchentarifvertrag verweigern.
Das sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner am Dienstag der Deutschen Presse- Agentur dpa.
Transnet, deren Schwestergewerkschaft GDBA und die Lokführergewerkschaft GDL führen derzeit Verhandlungen über Branchentarife. Außer der Deutschen Bahn (DB) sind auch fünf große private Unternehmen dazu bereit, der AGVDE jedoch nicht.
In Berlin verhandelten die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und die Bahn am Dienstag über erste Details eines Vertrages, der am Ende für alle 20 000 Lokführer in Deutschland gelten könnte. Dazu müsste aber auch noch eine Einigung mit großen Privatbahnen erzielt werden.
Es gehe um ein «sehr komplexes und in Deutschland bislang einmaliges Werk», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky vor Verhandlungsbeginn. Er rechne deshalb nicht mit einer schnellen Einigung. Bis zum Spätnachmittag wurden keine Zwischenergebnisse bekannt. Der GDL ist ebenso wie Transnet und GDBA wichtig, dass Beschäftigte bei Wechsel eines Bahnbetreibers nach Neuvergabe eines Streckennetzes nicht ihren Arbeitsplatz verlieren. Die GDL pocht auf diesem Grundsatz für ihre Klientel, die Lokführer.
Deutsche Bahn und GDL hatten in der Vorwoche vereinbart, dass ein Branchentarifvertrag für mindestens 90 Prozent der 20 000 Lokführer in Deutschland gelten müsse, wie Weselsky berichtete. Da 80 Prozent bei der DB angestellt seien, müssten auch die Privatbahnen «maßgeblich in die Verhandlungen einbezogen werden». Am 23. August werde die GDL sich erstmals mit Vertretern der fünf großen DB- Konkurrenten Veolia, Abellio, Arriva, Keolis und Benex treffen.
Transnet-Chef Kirchner betonte, Ziel des geforderten Vertrages sei nicht, mehr Geld für die Beschäftigten herauszuholen. Es gehe vielmehr darum, bei künftigen Ausschreibungen von Bahnstrecken «einen Standard für Einkommen und Arbeitsbedingungen festzulegen, den die Arbeitnehmer heute bereits haben».
Im Arbeitgeberverband AGVDE sind rund 120 Bahn- und Busunternehmen Mitglied, die nicht zur bundeseigenen Deutschen Bahn gehören, zum Beispiel die Hessische Landesbahn und die Osthannoverschen Eisenbahnen. Der AGVDE vertritt die Auffassung, dass ein Branchentarifvertrag die starke Position der DB zementieren würde. Die Bahnkonkurrenz habe «nur ihre niedrigen Personalkosten als Wettbewerbsvorteil». Kirchner entgegnete, der Wettbewerb müsse über Leistung und Qualität ausgetragen werden und nicht darüber, «wer die billigsten Arbeitnehmer hat». (Quelle: Berlin (dpa/lby))
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