06.04.2021 | Familie & Kinder Kinder und moderne digitale Medien - Chancen und Gefahren

Moderne Medien sind aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Kinder werden dadurch schon früher denn je mit digitalen Medien konfrontiert. Worauf ihr als Eltern deshalb achten müsst, erfahrt ihr bei uns.

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Gerade Smartphones, aber natürlich auch Computer und Tablets begleiten unseren Alltag sowohl in der Freizeit als auch bei der Arbeit. Das gilt nicht nur im Erwachsenen-, sondern zunehmend schon im Jugend- und Kindesalter. Oft wird dieser Umstand bedauert und es heißt, dass die digitalen Medien Gift seien für das gesunde Heranwachsen von Kindern. Sicherlich kann gerade übermäßiger Medienkonsum Kindern schaden. Trotzdem hat das Internet nicht nur Nachteile, sondern auch zahlreiche Vorteile mit sich gebracht. Sinnvoll ist daher, die digitalen Medien nicht gänzlich von dem Kind fernzuhalten, was ohnehin kaum noch möglich ist, sondern sie als Chance zu begreifen. Denn Kinder sollten so früh wie möglich Medienkompetenz erlangen, um sich einen gesunden Umgang mit den digitalen Medien anzueignen und sich vor potenziellen Gefahren zu schützen.

Der moderne Alltag und die Präsenz digitaler Medien 

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Viele Kinder kommen heutzutage von klein auf mit digitalen Medien in Berührung – direkt oder indirekt. Wenn ihre Eltern das Smartphone in der Hand haben, wenn im Hintergrund der Fernseher läuft, wenn das Tablet eingeschaltet auf dem Esstisch liegt…in all diesen Fällen kommt ein Erstkontakt des Kindes zu den Medien zustande und solche Fälle sind in vielen deutschen Haushalten alles andere als eine Seltenheit. Auch der aktive Kontakt mit digitalen Medien findet heutzutage meist weit vor dem sechsten Geburtstag statt. Je häufiger die Kinder beobachten, dass ihr soziales Umfeld scheinbar großes Interesse an den Medien zeigt, desto größer wird ihr Drang, diese selbst zu „erforschen“. Gleichzeitig sind Babys und Kleinkinder schon früh fasziniert von blinkenden Bildschirmen oder Stimmen aus Radio, Fernseher & Co, obwohl sie die Inhalte noch nicht verstehen.

Fakt ist also, dass es für Eltern beinahe unmöglich geworden ist, den Kontakt ihrer Kinder mit Medien in sämtlichen Formen zu verhindern. Das gilt spätestens, wenn diese alt genug sind, um in den Kindergarten beziehungsweise in die Schule zu gehen oder bei Freunden zu übernachten – eben so alt, dass die Eltern nicht mehr die vollständige Kontrolle behalten können. Es wäre daher die falsche Strategie, Kinder zwanghaft von digitalen Medien fernhalten zu wollen. Denn je strikter das Verbot, desto reizvoller ist es bekanntlich für Kinder, dieses zu brechen. Schließlich wirken die Medien dadurch nur umso faszinierender. Wichtig ist stattdessen, einen „richtigen“ Umgang mit den digitalen Medien in der Kindererziehung zu finden. Er stellt somit eine der größten Herausforderungen für Eltern im Alltag dar.

Digitale Medien als Chance begreifen und nicht verteufeln 

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Wenn ihr die Medien bislang vor allem als Gefahr für eure Kinder betrachtet habt, ist das alles andere als ungewöhnlich. Durchaus bergen sie gewisse Risiken, doch dazu später mehr. Allerdings ist es wichtig, dass die Kinder frühzeitig lernen, mit diesen Gefahren umzugehen und sich selbst davor zu schützen – denn ihr als Eltern könnt nicht für immer die Kontrolle behalten. Wer also seine Kinder lange Zeit von digitalen Medien fernhält und diese somit erst im späteren Kindes- oder im Jugendalter mit diesen in Berührung kommen, sind die Risiken deutlich größer, da ein Bewusstsein für die Gefahren und den richtigen Umgang mit diesen fehlt. Digitale Medien selbst sind stattdessen die beste Chance, die Kinder vor jenen Risiken zu schützen, die sie mit sich bringen; so ironisch das auf den ersten Blick auch klingen mag.

