24.05.2017 | Familie & Kinder Schaffen Sie das Seepferdchen? Das sollten Sie am See und im Freibad beachten.

Die Badesaison naht und viele bayerische Seen locken sonnenhungrige Gäste. Doch beim Schwimmen heißt es vorsichtig sein. Immer wieder gibt es Badeunfälle. Grund sind häufig mangelnde Schwimmfähigkeiten. Und das nicht nur bei Grundschülern...

Schaffen Sie das Seepferdchen? - Jetzt für die Badesaison 2015 vorbereiten!

Die wichtigsten Regeln für das Baden im See

  • 1. Befindlichkeit checken

    Es klingt banal und sollte selbstverständlich sein, aber gehen Sie nur schwimme, wenn Sie sich wirklich fit fühlen. Auf keinen Fall mit Kopfschmerzen, Fieber oder ansteckenden Krankheiten. Wenn Sie Probleme mit dem Herzen, der Lunge oder den Ohren haben, fragen Sie bitte einen Arzt.

  • 2. Immer mit der Ruhe

    So verlockend es bei großer Hitze auch ist, sich einfach in die Fluten zu stürzen. Tun Sie es nicht. Gewöhnen Sie Ihren Körper langsam an die Temperatur, indem Sie vor allem Puls und Schläfen mit dem Wasser benetzen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, einen Herzschlag zu bekommen.

  • 3. Zitterpartie

    Vor allem Kinder kennen Ihre Grenzen noch nicht so recht. Bei blauen Lippen, Gänsehaut oder blassen Füßen gilt ebenfalls: Raus aus dem Wasser! Denn das sind Anzeichen der Unterkühlung. Die Muskulatur zieht sich zusammen und es droht ein Krampf.

  • Ohren okay?

    Wenn Sie Probleme mit Ihren Ohren haben, z.B. eine Mittelohrentzündung, dürfen Sie nicht tauchen oder springen. Das Wasser drückt auf das Innenohr und auf das Gleichgewichtsorgan. Gefährlich!

  • 5. Ein voller Bauch schwimmt nicht gern

    Gehen Sie nicht mit vollem Magen schwimmen. Der Körper braucht zur Verdauung viel Energie - wenn man dann ins Wasser geht, kann man in Ohnmacht fallen (ungünstige Situation im tiefen Wasser) oder sogar einen Herzanfall bekommen.

  • 6. sonnen-sicher

    Das hat zwar nur indirekt mit Baden zu tun aber achten Sie unbedingt auf einen guten Sonnenschutz. Legen Sie sich nicht zu lange in die pralle Sonne und bedenken Sie, dass man im Wasser sehr wohl einen Sonnenbrand bekommen kann. Trocknen Sie sich hinterher gut ab. Denn die kleinen Wassertropfen haben den gleichen Effekt wie eine Lupe auf der Haut.

  • 7. Raus aus den Klamotten

    Mama hat früher immer gepredigt dass man die nassen Klamotten ausziehen soll wenn man aus dem Wasser kommt. Egal wie heiß es ist. Und sie hatte Recht. Mit nassen Sachen holt man sich auch bei einer leichten Brise schnell eine Erkältung und wer schon einmal eine Blasenentzündung hatte, weiß dass das äußert schmerzhaft sein kann.

  • 8. Vorsicht vor Unbekanntem

    Bei unbekannten Gewässern sollten Sie besonders vorsichtig sein. Erst Recht wenn die Sicht im Wasser schlecht ist, z.B. durch Algen. Im See können viele Gefahren lauern. Spitze Steine, leider auch oft Glasscherben oder Schilf und Pflanzenteile in denen man sich verheddern kann.

  • 9. Kraftakt

    Muten Sie sich nicht zuviel zu. Wenn Sie auf einer längeren Strecke die Kraft verlässt, kann das böse ausgehen. Sie müssen mit niemandem mithalten oder sich zu Waghalsigkeiten verleiten lassen. Schwimmen Sie am besten zu zweit.

  • 10. Regelwerk

    Lesen Sie sich die Baderegeln vor Ort durch. An den meisten Seen sind Tafeln aufgestellt, die auf die örtlichen Gegebenheiten eingehen. Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit und werfen Sie nichts ins Wasser. Sie haben ja auch keine Lust auf einer vermüllten Wiese zu liegen.

Endlich Sonne im Freistaat - an den bayerischen Seen herrscht Hochbetrieb! Ob am Chiemsee in Oberbayern, dem Brombachsee in Franken oder am Bodensee in Schwaben. Die Bayern verbringen ihre Freizeit im Sommer wieder bevorzugt am Wasser. Picknick am Ufer, ein Sonnenbad mitten in der Natur, eine Runde grillen oder eine Radtour mit herrlichem Seepanorama. Und natürlich: Schwimmen, baden, tauchen! Doch was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wird für viele Bayern zur Gefahr. Angefangen bei den Kleinsten!

