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Die Fronten im Übernahmekampf um das Biotechnologie-Unternehmen Genzyme sind verhärtet: Der Verwaltungsrat der US-Amerikaner lehnt das 18,5 Milliarden Dollar (14,5 Mrd Euro) schwere Angebot des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis strikt ab.
Der Betrag sei zu niedrig, schrieb Genzyme-Konzernchef Henri Termeer am Montag in einem offenen Brief an seinen Sanofi-Kollegen Chris Viehbacher.
Termeer zeigte sich verärgert darüber, dass Sanofi am Sonntag die Offerte von 69 Dollar je Aktie offiziell vorgelegt habe, obwohl sich beide Seiten im Vorfeld getroffen hätten und Genzyme dabei klargestellt habe, dass Sanofi nachbessern müsse. «Der Brief, den wir gestern erhalten haben, ist identisch zu dem Angebot aus dem letzten Monat», kritisierte Termeer merklich pikiert.
Sanofi hatte am 29. Juli Kontakt zu Genzyme aufgenommen und am 11. August eine negative Antwort aus den USA bekommen. Sanofi verkenne, welche Fortschritte Genzyme in der Produktion und bei der Entwicklung neuer Medikamente mache, ließen die Amerikaner wissen. Laut Medienberichten verlangt Genzyme bis zu 80 Dollar je Aktie.
Sanofi-Chef Viehbacher lässt aber nicht locker. «Ich hoffe, mit den Aktionären von Genzyme ins Gespräch zu kommen und so auch einen Dialog mit dem Verwaltungsrat herstellen zu können», sagte er der französischen Tageszeitung «Le Figaro» (Montag). Er sei zuversichtlich, was den weiteren Verlauf der Dinge angehe. Er schloss aber auch ein feindliches Übernahmeangebot nicht aus.
Wegen auslaufender Patente und zunehmender Konkurrenz durch Nachahmerprodukte (Generika) stehen viele Pharmaunternehmen unter Konsolidierungsdruck - daher kam es in dieser Branche bereits in den vergangenen Jahren immer wieder zu Milliardenübernahmen.
Zu den am meisten verkauften Produkten von Genzyme zählt ein Medikament gegen eine seltene genetische Krankheit, bei dem das Risiko eines Nachahmermedikamentes relativ gering wäre. Das Unternehmen hat mehr als 12 000 Mitarbeiter.
Sanofi-Aventis ist selbst das Ergebnis eines Zusammenschlusses. Der Konzern entstand 2004 aus der Fusion des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Synthélabo mit dem deutsch-französischen Konkurrenten Aventis, im dem einst die Frankfurter Hoechst-Gruppe aufgegangen war.
Am Aktienmarkt wurde bereits seit Anfang Juli über eine Offerte der Franzosen spekuliert. Seitdem stieg der Kurs der Genyzme-Aktie. Am Freitag schloss das Papier mit 67,62 Dollar nur knapp unter der jetzt bekanntgegebenen Offerte. Einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge will sich Genzyme auch andere Käuferkandidaten warmhalten. Das Sanofi-Aventis-Angebot ist noch nicht verbindlich. (Quelle: Cambridge/Paris (dpa/lby))
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