11.03.2011

Liebling aller Senioren – Lindauer Pflegeheim setzt als erstes eine Roboter-Robbe bei der Betreuung Demenzkranker ein

Alltägliche kleine Wunder der Roboter-Robbe Emma

Liebling aller Senioren – Lindauer Pflegeheim setzt als erstes eine Roboter-Robbe bei der Betreuung Demenzkranker ein.
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Roboter Robbe Emma
 


Lindau (kw). Eine kuschelige, weiße Roboter-Robbe ist der Liebling fast aller Senioren in einem Lindauer Alten- und Pflegeheim. Nach Angaben der Leiterin Anke Franke ist das Maria-Martha-Stift der Evangelischen Diakonie die erste derartige Einrichtung im Freistaat, in der das in Japan entwickelte Kuscheltier mit hochtechnischem Innenleben zum Einsatz kommt.

„Wir haben freilich noch ganz viele andere Zugangswege, wie wir mit den Bewohnern in Kontakt treten, aber Emma bereichert einfach diese Palette.“ Und wie sie das tut. Zwei Pflegehelferinnen wurden in Hannover eigens geschult, um das Roboter-Tier, das die Universität Tokio als therapeutisches Mittel entwickelt hat, auch richtig einzusetzen. Es hat ein kuscheliges Fell, große schwarze Kulleraugen und ist gespickt mit Sensoren unter dem Fell, mit Lichtsensoren, Mikrophonen und so ist das Stofftier in der Lage, dem Anwender das Verhalten eines zuwendungsbedürftigen Jungtieres vorzugaukeln.

„Die Erfolge sind sichtbar“, freut sich Altenpflegehelferin Rosalinde Hopf. Ihre Chefin, Anke Franke, ist ebenfalls angetan, von der Bereicherung durch „Emma“. „Die gewinnt ja die Herzen im Nu mit ihren großen Kulleraugen und vollbringt alltäglich kleine Wunder. Sie löst zum Beispiel Sprachbarrieren und plötzlich erzählen die Bewohner, die sonst kaum ein Wort sagen, von früher und was sie für Tiere hatten.“ Die Fortschritte bei den Bewohnerinnen und Bewohnern seien vor allem für Fachkräfte zu sehen. Leiterin Franke berichtet von Patienten mit Kontraktionen in den Händen. „Wenn Emma kommt, greifen sie mit beiden Händen zu“.
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Sie ist der Liebling aller Senioren: Roboter-Robbe Emma.
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Während der Kaffeepause gehen die Leiterin und die Pflegerin zu den Seniorinnen im Aufenthaltsraum, die kuschelige Emma am Arm. Großes Hallo, als die Damen ihre Emma sehen. Nur eine Frau schüttelt den Kopf und meint, „das sei doch nur was für Demente“. Aber dement sind hier viele Patientinnen und sie haben Freude an dem Roboter mit den ungewöhnlichen Fähigkeiten. In Japan, den USA und auch in Dänemark wird die Roboter-Robbe schon seit einigen Jahren in Pflege- und Altenheimen mit Erfolg eingesetzt. Darüber hat sich die Lindauer Leiterin vor der Anschaffung überzeugt. Ein Sponsor hat das immerhin 5.000 Euro teure Gerät bezahlt.

Nur ganz vereinzelt gebe es Kritik von einigen wenigen Angehörigen an der Roboter-Robbe habe sie gehört, berichtet Anke Franke. Diese hätten Befürchtungen geäußert, dass das Kuscheltier menschliche Zuwendung ersetzen soll. „Nein, nein, bei uns ist Emma sehr beliebt und wir haben ja fast 90 Bewohner, da kommt die Roboter-Robbe sowieso nicht zu oft zu den einzelnen Personen“. Die Pflege und Betreuung werde ergänzt durch das Erlebnis mit Emma, keineswegs vernachlässigt.