Jeder sechste Grundschüler zwischen sechs und zehn Jahren kann NICHT schwimmen. Sie verlassen die Grundschule ohne ein Schwimmabzeichen. Nicht einmal das Seepferdchen könnten sie schaffen. Und dafür müssten sie nur 25 Meter schwimmen und einen Ring aus schulter-tiefem Wasser holen. Unkoordinierte Paddelbewegungen und die falsche Atemtechnik sind nur zwei Beispiele für die Dramatik der Lage. Ein Schock für die Eltern! Schließlich verlassen sich viele darauf, dass Ihre Sprösslinge in der Schule Schwimmunterricht bekommen. Doch da gibt es oft Engpässe. Deshalb sind zusätzliche Schwimmkurse neben der Schule oft ratsam. 

Gründe für die Badeunfälle gibt es aber viele. Die häufigsten sind akute Erkrankungen, mangelnde Schwimmfähigkeiten oder Übermut. Und damit genau das NICHT passiert, haben wir hier die wichtigsten Tipps für das Schwimmen in Seen und wie Sie bei Badeunfällen helfen können:

Das ist zu tun bei Badeunfällen

  • 1: Die wichtigsten Regeln zur Unfallverhütung

    Verlassen Sie das Wasser, sobald Sie frieren. Springen Sie nicht überhitzt ins Wasser. Lassen Sie Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt. Gehen Sie nicht mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser. Schwimmen Sie nicht alkoholisiert oder unter Einfluss von Drogen. Schwimmen sie weite Strecken nicht allein. Springen Sie nur ins Wasser, wenn es tief genug ist und gesichert ist, dass sich unter Wasser keine Hindernisse befinden. Meiden Sie sumpfige, stark bewachsene oder stark befahrene Gewässer. Verlassen Sie das Wasser bei Gewitter, Starkregen, starker Strömung und starkem Wellengang. Überschätzen Sie sich nicht. Beachten Sie immer die Baderegeln.

  • 2: Hilfe holen und nur von einem sicheren Standort helfen

    Bei einem Badeunfall sollten Sie in jedem Fall zunächst einen Notruf über die Nummer 112 veranlassen. Ein Ertrinkender gerät oft in Panik, schlägt unkontrolliert um sich und versucht, sich an jedem greifbaren Gegenstand festzuhalten – auch an seinem Retter. Wer nicht als Retter ausgebildet ist, sollte nicht ins Wasser gehen. Starten Sie eine Rettung wenn möglich immer vom Ufer aus. Werfen Sie dem Unfallopfer einen Rettungsring oder ein anderes schwimmfähiges Hilfsmittel zu.

  • 3: Unterkühlung stoppen und Atmung wiederherstellen

    Um die Unterkühlung auch im Sommer zu stoppen, ziehen sie dem Unfallopfer vorsichtig und ohne große Bewegung die nasse Kleidung aus und decken Sie es mit der Rettungsdecke aus dem Verbandkasten zu (silberne Seite nach innen). Rufen Sie den Rettungsdienst. Bei Bewusstlosigkeit kontrollieren Sie, ob die Person atmet. Ist dies der Fall, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Beobachten Sie immer wieder die Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und nicht normaler Atmung beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Beginnen Sie hier ausnahmsweise mit der zweifachen Beatmung, dann geben Sie 30 Mal Druckmassage. Ein Sprung ins seichte Wasser oder ein Sturz, beispielsweise an der Wasserrutsche, können Verletzungen an der Wirbelsäule zur Folge haben. Sollte die Person kein Gefühl in den Beinen haben, darf diese nicht bewegt werden. Warten Sie ab, bis der Rettungsdienst eintrifft. 

  • 4: Achten Sie besonders auf Kinder im Wasser!

    Behalten Sie Kinder im Wasser besonders im Blick. Eine weithin sichtbare und auffällige Kopfbedeckung kann dabei helfen und bietet zusätzlichen Schutz vor Sonneneinstrahlung. Besonders bei kleinen Kindern kommt es vor, dass sie beispielsweise bei einem unbeabsichtigten Sturz ins Wasser einen Stimmritzenkrampf erleiden. Dabei können die Atemwege blockiert werden. Im Wasser kann dies zur Bewusstlosigkeit führen. Zeigt ein Kind keine Lebenszeichen, hat es einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst. Beginnen sie dann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Beginnen Sie mit der zweifachen Beatmung, dann geben Sie 30 Mal Druckmassage. Sobald das Kind wieder atmet, muss es in die stabile Seitenlage gebracht und warm gehalten werden. Bleiben Sie solange bei dem Kind, bis der Notarzt eintrifft.