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Sechzig Jahre, nachdem sie Königin wurde, hat sich die britische Queen symbolisch als Dienerin ihres Volkes gezeigt. Bescheidenheit war Thema des Tages - Pomp und Party kommen erst im Sommer.
Zu ihrem 60. Thronjubiläum hat Queen Elizabeth II. genau das gemacht, was sie Tag aus, Tag ein seit Jahrzehnten tut: Hände geschüttelt, gelächelt, gegrüßt, die Arbeit ganz normal arbeitender Menschen begutachtet und wertgeschätzt.
Bescheiden ging es zu an ihrem Ehrentag, sie besuchte eine Schule und ein Rathaus, nicht einmal ihre Kleidung war besonders festlich. Stattdessen erneuerte sie symbolgeladen ein Versprechen, das sie als Prinzessin schon vor ihrer Krönung gegeben hatte: Sie werde ihr Leben dem Dienst am Volk widmen, sagte sie damals und heute.
Zwar wird es im Juni bei schönerem Wetter noch eine große, mehrtägige und aufwendige Feier geben. Kenner der Königin betonen aber, dass es ihr wichtig war, den 6. Februar bescheiden und vor allem «unters Volk gemischt» zu verbringen. Normalerweise zieht sie sich am 6. Februar zurück, geht gar nicht an die Öffentlichkeit. Denn an diesem Tag im Jahr 1952 starb auch ihr Vater König George VI., während sich die junge Elizabeth mit ihrem Mann Prinz Philip in Kenia aufhielt. Als Prinzessin war sie abgereist, als Königin kam sie zurück.
«In diesem besonderen Jahr, in dem ich mich erneut in Euren Dienst stelle, hoffe ich, dass wir alle an die Kraft der Gemeinsamkeit und an die Stärke von Familie, Freundschaft und guter Nachbarschaft erinnert werden», hieß es in der Danksagung der 85 Jahre alten Queen. Gemeinschaft feiern - das ist das Motto, unter das Elizabeth ihr Jubiläumsjahr gestellt hat. Für das Feierwochenende vom 2. bis 5. Juni hat sie sich gewünscht, dass die Menschen im Königreich zu Straßenfesten oder gemeinsamen Mittagessen zusammenkommen.
In den 60 Jahren ihrer Regentschaft ist ihre Popularität gestiegen und gesunken, nach dem Tod von Prinzessin Diana 1997 wohl so tief wie selten zuvor. Der Jubiläumstag war keiner für Kritik an der Monarchie - doch die ist ohnehin verhalten. Im 60. Jahr auf dem Thron könnte die Queen kaum beliebter sein. «Ihr Ansehen und ihre Beliebtheit waren selten größer», urteilte die konservative britische «Times» am Montag. «Im ganzen Land, unter Menschen jeden Alters, jeder Religion und ethnischen Gruppe herrscht die Meinung vor, dass die Queen der Nation sehr gut gedient hat.»
«Wir sind alle sehr stolz auf sie und darauf, mit wie viel Würde sie ihre Pflichten wahrnimmt», sagte Mary Relph, die in der Kälte vor dem Rathaus von King's Lynn in der Grafschaft Norfolk auf den Queen-Besuch gewartet hatte.
Premierminister David Cameron forderte die Briten auf, sich bei der Königin zu bedanken. «Heute ist der Tag, an dem wir Ihrer Majestät der Königin Anerkennung für Ihre großartige Dienste zollen sollten.» Sie habe die Nation und den Staatenbund Commonwealth über sechs unterschiedlichste Jahrzehnte «geführt und vereint». Manche Menschen verstünden die britische Monarchie fälschlicherweise als «glitzerndes Ornament, als Dekoration des Lebens als Nation». Damit allerdings missverstehen sie laut Cameron die britische Verfassung - und unterschätzen die Queen. (Quelle: London (dpa/lby))
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