11.08.2010

Aschewolke verdirbt Tui-Bilanz

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TUI Travel-Logo: Vulkanasche über Island bringt Tui Travel tiefer in rote Zahlen.  (Foto: dpa) Bild vergrößern Europas größter Reisekonzern Tui hat seine Verluste durch einen Rekord-Gewinn der Containerreederei Hapag Lloyd deutlich verringert.

Wegen der hohen Belastungen durch die Aschewolke nach dem Vulkanausbruch auf Island im Mai schrieb der Branchenprimus aber im dritten Quartal des Geschäftsjahres erneut rote Zahlen. Für das Gesamtjahr (bis Ende September) erwartet Tui die Rückkehr in die Gewinnzone, wie das Unternehmen mitteilte.



Nach den ersten neun Monaten stand unter dem Strich in der Konzernbilanz noch ein Minus von 467,7 Millionen Euro, davon fielen 36,3 Millionen Euro im dritten Quartal an. Reiseveranstalter schreiben im Winterhalbjahr üblicherweise rote Zahlen, weil sie ihre Kosten in dieser Zeit nicht decken können. Die Gewinne fahren sie im Sommer ein - also im vierten Quartal des Tui-Geschäftsjahres.

Im vorigen Jahr hatte sich der Tui-Konzernverlust allein im dritten Quartal auf 456,8 Millionen Euro aufgetürmt. Hauptgrund war die Schieflage von Hapag-Lloyd, die das Unternehmen 2009 tief in die Verlustzone gerissen hat. Der Tui-Konzern, der an Hapag Lloyd nach dem Mehrheitsverkauf noch mit 43,3 Prozent beteiligt ist, sprang der Tochter mit einem Milliardendarlehen bei. Mit dem anziehenden Welthandel und höheren Preisen für Transporte fährt Hapag Lloyd jetzt wieder in die schwarzen Zahlen.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 29 Prozent auf 1,6 Milliarden, das operative Ergebnis erreichte 226 Millionen Euro, nach einem Verlust von 193 Millionen. Dennoch will sich Tui weiterhin von seinen Hapag-Lloyd-Anteilen trennen, wenn auch nicht um jeden Preis, sagte Finanzvorstand Horst Baier. Die Entscheidung soll vom erzielbaren Verkaufserlös abhängig sein.

Im Reisegeschäft verhagelte vor allem die Vulkanasche aus Island Tui die Bilanz. Wegen tagelanger Flugverbote waren tausende Urlauber in ihren Feriengebieten gestrandet, was teure Rückholaktionen erforderlich machte. Viele konnte gar nicht erst in die Ferien starten. Die Auswirkungen der Sperrung des Luftraums belasteten das Ergebnis des Reiseriesen mit insgesamt 128 Millionen Euro.

Bei der Londoner Tochter Tui Travel, in der der Großteil des Reisegeschäfts gebündelt ist, wurde die Urlaubsnachfrage auch von der Fußball-Weltmeisterschaft und dem guten Wetter in ganz Europa beeinträchtigt. Um die Reisen trotzdem abzusetzen, wurden Preise gesenkt. In den beiden größten Märkten Deutschland und Großbritannien hätten die Kunden verstärkt preisgünstige und damit renditeschwächere Reisen gebucht, berichtete Tui.

In der Touristik insgesamt ging der Umsatz im dritten Quartal um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund vier Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (EBITA) verzeichnete 65 Millionen Euro Verlust, nach 52 Millionen Gewinn im Vorjahresquartal. Gute Ergebnisse hätten aber das Hotelgeschäft erbracht mit einem operativen Gewinn von 18 Millionen und die Kreuzfahrten mit zwei Millionen. (Quelle: Hannover (dpa/lby))


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