02.09.2010

IFA zeigt Fernsehen der Zukunft

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Fernsehschirme in allen Größen stehen auf der IFA in Berlin. (Foto: dpa) Bild vergrößern 3D im Wohnzimmer, Online-Video im TV und jede Menge Design: Die IFA-Besucher bekommen ab Freitag Visionen für die Zukunft des Fernsehens aufgetischt.

Das Angebot der 1423 Aussteller aus 74 Ländern erstreckt sich über die gesamte Unterhaltungselektronik und umfasst auch Kommunikationstechnik sowie Haushaltsgeräte.



Allerdings werden viele Messeneuheiten für Verbraucher zunächst Zukunftsmusik bleiben, denn es mangelt noch an entsprechenden Geräten und Inhalten. 3D-Fernseher sind auf der IFA bei allen großen Herstellern zu sehen - entsprechende Inhalte gibt es jedoch kaum. Der Bezahlsender Sky will in Deutschland den Anfang machen und strahlt Teile seines Programms ab Oktober auch dreidimensional aus. Der neue «Eventkanal», der die 3D-Bilder senden wird, soll über Satellit sowie im Netz von Kabel Baden-Württemberg zu empfangen sein, kündigte Sky zum IFA-Start an. Mit anderen Anbietern wie Kabel Deutschland werde verhandelt, sagte ein Sprecher.

Bis Ende des Jahres soll das 3D-Angebot für Sky-Kunden kostenlos bleiben. Was es danach kostet, soll im vierten Quartal mitgeteilt werden. Die Industrie hofft, dass zum Jahresende mehr als 100 000 3D- taugliche Fernseher in deutschen Haushalten stehen werden. Seit Jahresbeginn wurden rund 40 000 solcher Geräte verkauft.

Neben 3D-TV kommt auch das sogenannte Hybrid-Fernsehen zur IFA in Fahrt. Der neue europäische Standard HbbTV soll Fernsehübertragungen mit Internet-Inhalten verschmelzen. Die ARD bietet bereits einen HbbTV-Dienst an, zur IFA kommen das ZDF, die Sendergruppe ProSiebenSat.1 und RTL dazu. Auch hier mangelt es bisher an entsprechenden Geräten, die Hersteller versprechen jedoch schnelle Abhilfe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief zur offiziellen IFA- Eröffnung am Abend die Unternehmen zu einem «langen Atem» bei der Entwicklung neuer Produkte auf. «Die Finanzmärkte sind wichtig, aber sie dürfen nicht die alleinigen Treiber wirtschaftlicher Entwicklung sein», sagte Merkel. Die «Realwirtschaft» müsse deutlicher auftreten und ihre Interessen vertreten. «Sie können bestimmte Dinge nicht entwickeln, wenn sie nicht ein Stück weit den langen Atem haben.»

Während sich die erwarteten 230 000 Besucher bis Mittwoch durch die Hallen schieben, brummt hinter den Kulissen das Geschäft. Denn bei der Funkausstellung wird traditionell für das wichtige Weihnachtsgeschäft geordert. Im vergangenen Jahr gab es Rekordaufträge für mehr als drei Milliarden Euro.

Auf das Weihnachtsgeschäft ist in diesem Jahr besonders der deutsche Fernseher-Hersteller Loewe angewiesen, wenn er noch einen Jahresverlust vermeiden will. Ob es am Ende rote oder schwarze Zahlen geben wird, hänge vom Absatz in den kommenden Monaten ab, sagte der neue Loewe-Chef Oliver Seidl der dpa. Der Spezialist für hochpreisige Premium-Fernseher hatte den erhofften Geschäftsschub durch die Fußball-WM verpasst: Weil ein Zulieferer den Hersteller im Stich ließ, wurde eine neue Gerätereihe nicht rechtzeitig fertig. Im ersten Halbjahr gab es einen Verlust von gut vier Millionen Euro, Konzernchef Frieder C. Löhrer trat im Juli zurück.

Vodafone nutzte die IFA, um als erster Anbieter in Deutschland Tarife für den Mobilfunkstandard LTE vorzustellen. Die Anschlüsse des UMTS-Nachfolgers sollen in der einfachen Version mit Übertragungsraten bis 7,2 Megabit je Sekunde über einen Surf-Stick 39,99 Euro monatlich kosten.

Für höhere Übertragungsraten muss mehr bezahlt werden. Eine Geschwindigkeit bis zu 50 Megabit je Sekunde soll rund 70 Euro im Monat kosten. In LTE-Versuchen wurden Übertragungsraten bis 100 Megabit je Sekunde erreicht. Bis die Kunden LTE allerdings tatsächlich nutzen können, wird es noch etwas dauern. Denn bislang fehlt nicht nur das Netz, sondern auch die Surf-Sticks, mit denen Computer via LTE online gehen können. Auch die Deutsche Telekom baut zurzeit ihr LTE-Netz auf. (Quelle: Berlin (dpa/lby))


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