Aber digitale Medien sind noch in einer weiteren Hinsicht als Chance zu betrachten: Auch im Berufsleben spielen diese mittlerweile eine unverzichtbare Rolle. Medienkompetenzen werden von Arbeitgebern nicht nur geschätzt, sondern schlichtweg vorausgesetzt. Menschen ohne entsprechende Kompetenzen haben es daher in Bewerbungsprozessen, aber auch bei Beförderungen oder weiteren wichtigen Entscheidungen schwer(er) sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Bereits in der Schule werden daher vermehrt Medienkompetenzen gelehrt oder ebenfalls vorausgesetzt. Wer sein Kind von diesen modernen Medien aber bis dato vollständig fernhält, verschafft ihm dadurch einen Nachteil, der negative Konsequenzen für das gesamte weitere Schul- und Berufsleben bringen kann. Es ist daher ein Stück weit auch eine Frage der Fairness, euer Kind auf diese modernen Anforderungen richtig vorzubereiten.

Diese mögen die zwei wichtigsten Gründe sein, um die digitalen Medien eben nicht vollständig aus dem Leben eures Kindes zu verbannen, sondern bewusst zu integrieren – aber richtig. Hinzu kommt, dass die Medien noch weitere Chancen mit sich bringen, die ihr nutzen könnt und solltet, dem Kind sowie euch selbst zuliebe. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Lernen durch Videospiele

Videospiele werden von vielen Eltern per se als etwas Schlechtes betrachtet. Dabei gilt es jedoch zu differenzieren. Denn die Auswahl an Spielen ist groß und viele von ihnen können eurem Kind durchaus Wertvolles vermitteln. Das spielerische Lernen, auch Gamification genannt, kann zahlreiche Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Lernen, beispielsweise per Präsenzunterricht, mit sich bringen. Es macht Kindern schlichtweg mehr Spaß, wirkt dadurch motivierend und führt zu größeren sowie schnelleren Lernerfolgen. Wer die Videospiele daher richtig auswählt und dosiert, kann sein Kind durch digitale Medien aktiv fördern. 

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  • Kommunikation und soziale Interaktion über das Internet

Ein Großteil der Kommunikation läuft heutzutage über digitale Medien wie das Smartphone ab. Spätestens, wenn euer Kind schreiben sowie lesen kann, und somit theoretisch in der Lage zum Chatten & Co wäre, wird daher der Wunsch aufkommen, die modernen Möglichkeiten zu nutzen. Seien es WhatsApp oder Social-Media-Kanäle wie Instagram: Wer solche Kanäle nicht nutzt, wird heutzutage schnell zum Außenseiter. Es ist daher wichtig, dass euer Kind zur richtigen Zeit die Möglichkeit zur Kommunikation und sozialen Interaktion über das Internet bekommt, um mit der „Peergroup“ mithalten zu können, was für eine gesunde Entwicklung unglaublich wichtig ist. Je früher das Kind dann gelernt hat, diese Möglichkeiten richtig zu nutzen, desto geringer sind die vom Internet ausgehenden Gefahren.

  • Mehr Sicherheit durch bessere Erreichbarkeit

Zuletzt können sowohl Kinder als auch Eltern von der besseren Erreichbarkeit durch digitale Medien profitieren. Das betrifft in erster Linie das Smartphone oder moderne Smartwatches, denn diese können euch eine erhöhte Sicherheit geben, wenn es um die Unversehrtheit eurer Kinder geht. Sie erlauben euch, besser nachzuvollziehen, wo sich das Kind aufhält. Zudem wisst ihr, dass es jederzeit Hilfe rufen kann, falls es in eine Notlage gerät – oder schlichtweg mit einer unvorhergesehenen Situation überfordert ist. Es empfiehlt sich, dafür kindgerechte Geräte wie spezielle Smartwatches für Kinder zu nutzen, denn diese bringen Vorteile mit sich wie eine einfache Bedienung und maximale Sicherheit. Sie sollen also in keiner Weise eine Kontrolle darstellen, sondern sozusagen einen Notanker für beide Seiten. Hier gilt es somit, ein gesundes Mittelmaß zu finden, dann sind die modernen Medien durchaus eine Chance und können für das Kind sogar mehr Freiheit bedeuten anstatt weniger.

