14.01.2009

Tarifstreit: Gewerkschaften drohen Bahn mit Streik

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Transnet- und GDBA-Vorstand (Foto: dpa) Bild vergrößern Die Gewerkschaften haben der Deutschen Bahn nach dem Auftakt der Tarifverhandlungen mit Streiks gedroht. Ein erstes Angebot des Konzerns mit einer Einkommenserhöhung von je einem Prozent in den Jahren 2009 und 2010 lehnten sie am Mittwoch als unzureichend ab.

Die Gespräche wurden nach der ersten Runde in Berlin auf den 22. Januar in Frankfurt/Main vertagt.

Bis zu diesem Termin wollen die drei Bahn-Gewerkschaften auf Arbeitsniederlegungen verzichten. Sie erwarten jedoch von der Bahn ein besseres Angebot für die rund 150 000 tarifgebundenen Beschäftigten. Personalvorstand Norbert Hansen sicherte dies später zu. Der Spielraum dafür sei jedoch eng. Die Bahn könne die Auswirkungen der Konjunkturkrise noch nicht absehen.

Zündstoff lieferte die Rolle Hansens als Verhandlungsführer. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sprach von einer schweren Belastung bei der Suche nach einem Kompromiss. GDL-Chef Claus Weselsky warf Hansen vor, er habe in der vergangenen Tarifrunde als damaliger Transnet-Vorsitzender «bis zum letzten Tag versucht, einen eigenständigen Tarifvertrag der GDL zu verhindern». Deswegen habe man zu Hansen kein Vertrauen. Weil sich die GDL den Verhandlungspartner nicht aussuchen könne, wolle sie dennoch weiter mit Hansen sprechen. Bis Mai 2008 war Hansen Transnet-Chef, wechselte dann aber überraschend als Arbeitsdirektor zur Bahn.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern zehn Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verlangt für ihre Kollegen 6, 5 Prozent höhere Einkommen. Außer einer prozentualen Lohnerhöhung sieht das Angebot der Bahn bis zu fünf Sonderzahlungen von jeweils 200 Euro vor. Diese sind jedoch abhängig vom Geschäftserfolg der einzelnen Konzernsparten wie etwa Güter- oder Personenfernverkehr. Das Volumen des Angebots liege bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren zwischen 2, 7 und 3 Prozent mehr Einkommen, sagte Hansen.

Der Vorsitzende der größten Bahngewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner bezeichnete diese Offerte als «Farce». Weselsky sagte: «Das Angebot ist ein Scherz.»

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche sind die Dienstzeiten für die Beschäftigten. Sie sollen besser planbar und Nacht- und Wochenendschichten begrenzt werden. Hansen zeigte sich bereit, bei der Bahn künftig Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Für die Mitarbeiter solle es sogar individuelle Wahlmöglichkeiten bei den Arbeitszeiten geben.

Bahnchef Hartmut Mehdorn appellierte an die Vernunft der Gewerkschaften. Im vierten Quartal 2008 habe die Bahn wegen der Auftragsflaute 50 000 Güterwaggons stilllegen müssen. «Wir wollen der Belegschaft weiter Sicherheit geben», sagte Mehdorn nach einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

Die Gespräche am Mittwoch begannen zweigleisig: Die Bahn sprach zunächst mit der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA. Dann folgte ein Treffen mit der GDL. Die drei Gewerkschaften haben sich bislang nicht auf eine Zusammenarbeit verständigt. Kirchner berichtete, die GDL habe kein Kooperationsabkommen eingehen wollen. GDL-Chef Claus Weselsky sagte: «Ich sehe die Notwendigkeit einer Abstimmung mit anderen Gewerkschaften momentan nicht.» Die GDL ist in der Tarifrunde für rund 20 000 Lokführer zuständig, die Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA für die übrigen 130 000 Mitarbeiter. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Berlin ) (Quelle: )


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