21.07.2021 | Geld & Recht Dein Girokonto im Griff - das Risiko des Dispokredits verstehen

Vielleicht kennst du es: Bei den vielen Wünschen des Lebens fehlt manchmal das nötige Kleingeld. Wenn du deine alltäglichen Finanzen über ein Girokonto abwickelst, wirst du vielleicht gelegentlich auf den Dispokredit des Kontos zurückgreifen. Was für einen kurzen Zeitraum eine sinnvolle Überlegung ist, kann langfristig zur Schuldenfalle werden. Dabei hält der Kreditmarkt starke Alternativen für dich bereit.

Wenn das Konto plötzlich mehr ist

Es kann manchmal ganz schnell gehen: Du planst einen Urlaub in Bayern oder dem Ausland, gönnst dir eine ausgiebige Shoppingtour und schon ist das Girokonto wieder leer. Wenn noch einige Tage des Monats übrig sind, ist der Dispokredit oder kurz Dispo ein Weg, um zahlungsfähig zu bleiben. Deine Bank hat dir eine Kreditlinie zugeteilt, die du für deine finanziellen Freiheiten nutzen kannst. So kannst du über mehr Geld verfügen, bis der nächste Gehaltseingang stattfindet.

Der Dispo ist praktisch und wird von vielen Haushalten zum Monatsende hin gerne genutzt. Leider hat diese Art der Kreditfinanzierung einen riesigen Nachteil: Die Schuldzinsen liegen deutlich höher als bei einem klassischen Rahmenkredit. Sobald du in die Roten Zahlen deines Girokontos gehst, zahlst du deiner Bank also einen richtig teuren Strafzins.

Was für wenige Tage mal in Ordnung sein kann, wird für nicht wenige Haushalte zum großen Problem. Fehlt dauerhaft Geld, kommen manche nicht mehr aus dem Dispo heraus und zahlen Monat für Monat horrend teure Kreditzinsen. Spätestens hier ist nach einer finanziellen Alternative zu suchen, ansonsten können gravierende Konsequenzen wie eine private Insolvenz drohen.

Die Umschuldung als besseren Weg erkennen

Dass so viele Haushalte den Dispo des Girokontos nutzen, hat vor allem mit Bequemlichkeit zu nutzen. Der flexible Kreditrahmen kann jederzeit beansprucht werden, ohne dass sich der Kontoinhaber um den Abschluss eines vollwertigen Ratenkredits kümmern müsste. Diese Verlockung wird mit teuren Zinsen bezahlt, was nicht dauerhaft passieren sollte.

Auch du solltest dir unter Umständen eingestehen, dass du zu häufig auf den Dispo zurückgreifst und deine Finanzen anders regeln solltest. Dies ist beispielsweise mit einem Umschuldungskredit möglich. Diesen schließt du wie einen echten Ratenkredit ab, mit dem du deinen Kontostand ausgleichst und endlich wieder ins Plus kommst. Hiernach zahlst du den Kredit Monat für Monat innerhalb einer vereinbarten Laufzeit zurück.

Auf den ersten Blick sehen Ratenkredit und Dispo sehr ähnlich aus. Der Ratenkredit hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: Im Vergleich zum Dispokredit sind die Schuldzinsen deutlich niedriger. Du kommst mit dem Umschuldungskredit somit dauerhaft aus den Roten Zahlen und zahlst Kreditraten zurück, die kleiner als beim Dispo ausfallen. Eine sinnvolle Entscheidung, gerade wenn du deinen Dispo regelmäßig nutzt.

Alltägliche Kosten verstehen und meistern

Damit sich diese Art von Kreditwechsel lohnt, solltest du auf ein Kreditangebot vertrauen, das explizit als Umschuldungskredit angeboten wird. Bei diesem weiß das Kreditinstitut, dass ein anderer Kredit ausgeglichen werden soll. Schließlich beeinflusst ein solcher Kredit deine Bonität, wodurch die Zinsen beim Kreditabschluss unnötig teurer ausfallen könnten.

Ansonsten gilt: Schulden auf deinem Girokonto entstehen nicht von selbst. Wenn du deine Ausgaben im Alltag verstehst und in den Griff bekommst, wirst du dir vielleicht bald keine Gedanken mehr über Kreditabschlüsse machen müssen. Es empfiehlt sich, ein Haushaltsbuch richtig zu führen, was heute auch ganz bequem am PC oder per Smartphone gelingt.