03.02.2012

Vom 3. bis 5. Februar findet die 48. SiKo statt

Straßensperren, Politiker, Diskussionen - ANTENNE BAYERN erklärt die Sicherheitskonferenz 2012

Am Wochenende ist die sogenannten Sicherheitskonferenz in München. Aber was ist das eigentlich genau?
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Aktivisten gegen die Nato-Sicherheitskonferenz protestieren. (Archivfoto vom 26.01.2011)  (Foto: dpa)
 
(Foto: dpa)


Spitzenpolitiker und Experten aus rund 60 Ländern, Diskussionen, Demonstrationen, Straßensperren und Umleitungen. Wir klären die wichtigsten Fragen zur 48. Münchner Sicherheitskonferenz.

Ständig hört man von der sogenannten Sicherheitskonferenz in der Bayerischen Landeshauptstadt. Ein gigantisches Polizeiaufgebot soll hochrangige Politiker schützen. Rund um das Hotel Bayerischer Hof gibt es umfangreiche Absperrungen. Dieses Wochenende (03. bis 05. Februar 2012) findet die Veranstaltung bereits zum 48. Mal statt.

Worum gehts - Wer kommt?

Aber was ist das eigentlich genau? Wer kommt da hin, was wird besprochen und warum gibt es jedes Jahr wieder Demonstrationen gegen die „SiKo“? In unserer Galerie klären wir die wichtigsten Fragen rund um die Münchner Sicherheitskonferenz  2012.

Die Sicherheitskonferenz 2012

Wer kommt zur Sicherheitskonferenz?
Die wichtigsten Sicherheitsexperten der Welt treffen sich zu der Tagung. Das sind 2012 zehn Staats- und Regierungschefs sowie mehr als 40 Außen- und Verteidigungsminister aus aller Welt (unter anderem Verteidigungsminister Thomas de Maziére und US-Außenministerin Hillary Clinton und der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon).
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Die öffentliche Debatte über den Abzug des Westens aus Afghanistan ist nach Ansicht des Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, militärisch falsch.

«Man sollte möglichst dem Gegner, in diesem Fall den Taliban, nicht das Datum mitteilen, ab dem sie wieder freies Schussfeld haben», sagte Ischinger am Freitag im ARD-«Morgenmagazin». Die Debatte in den USA und in Frankreich über einen vorzeitigen Abzug sei reiner Wahlkampf und bedauerlich.

«Eigentlich braucht die Nato einen klaren Plan, den sollte sie dann aber für sich behalten und nicht den Taliban kommunizieren», sagte Ischinger in der ARD. Ähnlich äußerte er sich auch im Deutschlandfunk. Militärisch sei es sicherlich besser, den Gegner über die eigenen Pläne im Unklaren zu lassen. «Das steht in jedem militärischen Lehrbuch.» Allerdings zwinge der innenpolitische Druck Washington, Paris und Berlin zu symbolischen und tatsächlichen Schritten hin zur Beendigung des Krieges. In einer offenen und transparenten Demokratie könnten «solche Dinge» nicht geheimbleiben.

Dauer

Die 48. Münchner Sicherheitskonferenz beginnt am heutigen Freitag und dauert bis Sonntag. Dabei treffen sich Spitzenpolitiker und Experten aus rund 60 Ländern. Die privat organisierte Veranstaltung ist keine Regierungskonferenz. Beschlüsse fassen kann sie nicht.

Nato-Raketenabwehr Thema

Bei der Sicherheitskonferenz wird nach Ischingers Einschätzung auch die geplante Nato-Raketenabwehr in Europa eine Rolle spielen, die zu erheblichem Unmut in Russland führt. «Es geht ja nicht nur um die Frage, wie können wir uns effektiv gegen künftige Bedrohungen etwa aus dem Iran schützen. Sondern es geht auch um die Frage, kann man dieses Thema der Raketenabwehr zu einem neuen gemeinsamen Projekt auch der Vertrauensbildung zwischen West und Ost machen.» Die Gespräche seien bisher festgefahren. «Und ich denke, wir werden einige Kritik aus Moskau hier zu hören bekommen», sagte Ischinger in der ARD.

Basis in Ramstein 

Die Einsatzleitung der geplanten Raketenabwehr soll beim Nato-Luftwaffenkommando in Ramstein (Rheinland-Pfalz) liegen. Ischinger sagte im Bayerischen Rundfunk, man werde in München ganz konkrete Vorschläge diskutieren. «Wird es Möglichkeiten geben, dass die Daten dieser Kommandozentrale ausgetauscht werden mit einer Kommandozentrale, die die russische Föderation irgendwo an einem Orte X weiter östlich aufbaut?» Ischinger sprach von einer «Verschwisterung», «so dass die eine Seite von den Daten der anderen und umgekehrt profitiert, ohne dass man unbedingt beide Systeme zu einem System zusammenlegt».