22.01.2019 | Anzeigen Erfolgreich im Beruf - zufrieden im Leben: Warum die Realschule eine gute Wahl ist

Nur ein Abitur führt zu beruflichem Erfolg? Weit gefehlt! Was ein Realschulabschluss wert ist und auf welche beruflichen Wege er führen kann, wird oft unterschätzt. Wir räumen damit auf und zeigen euch, was die Realschule wirklich kann!

Der allgemeine Irrglaube nach der vierten Klasse besagt: Das Gymnasium bildet und ist der wahre Weg zum Erfolg. Die Realschule dagegen rückt oft in den Hintergrund. Sie gilt nicht selten als ein Ort, wo diejenigen Schüler landen, die einen zu geringen Notendurchschnitt erreicht haben. Gemeinsam mit dem Bayerischen Realschullehrerverband wollen wir diese Vorurteile aus der Welt schaffen.

Was ist die Realschule eigentlich? 

Die Realschule ist eine weiterführende Schule, die deutlich praxisnäher sein soll als ein Gymnasium. Sie legt Wert auf Berufsorientierung und praktische Fähigkeiten. Schüler können sich dort sprachliche, sozialkundliche, technisch-naturwissenschaftliche oder wirtschaftliche Schwerpunkte setzen. Nach der zehnten Klasse kann die Mittlere Reife erworben werden - eine Abschlussprüfung, die viele Wege eröffnet. Es kann von dort aus weitergehen mit dem Besuch von Berufsfachschulen, Fachoberschulen oder auch eines Gymnasiums

Realschule: Besser oder schlechter?

Die Realschule ermöglicht also eine praxisorientierte Schulbildung. Damit ist sie allerdings nicht besser oder schlechter als das Gymnasium - sondern eine Typsache. Wie habt ihr euer Kind in der Grundschule wahrgenommen? Was sind seine Stärken und Schwächen? Ist es strebsam, ausgeglichen und fällt es ihm leicht, Hausaufgaben zu erledigen? Dann kann das Gymnasium die richtige Wahl sein. Kids, die eher praktische Kompetenzen haben und sich mit sturem Lernen schwer tun, entfalten sich hingegen besser auf einer Realschule. Dort ist der Praxisanteil höher, es wird nur eine Fremdsprache verlangt (eine zweite kann aber gern gewählt werden) und es wird eine lebensnahe Ausbildung vermittelt. Großer Vorteil: Die Realschule hält alle Bildungswege offen! Wichtig ist vor allem, dass euer Kind sich an der neuen Schule wohlfühlen wird. Es muss also seine persönlichen Fähigkeiten entwickeln und damit einhergehend mit Erfolgserlebnissen lernen können. 

  

Und danach? 

Beruflicher Erfolg ist nur mit einem Studium möglich? Dieser Ansatz ist längst veraltet. Wenn euer Sprößling allerdings gern studieren möchte, ist das auch mit einem Realschulabschluss möglich - und zwar viel entspannter. Nach der Mittleren Reife kann man die Fachhochschulreife oder auch das allgemeine Abitur nachholen, z.b. über eine Fachoberschule (FOS). Tolle Chancen mit allerlei weiterführenden Optionen gibt's allerdings auch, wenn man nach der Realschule direkt einen Ausbildungsberuf antritt. Das kann - relativ klassisch - ein handwerklicher oder kaufmännischer Beruf sein, aber das Spektrum ist riesig: In Bayern gibt es  auch Berufsfachschulen für technische, gewerbliche und gestalterische Berufe, IT-Berufe, Ernährung und Versorgung, gastgewerbliche Berufe und Sozial- und Kinderpflege, Berufe im Bereich Hotel- und Tourismus, Berufe des Gesundheitswesens, Fremdsprachenberufe und für Musik. 

Erfolgreich im Beruf - zufrieden im Leben

Es ist also für jede Eignung etwas dabei. Warum euer Kind durch ein streng getaktetes Gymnasium scheuchen - inklusive Nachhilfe, Lernstress und Leistungsdruck - wenn es individuell und in seinem Tempo einen Realschulabschluss erwerben kann und danach immer noch alle Türen offen hat?! Denn ein Studienabschluss ist heutzutage keine Garantie mehr für einen sicheren und guten Job. Oftmals ist ein Quereinstieg oder ein langsamer Aufstieg über einen Ausbildungsberuf hin in höhere Etagen weitaus erfolgversprechender. So startet ihr gelassen und zufrieden in eure Zukunft!

Infos zum Realschullehrerverband

Was ist der Realschullehrerverband eigentlich? Der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) ist die starke Stimme der Realschullehrkräfte, die in Politik, Wirtschaft und Medien Gehör findet. Der Verband vertritt die Interessen und Rechte seiner Mitglieder gegenüber der Staatsregierung und setzt sich seit Jahrzehnten erfolgreich für eine positive Weiterentwicklung der Schulart Realschule sowie die standespolitischen Anliegen ihrer Lehrkräfte ein.

Dabei hat er schon allerhand geschafft: 

  • Erhalt des Beamtenstatus für Lehrkräfte
  • Schaffung neuer Planstellen, kontinuierlich steigende Einstellungszahlen
  • Einführung der Erweiterten Schulleitung
  • Reduzierung der Unterrichtspflichtzeit
  • Schaffung zahlreicher Beförderungsmöglichkeiten für Lehrkräfte an Realschulen
  • Weiterführung der Altersteilzeit
  • Laufende Besoldungsanpassungen mit Übertragung auch auf Pensionäre und Referendare

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