27.08.2010

Boeing liefert «Dreamliner» erst 2011 aus

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Der Boeing Dreamliner 787 ist Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. (Foto: dpa) Bild vergrößern Nach wochenlangem Herumgedruckse hat Boeing die Katze aus dem Sack gelassen: Der Hoffnungsträger des Konzerns, der 787 «Dreamliner», verspätet sich um weitere Wochen.

Frühestens im Februar kann der erste Kunde, die japanische All Nippon Airways, den leisen und spritsparenden Langstrecken-Flieger in Empfang nehmen.

Die Maschine hinkt dem Zeitplan bereits zweieinhalb Jahre hinterher und hätte selbst danach spätestens im Dezember das Werksgelände in Everett im US-Bundesstaat Washington verlassen sollen. Ein Triebwerk stünde nicht rechtzeitig zur Verfügung, teilte Boeing am Freitag mit. Auch Airbus steht mit seinem Konkurrenzprodukt A350 erheblich unter Druck. In Deutschland beginnt die Produktion erster Bauteile am kommenden Dienstag.

Boeing habe eines der Testtriebwerke zu spät angefordert, sagte ein Sprecher des Herstellers Rolls Royce. Dadurch habe der enge Zeitplan nicht mehr eingehalten werden können. «Wir arbeiten eng mit Boeing zusammen, um die Auslieferung gemäß den Planungen voranzutreiben.»

Boeing hatte Kunden und Börsianer in den vergangenen Monaten bereits Stück für Stück auf neuerliche Verzögerungen vorbereitet: Höhenleitwerk und Instrumententafel machten Probleme, hinzu kamen zeitraubende Sonderwünsche der Fluggesellschaften selbst.

Der neuerliche Hänger habe aber keine finanziellen Auswirkungen, beteuerte der Konzern. Die Pannenserie hatte Boeing einen Milliardenbetrag gekostet. Etliche Kunden sprangen ab, andere verlangten Schadenersatz für die lange Wartezeit. 847 Maschinen sind bislang verkauft. Davon gehen 15 Stück an Air Berlin; ursprünglich waren es mal 25.

Der Dreamliner ist Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. Dank einer neuartigen Konstruktion aus leichten Verbundmaterialien erhoffen sich Boeing und die von hohen Spritpreisen geplagten Airlines deutliche Treibstoffeinsparungen. Gerade die neuen Materialien machten aber von Anfang an Probleme. Auch der neue, verlängerte Jumbojet 747-8 wird verspätet ausgeliefert.

Die Schwierigkeiten zeigen, wie komplex der Flugzeugbau mittlerweile geworden ist. Airbus hatte das bei seiner doppelstöckigen A380 zu spüren bekommen. Auch das Dreamliner- Gegenstück A350 wird nicht so gut aus den Startlöchern kommen, wie ursprünglich geplant.

Von den drei Jahre alten Produktionszielen musste sich Airbus verabschieden. «2007 ist verdammt lang her. Seitdem gab es unter anderem die Wirtschaftskrise», sagte ein Airbus-Sprecher. An der Erstauslieferung im Jahr 2013 wird sich aber nichts ändern. «Daran halten wir fest.» Verkaufschef John Leahy ließ zudem mitteilen, dass Airbus alle Auslieferungszusagen an seine Kunden erfüllen werde.

Die französische Zeitung «Les Echos» zitierte am Freitag aus Briefen an Zulieferer. Demnach sollen im ersten Produktionsjahr lediglich 10 Maschinen die Werkshallen verlassen statt einst geplanter 18. Erst 2016 wird Airbus dann seine Werke voll auslasten können mit 120 Fliegern im Jahr, wenn der Zeitplan eingehalten werden kann. (Quelle: Seattle/London/Hamburg/Paris (dpa/lby))


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