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Auf dem Weg zu einem bundesweit einheitlichen Tarifvertrag für rund 20 000 Lokführer sieht der Gewerkschafter Claus Weselsky ein zentrales Problem als gelöst an.
Bei Sondierungsgesprächen in der abgelaufenen Woche habe man sich im Grundsatz auf Übergangsregelungen für Beschäftigte verständigt, wenn eine Verkehrsleistung von einem anderen Unternehmen übernommen werde, berichtete der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Bei einem Betreiberwechsel sollen die Beschäftigten zu gleichen Konditionen bei dem neuen Anbieter weiterbeschäftigt werden.
Vor der ersten Verhandlungsrunde mit den fünf größten Konkurrenten des Marktführers Deutsche Bahn AG, die sogenannten NE-Bahnen, zeigte sich Weselsky optimistisch: «Die NE-Bahnen sind bereit, ohne Vorbedingungen mit uns in Verhandlungen einzutreten.» Damit schwinde der Einfluss des Arbeitgeberverbandes Deutscher Eisenbahnen (AGVDE) weiter. «Die absolut starre und nicht nachvollziehbare Haltung des AGVDE in Köln hat dazu geführt, dass die Unternehmen aus diesem Verband austreten.»
Die GDL habe die Voraussetzungen für einen Branchentarifvertrag geschaffen, indem sie alle Tarifverträge gekündigt und ihre Mitglieder auf den Konflikt vorbereitet habe, sagte Weselsky. Den Organisationsgrad der Lokführer bezifferte er auf branchenweit 75 Prozent. Auch in kleineren Unternehmen wie der Hessischen Landesbahn habe man in den vergangenen Monaten erfolgreich Streiks organisiert: «Wir sind mittlerweile in genügend Unternehmen kampagnenfähig, wobei wir in die Verhandlungen wie bei der Bahn AG reingehen mit der Zielstellung, auf dem Verhandlungsweg zuerst was zu versuchen.»
Den härtesten Widerstand bei den Privatbahnen erwartet die GDL in der Frage der Entgelte. Sie fordert bei der Deutschen Bahn AG fünf Prozent mehr Geld. Die Konkurrenten des staatseigenen Betriebs, der rund 80 Prozent aller Lokführer beschäftigt, sollen mittelfristig auf das selbe Niveau gebracht werden. Bislang liegen dort nach Gewerkschaftsangaben die Gehälter der Lokführer bis zu 20 Prozent unter denen bei der DB AG. Auch der Branchenprimus zahlt bei Tochtergesellschaften unter dem eigenen Tarif.
Der Tarifvertrag müsse für alle Beteiligten im Markt passen, so dass der Wettbewerb weiter funktionieren könne, meinte Weselsky: «Nur eben nicht mehr über die Lohnkosten.» Zu den parallelen Verhandlungen der Gewerkschaften Transnet und GDBA für die weit größere Gruppe der übrigen Bahnbeschäftigten äußerte sich der Lokführer-Chef nicht. Die GDL setzt ihre Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG am 21. August in Frankfurt fort. Zwei Tage später steht dann die erste Runde mit den fünf Privatbahnen in Berlin an. (Quelle: Frankfurt/Main (dpa/lby))
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