Können digitale Medien Kindern schaden?

Es gibt also viele gute Gründe, um moderne Medien nicht zu verteufeln. Stattdessen gilt es, ihre Chancen zu erkennen und gezielt zu nutzen, dann kommen sie sowohl den Eltern als auch den Kindern zugute. Trotzdem können digitale Medien Kindern schaden und daher ist es wichtig, ebenso die Gefahren zu kennen und zu berücksichtigen. Zahlreiche Studien wurden zu diesem Thema bereits durchgeführt und diese kamen unter anderem zu den Erkenntnissen, dass diese die größten Risiken durch eine (übermäßige) Mediennutzung bei Kindern sind:

1. Bewegungsmangel durch einseitige mediale Aktivitäten

Dass Bewegung für eine gute Gesundheit unverzichtbar ist, ist kein Geheimnis. Das gilt bereits im Kindesalter und hier festigen sich auch die Gewohnheiten für das gesamte Leben. Kinder, die sich viel bewegen, werden also mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene bewegungsfreudig(er) sein. Wenn hingegen schon die Kindheit durch einen Bewegungsmangel geprägt ist, ist die Gefahr hoch, das sich dieser durch das gesamte Leben zieht und somit zur gesundheitlichen Gefahr wird. Bereits bei Kindern können Übergewicht, Haltungsschäden oder eine mangelnde geistige sowie körperliche Leistungsfähigkeit die Folge sein. Spätfolgen des Bewegungsmangels reichen bis hin zu Schlaganfällen oder einem Herzinfarkt und können daher tödlich enden. Eine häufige Ursache für einen solchen Bewegungsmangel im Kindesalter sind tatsächlich digitale Medien, sprich die Kinder verbringen zu viel Zeit im Sitzen vor Tablet, Fernseher, Spielekonsole & Co.

2. Soziale Abspaltung und Einsamkeit

Dass die Freizeit immer häufiger mit solchen digitalen Medien gefüllt wird, führt aber nicht nur zu einem Bewegungsmangel, sondern kann auch Einsamkeit hervorrufen. Anstatt also, wie früher üblich, mit Freunden zu spielen, wird die Freizeit zunehmend alleine verbracht. Die Kommunikation mit Freunden findet, wenn überhaupt, ebenfalls bevorzugt über moderne Medien statt – kann aber den persönlichen Kontakt in qualitativer Hinsicht nicht ersetzen. Einsamkeit wird daher immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem, und zwar bereits im Kindes- sowie Jugendalter. Doch auch sie kann verheerende Folgen für die psychische sowie physische Gesundheit haben;sogar schlimmere als Übergewicht, wie Studien mittlerweile belegt haben.

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3. Die kindliche Psyche

Es sind nicht nur diese indirekten Auswirkungen der digitalen Medien, die für Kinder nachteilig sein können. Sie haben stattdessen auch einen direkten Einfluss auf die psychische Entwicklung eures Kindes: Um sich gesund zu entwickeln, müssen Kinder neue Eindrücke mit all ihren Sinnen erleben können. Sie wollen diese sehen, fühlen, riechen, schmecken; nicht ohne Grund wird in einem gewissen Stadium alles in den Mund gesteckt. Vor allem bis zum dritten Lebensjahr ist es essentiell, dass Kinder ihr Umfeld mit all diesen Sinnen erforschen. Erste Medienerfahrungen, vor allem in Form von Musik, Hörgeschichten oder Bilderbüchern, sind zwar möglich, sollten aber wohldosiert werden.

