Persönliche Erfahrungsberichte
Südrumänien
Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Die Apfeldorfer Weihnachtstrucker in SüdrumänienNach einer tollen Verabschiedungsfeier in Landshut bei eisigen Temperaturen starteten am 26. Dezember gegen 12.30 Uhr 11 LKW’s
– darunter 6 von ATU – in Richtung Rumänien. Bis spät in die Nacht waren die Trucker unterwegs, ehe wir in Ungarn eine Pause einlegten um am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück die Reise fortzusetzen.
Am späten Abend des 27. Dezembers erreichten wir unser Ziel: ein kleines Dorf in der Nähe von Oderhellen/Siebenbürgen. Herzlich fiel die Begrüßung durch das Ehepaar Herbert und Elke Flöck aus, die bereits 2009 in Zusammenarbeit mit dem ATU-Team und einheimischen Organisationen eine Bilderbuchverteilung organisierten. Hierbei kam ihnen ihr Wissen um die Bedürfnisse der verschiedenen Einrichtungen und Menschen zu Gute, die sie in ihrer 17jährigen Erfahrung, durch die Gründung der Stiftung LIA-Rumänienhilfe, sammeln konnten. So wurden wir auch 2010 nicht enttäuscht und die Verteilung verlief mit gewohnter Perfektion.
Lediglich Frau Holle schien eine Freude daran zu haben, uns unsere Wege zu erschweren. Am 26. Dezember hatte es angefangen zu schneien und alle hatten mit den schneebedeckten Straßen zu kämpfen. Wer in Rumänien auf einen Winterdienst hofft, wird enttäuscht, denn der einzige „Winterdienst" dem wir begegnet sind waren Männer auf Kippern, die via Schaufel alle 3 – 4 Meter ein wenig Sand auf die Strassen streuten. Am 28. Dezember begannen wir mit der Verteilung der Pakete. Kleinere Gemeinden, Kinder- und Behindertenheime standen auf unseren Plänen und sorgten für beeindruckende Erlebnisse.Die Verteilung erstreckte sich über zwei Tage. Fahrer, die am ersten Tag nicht eingeteilt wurden, hatten die Gelegenheit, mit anderen Trucks mitzufahren und so bei der Verteilung mit anzupacken.
Für unseren HILTI-Truck hieß es erst am 29. Dezember ab ins Gebirge, in abgelegene Bergdörfer über schneebedeckte Pässe. Da die Besatzung unseres Brummis nicht zu den eingefleischten Berufskraftfahrern gehörte, war diese Fahrt eine echte Herausforderung und so manches Mal kam uns der Gedanke, ob wir unser Ziel auf diesem Weg wirklich erreichen würden.
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Die Weihnachtstrucker beim Aufwärmen in Rumänien-Süd.
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Auf 1700 Meter angekommen wurden wir jedoch für die Anstrengung belohnt. Uns bot ein traumhafter Anblick bei strahlendem Sonnenschein über eine märchenhafte Winterlandschaft, jedoch bei Temperaturen von ca. – 18° C. An den Abladestellen wurden wir bereits von unglaublich vielen Menschen sehnsüchtig erwartet.
Die Rumänen sind ein sehr hilfsbereites und dankbares Volk, denn überall wo wir auftauchten waren binnen Minuten zahlreiche Helfer zur Stelle, sodass zügig und erstaunlich zivilisiert entladen werden konnte. Mit Pferdefuhrwerken, Schlitten oder zu Fuß wurden die Pakete abtransportiert. Unzählige Male kamen die Menschen auf uns zu und bedankten sich für die Hilfe. Einheimische Unternehmer, aber auch deutsche Urlauber stellten kleinere Transporter zu Verfügung, um die Pakete in abgelegene Dörfer zu bringen, die wir mit unseren Sattelzügen aufgrund der widrigen Wetterbedingungen nicht erreichen konnten. Ein weiteres Ziel an diesem Tag war ein Behindertenheim. Ein Heim, in dem jedem Kind pro Tag 1 Euro für sämtliche Unterhaltskosten wie Essen, Kleidung, etc. zur Verfügung steht. Die Räume waren unglaublich kalt und in einem der Kinderzimmer lag ein Säugling. Man erklärte uns, dass dieses Kind an einer Lungenentzündung litt und man hoffe, es würde überleben.
Nach 4 Jahren Weihnachtstrucker waren wir schon einiges gewohnt, dennoch trifft einen diese unglaubliche Armut immer wieder aufs Neue. Auch als wir dabei sein durften, wie die Kinder einige Pakete öffneten. Zunächst, bei unserem Eintreffen, waren die Kinder irritiert durch die fremden Besucher, aber als es daran ging, die Pakete zu öffnen, war kein halten mehr. Die Freude in den Augen zu sehen war unbeschreiblich. Sie freuten sich nicht nur über die Kekse und Schokolade, die einigen gänzlich unbekannt zu sein schienen, nein, selbst die Zahnbürsten zauberten ein breites Lächeln in die Gesichter. Anschließend wurde uns die Kleinkinder- und Säuglingsabteilung gezeigt. Selbst ‚gestandene Mannsbilder’ hatten mit den Tränen zu kämpfen und nach wenigen Minuten brachen wir die Führung ab.Mit diesen Eindrücken ging es am Abend über die selben abenteuerlichen Straßen im Dunkeln zurück.
