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Im Wettlauf mit dem US-Erzrivalen Boeing setzt Airbus verstärkt auf ultraleichte Verbundstoffe im Flugzeugbau. Der europäische Hersteller startete am Dienstag in seinem Werk in Stade die Produktion des ersten Bauteils für den neuen Langstreckenjet A350 XWB in Deutschland.
Airbus-Chef Thomas Enders setzte gemeinsam mit dem Luftfahrt-Koordinator der Bundesregierung, Peter Hintze (CDU), eine Maschine in Gang, die mit der Herstellung der Flügeloberschale aus Kohlenfaserverbundstoffen (CFK) begann. Die A350 soll als Konkurrenz zur 787 von Boeing 2013 auf den Markt kommen.
Die 787 ist das erste Großraumflugzeug, dessen Rumpf zu einem Großteil aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CFK) besteht. Boeing will seinen Jet nach mehrjähriger Verzögerung nun Anfang 2011 erstmals ausliefern. Bei der A350 besteht der Rumpf komplett und das gesamte Flugzeug nach Airbus-Angaben zu 53 Prozent aus Kohlefaserverbundwerkstoffen. Dies ermöglicht enorme Gewichts- und Kraftstoffeinsparungen.
«Das ist ein Meilenstein in diesem wichtigen Programm», sagte Enders zum Produktionsstart. Das 32 Meter lange Bauteil ist die größte CFK-Komponente im weltweiten Airbus-Produktionsverbund. Das Langstrecken-Flugzeug A350 XWB mit einer Kapazität von 270 bis 400 Sitzplätzen - je nach Modell und Bestuhlung - soll 2012 den Erstflug absolvieren.
In Stade werden neben der Flügeloberschale auch Teile des hinteren Rumpfes und des Seitenleitwerks produziert. Airbus investierte rund eine halbe Milliarde Euro in Hallenneubauten, Maschinen und Anlagen und verdoppelte das Werksgelände an dem Standort. Bis Ende des Jahres werden dort rund 100 Mitarbeiter für den A350 arbeiten, bei voller Produktion später 500. Insgesamt sind bei Airbus rund 6000 hoch qualifizierte Ingenieure für das A350-Projekt tätig, später soll die Mannschaft auf rund 13 000 Mitarbeiter wachsen.
«Wir haben aus unseren Fehlern bei der A380 gelernt», sagte Enders. Beim Produktionsanlauf des Großraum-Flugzeugs war es zu langen Verzögerungen gekommen. «Aber was in den nächsten drei Jahren bis zur ersten Auslieferung vor uns liegt, das wird ein Höllenritt; eine große Herausforderung für Airbus, die Mitarbeiter, die Zulieferer.» Die Software für die Airbus-Standorte und die beteiligten Zulieferer sei mittlerweile einheitlich, so dass es nicht mehr zu Abstimmungsproblemen komme und die Transparenz deutlich besser sei als bei der A380.
Für die A350-Flugzeugfamilie liegen mittlerweile 528 feste Bestellungen von rund 30 Kunden vor. Damit sei es das am schnellsten verkaufte Flugzeug in der Airbus-Unternehmensgeschichte. Er sei fest davon überzeugt, dass der A350 ein großer Erfolg werde, sagte Enders. Die «Dreamliner» genannte 787 des Konkurrenten Boeing kommt inzwischen auf mehr als 840 Bestellungen.
Die zivile Luftfahrt hat sich nach den Worten des Airbus-Chefs schneller von der Krise der letzten Jahre erholt als erwartet. Enders sagte am Dienstag zur Eröffnung des 59. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) in Hamburg, Airbus rechne auch in diesem Jahr wieder mit 400 Neubestellungen. Die positive Entwicklung zeige das meistverkaufte Airbus-Programm: «Wir mussten unser Fertigungsprogramm für die Airbus-A320-Familie in diesem Jahr auf 34 Flugzeuge im Monat zurückfahren. Doch jetzt geht es wieder aufwärts: Ab 2012 werden wir monatlich 40 Flugzeuge der A320-Familie fertigen.»
Sorge bereitet ihm nach wie vor der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Enders unterstrich: «Allein bei Airbus haben wir 400 offene Stellen für Ingenieure.» Kritisch äußerte er sich zum Militärbereich. «Die militärische Luftfahrt bleibt unser größtes Sorgenkind.» (Quelle: Stade (dpa/lby))
06.02.2012: Der «Dreamliner» bereitet Boeing schon wieder Kopfzerbrechen. Nach Angaben des US-Flugzeugbauers ist bei der Produktion des hochmodernen Langstreckenfliegers etwas schief gelaufen.
26.01.2012: Der deutsche Spitzenmanager Thomas Enders (53) leitet künftig Europas größten Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der derzeitige Chef der größten EADS-Tochter Airbus werde Ende Frühjahr die Nachfolge des Franzosen Louis Gallois antreten.
26.01.2012: Jean-Claude Trichet, Ex-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), winkt eine neue Aufgabe.
25.01.2012: Die jüngsten Probleme des europäischen Flugzeugbauers Airbus mit seinem doppelstöckigen Riesenflieger A380 liegen nach Angaben des Unternehmens am Fertigungsprozess.
25.01.2012: Das Luftfahrtgeschäft boomt wie selten zuvor. Trotz Schuldenkrise, Börsenturbulenzen und neuen Rezessionsängsten lassen sich die Menschen nicht vom Fliegen abhalten.
20.01.2012: Neue Probleme beim Riesenflieger A380: Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss 20 Exemplare auf Risse an den Tragflächen untersuchen lassen. Das entspricht fast einem Drittel der insgesamt 67 Flugzeuge des Typs, die bisher weltweit im Dienst sind.
17.01.2012: Der europäische Flugzeugbauer Airbus will nach einem Rekordjahr 4000 neue Mitarbeiter einstellen. Auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk mit dem Mutterkonzern EADS sprach Verkaufschef John Leahy vom erfolgreichsten Jahr des europäischen Vorzeigeunternehmens.
07.01.2012: Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat einem Bericht zufolge einen Milliardenauftrag aus China erhalten. Die chinesische Fluggesellschaft Hong Kong Airlines wolle zehn Airbus A380 kaufen, berichtete die «Financial Times» am Samstag unter Berufung auf die Fluggesellschaft.
05.01.2012: Der Titel des weltgrößten Flugzeugbauers geht zum wiederholten Male an Airbus. Der US-Erzrivale Boeing konnte die Zahl seiner Auslieferungen im vergangenen Jahr zwar auf 477 Maschinen steigern, wie der Konzern am Donnerstag am Firmensitz in Chicago verkündete.
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