Dass Babys und Kleinkinder eine gewisse Begeisterung für digitale Medien zeigen, ist vollkommen normal. Das sollte Eltern aber nicht dazu verleiten, ihnen einen übermäßigen Konsum zu erlauben oder jenen von Inhalten, die für das Alter noch nicht angemessen sind. Ansonsten drohen Kleinkinder mit Aggression, Erschöpfung oder Nervosität zu reagieren, die sich für das gesamte Leben festigen können. Es handelt sich dabei um Zeichen einer Überforderung. Digitale Medien können in Kindern sowie Jugendlichen also einen gewissen Stress auslösen, wodurch weitere Folgen die Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen hervorgerufen werden können. Zuletzt entsteht vor allem durch Social Media, aber auch durch Fernsehserien oder weitere Medieninhalte die Gefahr unrealistischer Erwartungen – an sich selbst oder an andere Personen. Das kann zu sozialen Problemen bis hin zu einer Beziehungsunfähigkeit, zu Minderwertigkeitskomplexen bis hin zu Essstörungen oder ähnlichen Konsequenzen führen.

4. Wenn die Mediennutzung der Eltern das Problem ist

Manchmal ist es nicht einmal der eigene Medienkonsum, der für Kinder zum Problem wird, sondern jener der Eltern. Es gilt daher auch, euch selbst kritisch zu hinterfragen und eine Vorbildrolle einzunehmen. Denn nicht nur, dass Kinder die Mediennutzung der Eltern imitieren und daher selbst zu einem ständigen Konsum neigen könnten, wenn sie diesen bei ihren Elternteilen beobachten. Sie können sich dadurch auch – bewusst oder unbewusst – vernachlässigt fühlen. Ihr dürft nicht unterschätzen, wie viel bereits ein Neugeborenes wahrnimmt und es merkt durchaus, wenn die Aufmerksamkeit der Mutter oder des Vaters mehr auf digitalen Medien liegt als auf ihm. Selbiges gilt im Kleinkind- und Kindesalter. Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, und zwar vollständig, sprich mit Ohren, Augen, Händen und ja, auch gedanklich.

Mediensucht und Abhängigkeiten erkennen 

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Wenn die Eltern den Kindern eine Mediensucht vorleben, ist also die Gefahr groß, dass diese eine solche selbst entwickeln. Auch deshalb ist es so wichtig, diesbezüglich ein gutes Vorbild zu sein – und ein eventuelles süchtiges Verhalten bei sich selbst zu erkennen sowie zu behandeln. Doch es kann noch weitere Gründe geben, und zwar unabhängig von den Eltern, weshalb ein Kind eine Abhängigkeit von modernen Medien entwickelt. Wichtig ist daher neben der Selbstreflexion auch, euer Kind mit wachen Augen zu beobachten, um eine potenzielle Mediensucht frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden, bevor sie sich manifestiert. Alarmzeichen sind zum Beispiel:

  • zunehmende soziale Isolation
  • Aggressivität bei „Medienentzug“
  • psychische Begleiterscheinungen wie Angstzustände oder Depressionen
  • Vernachlässigung von Verpflichtungen
  • Fokussierung auf die Medien
  • körperliche Symptome wie Schwitzen oder Zittern

Häufig betrifft die Sucht ein bestimmtes Medium, beispielsweise das Internet, das Fernsehen oder die Spielekonsole. Solltet ihr ein solches Verhalten bei eurem Kind beobachten, ist schnelles Handeln gefragt. Dann gilt es, professionelle Hilfe zu suchen. Ein Kinder- oder Jugendpsychologe ist dafür die beste Anlaufstelle, am besten mit Spezialisierung beziehungsweise ausreichend Erfahrung im Bereich der Mediensucht. Auch gibt es mittlerweile Online-Ambulanzen beziehungsweise -Sprechstunden zum Thema.

Medienkompetenz – Warum sie so wichtig ist

Um eine Mediensucht oder weitere negative Folgen digitaler Medien für euer Kind präventiv zu verhindern, ist es wichtig, den Medienkonsum zu steuern. Das bedeutet, je nach Alter des Kindes, diesen zu beschränken und die konsumierten Inhalte zu kontrollieren. Auch Verbote können gegebenenfalls helfen, sollten für das Kind aber stets nachvollziehbar sein. Ziel ist, dass es eine dem jeweiligen Alter angemessene Medienkompetenz entwickelt, sodass es im späteren Kindes- sowie im Jugend- und Erwachsenenalter selbständig „richtig“ mit digitalen Medien umgehen kann. Das bedeutet ein gesundes Maß. Das bedeutet die richtigen Inhalte. Und das bedeutet auch einen Selbstschutz vor potenziellen Gefahren, seien sie finanzieller, psychischer, sexueller oder anderer Art.