Nach einem gemeinsamen Abend mit allen Fahrern und regem Austausch des Erlebten hieß es am 30. Dezember Abschied nehmen. Es war nicht einfach nach zwei so erlebnisreichen Tagen abzureisen. Viele der Fahrer waren bereits zum zweiten Mal in Siebenbürgen und kannten auch das Ehepaar Flöck vom vergangenen Jahr, was den Abschied jedoch nicht leichter machte. Es ist noch immer unvorstellbar, dass einen Katzensprung entfernt Menschen oftmals nicht wissen, wie sie den Winter überstehen sollen. Kinder, die bei eisigen Temperaturen mit einer dünnen Jacke und Turnschuhen bekleidet dankbar ein Paket entgegen nehmen sind Grund genug um auch 2011 wieder ein Paket nach Rumänien zu bringen.
Für uns HILTI-Trucker Berti und Andrea, sowie Jochen und Flori – ein Team aus Biberach – war am 31. Dezember morgens um 8 Uhr die Heimreise zunächst zu Ende. Etwa 40 km vor unserer Haustüre waren die gesetzlichen Lenkzeiten ausgeschöpft und wir mussten eine Zwangspause von 4 Stunden einlegen. Die 4 Stunden waren gerade abgesessen, als wir voller Vorfreude die letzten Kilometer nach Hause fuhren. Silvester verbrachten wir mit unseren Familien, noch immer die Bilder der vergangenen Tage im Kopf. Das Leben und die eigenen Sorgen werden relativiert, wenn man an die existentiellen Probleme denkt, mit denen sich unsere Nachbarn herumschlagen müssen. Infos und weitere Fotos gibt es auch bei Facebook, wo mittlerweile eine eigene Antenne-Bayern-Weihnachtstrucker-Gruppe gegründet wurde, viele Fahrer Mitglied sind, ebenso wie die Fotografin Claudia Dönitz, die den Rumänienkonvoi begleitet hat. Zur Facebook-Seite kommen Sie hier.
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„Schön, dass ihr wieder da seid!“
...mit diesen Worten empfingen uns Elke und Herbert Flöck (Ansprechpartner der Johanniter vor Ort) am 28.12.2010, als wir nach unserer beschwerlichen Anreise über die winterlichen Straßen in Odorheiu Secuiesc (Rumänien) ankamen. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit unseren Partnern und Freunden, die im Vorfeld alles bestens organisiert hatten, ging es unmittelbar an die Verteilung der rund 15.000 Pakete in der Region. Drei Tage harter Arbeit lagen vor uns, denn die winterlichen Straßenverhältnisse und der strenge Frost machten uns schwer zu schaffen.
Doch die glücklichen Gesichter der – teilweise in bitterer Armut lebenden – Bevölkerung, ihr herzlicher Dank und die besondere Gastfreundschaft ließen uns alle Anstrengungen schnell vergessen. Trotz Kälte (bis minus 25 Grad) warteten die Bewohner der Dörfer und Gemeinden geduldig vor den Pfarrhäusern, um persönlich ein Päckchen in Empfang nehmen zu können. Wie im vergangenen Jahr besuchten wir auch Kinderheime und Pflegefamilien, in denen Menschen mit Behinderungen leben.
Die Freude über die Pakete aus Bayern war riesengroß, da die Lebensmittel in Rumänien teurer sind als in Deutschland und viele Bewohner der Region sich diese nicht leisten können. Sehr bewegende, aber auch schöne Tage liegen nun hinter uns. Ich weiß, dass unsere Hilfe bei den wirklich Bedürftigen ankommt. Ein sehr schönes Gefühl! Man lernt den „Luxus“, in dem wir leben, wieder zu schätzen. Frank Nauschütz, Konvoileiter Rumänien-Süd
Die Apfeldorfer Weihnachtstrucker in Südrumänien
Moldawien
Manche Kinder hatten noch nie Stifte bekommen! Man kann sich vorstellen, wie die gleich losgemalt haben!
Bosnien
Manfred Emmerling, Konvoileiter Bosnien, erzählt von seinen Erfahrungen.
Albanien
Persönlicher Erfahrungbericht von Christian Stögbauer
Nordrumänien
Die Erlebnisse von Konvoileiter Lorand Szüszner
Die Zielgebiete
In allen Zielgebieten helfen Sie mit Ihren Paketen Kindern, Familien, behinderten und alten Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben.
Die Partner 2010
Diese Unternehmen unterstützen im Jahr 2010 den ANTENNE BAYERN Weihnachtstrucker!
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