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Der britische Energiekonzern BP hat den Start von Tiefseebohrungen im Mittelmeer verschoben. Man strebe den Beginn der Arbeiten vor der Küste Libyens «für Ende des Jahres an», sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.
Ursprünglich war geplant, eine Ölquelle in der libyschen Mittelmeerbucht Große Syrte bis Jahresende erschlossen zu haben.
Die Bohrungen sollten «in wenigen Wochen» beginnen, hatte es noch im Juli geheißen.
Der Konzern steht nach der Ölpest im Golf von Mexiko unter Druck wenn es darum geht, in ökologisch sensiblen Gebieten und an riskanten Orten neue Quellen anzuzapfen. In der vergangenen Woche hatte sich der Konzern aus dem Wettstreit um Bohrlizenzen vor der Küste Grönlands zurückgezogen. Die Naturschutzorganisation Greenpeace hatte solche Bohrungen als zu gefährlich eingestuft, weil es im Falle einer Ölpest im Winter unter einer dicken Eisdecke keine Möglichkeiten zur Eindämmung gebe.
Vor der libyschen Küste will BP 250 Meter tiefer nach Erdgas und Erdöl bohren als bei der missglückten Tiefseebohrung im Golf von Mexiko. Erneute Sicherheitsbedenken wurden bislang zurückgewiesen.
Nun will sich der Londoner Konzern aber weit mehr Zeit nehmen: «Endgültige Pläne und Vorbereitungen werden erstellt und überprüft», sagte der BP-Sprecher. «Keine Arbeiten werden beginnen, bis wir sicher sind, dass wir ohne Risiko vorgehen können.»
Die Quelle liegt etwa 200 Kilometer westlich der libyschen Hafenstadt Bengasi in rund 1750 Metern Tiefe. In dem Feld soll es große Mengen Erdöl und bis zu 850 Millionen Kubikmeter Erdgas geben. Die Rechte für die Erschließung der Ölquelle hatte BP vor drei Jahren von Libyen für 900 Millionen Dollar (675 Mio Euro) gekauft. Die USA werfen BP vor, mit Druck auf die britische Regierung die vorzeitige Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al- Megrahi vor einem Jahr vorangetrieben zu haben, um das Millionengeschäft voranzubringen.
Nach dem Untergang der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 22. April im Golf von Mexiko waren etwa 660 000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA. Seit dem 15. Juli ist der Ölaustritt ins Wasser gestoppt. (Quelle: London (dpa/lby))
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