Weiterhin bedeutet Medienkompetenz, wie bereits erwähnt, euer Kind bestmöglich für das Schul- und anschließende Arbeitsleben zu rüsten. Medienkompetenzen umfassen somit auch das Ein- und Ausschalten von Geräten, das Bedienen von Softwareprogrammen und Apps, das (schnelle) Tippen auf einer Tastatur oder grundlegende Fertigkeiten wie die Erstellung einer Präsentation – eben je nach Alter der Kinder beziehungsweise Jugendlichen. Spätestens, wenn das Kind in die Schule kommt, sollte es also die Grundlagen der Bedienung von Smartphone, Tablet und Computer beherrschen. Diese Medienerziehung kann spielerisch gestaltet werden, denn so lernt das Kind all diese Medienkompetenzen quasi nebenbei und freut sich jedes Mal, wenn es „Bildschirmzeit“ bekommt. Ihr könnt sozusagen das Schöne mit dem Nützlichen verbinden.

Digitale Medien in der Familie: Wichtige Tipps zum richtigen Umgang

Medienkompetenzen und Medienerziehung sind somit zwei wichtige Stichworte für Eltern in der heutigen Zeit. Es handelt sich um ein Thema, das nicht vernachlässigt werden darf, während Medien trotzdem keine allzu dominante Rolle im Leben der Kinder spielen sollten – zumindest zu Beginn. Ein Balanceakt also, der nicht immer einfach ist, aber mit folgenden Tipps gelingen kann:

  • Wie bereits erwähnt, besteht der erste Schritt darin, euren eigenen Medienkonsum zu reflektieren und zu optimieren, um als gutes Vorbild zu dienen.
  • Kinder sollten lieber zu wenig Medienkonsum haben als zu viel. Hierfür gibt es konkrete Empfehlungen, die als Orientierung dienen können.
  • Spezielle Apps oder Software zum Schutz der Kinder dienen als hilfreiche Unterstützung, allerdings solltet ihr euch darauf niemals blind verlassen.
  • Es gilt daher, zu kontrollieren, welche Inhalte die Kinder konsumieren und ihnen diesbezüglich nur langsam sowie altersangemessen mehr Freiheiten einzuräumen.
  • Erklären ist wichtig. Das gilt für Regeln, das gilt für Begriffe, das gilt für Gefahren, das gilt für Inhalte und viele weitere Dinge rund um digitale Medien. Ziel sollte sein, dass euer Kind versteht, wie es sich richtig verhält und weshalb.
  • Je älter das Kind wird, desto mehr Selbstbestimmung könnt ihr ihm bezüglich der Mediennutzung einräumen – sofern ihr das Gefühl habt, dass es mit dieser verantwortungsvoll umgeht.
  • Gerade bei den Gefahren ist es wichtig, diese gezielt sowie immer wieder zu thematisieren. Denn nur, wenn euer Kind die Risiken kennt, kann es sie auch erkennen. Und nur, wenn es sie erkennt, kann es sich davor schützen.
  • Vor allem im Internet ist äußerste Vorsicht geboten, sodass Kinder unter zwölf Jahren niemals unbeaufsichtigt darauf Zugriff haben sollten. Medienzeit bedeutet für die Eltern also nicht Entspannung, weil das Kind beschäftigt ist, sondern aktive sowie gemeinsame Zeit vor dem Bildschirm.
  • Die Medienzeit, die eurem Kind je nach Alter und Vereinbarung zusteht, sollte zudem sinnvoll genutzt werden, beispielsweise mit Lernspielen. Manchmal darf aber natürlich auch einfach der Spaß im Vordergrund stehen.

Schlussendlich gibt es nicht das eine Patentrezept für die Medienerziehung. Es gilt jedoch das Motto: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Dann können digitale Medien zu einer Chance für euer Kind werden anstatt zu einem Risiko. Solltet ihr Fragen haben oder Hilfe benötigen, könnt ihr euch zudem an Pädagogen, an Medienberater, Kinderpsychologen oder weitere sachverständige Personen eures Vertrauens wenden.