11.08.2010

Asche vermiest Tourismus-Konzernen die Bilanz

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Der Tourismuskonzern Thomas Cook rutschte in die roten Zahlen. (Foto: dpa) Bild vergrößern Die von der Vulkanasche verursachten tagelangen Flugausfälle haben Europas größten Tourismuskonzernen die Bilanz vermiest. Branchenprimus TUI und Thomas Cook mit seinen Marken wie Neckermann Reisen und Condor schrieben Anfang April bis Ende Juni tiefrote Zahlen.

In Folge der Wirtschaftskrise waren zudem die Preise für Hotels und Flüge gesunken, was die Veranstalter teilweise an ihre Kundschaft weitergaben.



Die Tui aus Hannover konnte ihre Verluste durch einen Rekord- Gewinn der Tochter Hapag Lloyd deutlich verringern. Nach den ersten neun Monaten des bis Ende September laufenden Geschäftsjahres stand unter dem Strich in der Konzernbilanz noch ein Minus von 467,7 Millionen Euro. Davon entfielen 36,3 Millionen Euro auf das dritte Geschäftsquartal.

In der Tui-Touristik insgesamt ging der Umsatz im dritten Quartal um gut vier Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund vier Milliarden Euro zurück. Beim operativen Ergebnis (EBITA), dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, gab es 65 Millionen Euro Verlust, nach 52 Millionen Gewinn im Vorjahresquartal.

Europas zweitgrößter Tourismuskonzern Thomas Cook fuhr im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009/2010 116,6 Millionen Pfund (rund 140 Millionen Euro) Verlust ein. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn vor Steuern von 2,9 Millionen Pfund ausgewiesen worden. Der Umsatz sank wegen der Aschewolke und des gekürzten Angebots im Winter um neun Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Pfund.

Thomas-Cook-Vorstandschef Manny Fontenla-Novoa dämpfte unter anderem wegen des schwachen Geschäfts in Großbritannien die Erwartungen der Aktionäre. Das operative Ergebnis für das Gesamtjahr werde auch ohne die Auswirkungen der Vulkanasche am unteren Ende der Markterwartungen liegen. Dies würde rund 400 Millionen Pfund bedeuten. Tui erwartet für das gesamte Geschäftsjahr die Rückkehr in die Gewinnzone. Traditionell verdienen Tourismuskonzerne in ihrem vierten Geschäftsquartal mit den Ferienmonaten Juli und August am meisten.

Die finanziellen Folgen der tagelangen Flugausfälle in fast ganz Europa bezifferte Thomas Cook auf 81,9 Millionen Euro. Tui sprach von Belastungen des Konzernergebnisses in Höhe von 128 Millionen Euro. Wegen tagelanger Flugverbote im April waren tausende Urlauber in ihren Feriengebieten gestrandet, was teure Rückholaktionen erforderlich machte. Viele konnte gar nicht erst in die Ferien starten. (Quelle: London/Hannover/Oberursel (dpa/lby))


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