29.09.2021 | Geld & Recht Die wichtigsten Möglichkeiten zur Altersvorsorge

Im Zusammenhang mit der Altersvorsorge in Deutschland werdet ihr vielleicht schon einmal von den drei Säulen bzw. drei Schichten gehört haben. Was ihr dazu wissen müsst und mehr, erfahrt ihr bei uns!

Da gibt es doch bessere Möglichkeiten. Die Sparbüchse hat bei der Rentenvorsorge ausgedient.

Mit der ersten Säule ist die Basisvorsorge gemeint. Hierzu zählen die gesetzliche Rentenversicherung oder auch berufsständische Versorgungswerke. Die zweite Säule bezieht sich auf geförderte Vorsorgemöglichkeiten, wie sie durch eine betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente gegeben ist. Die dritte Säule ist die nicht geförderte Vorsorge. Dazu zählt alles, was ihr ungefördert privat fürs Alter zurücklegt. Theoretisch ist die Altersvorsorge eines jeden Erwerbstätigen über die erste Säule gesichert. Doch für viele Menschen reicht die gesetzliche Rente in der Praxis kaum für den Lebensunterhalt. Immer mehr Rentner finden sich in der Altersarmut wieder. Wer kann, ist demnach gut beraten, zusätzlich auf die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge zu setzen. Wir stellen euch hier die wichtigsten Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge vor.

Die Riester-Rente

2002 wurde die Riester-Rente eingeführt. Sie ist vor allem für Angestellte und Beamte gedacht. Die Riester-Rente gehört zu den staatlich geförderten Vorsorgemöglichkeiten. Um sich den Maximalbetrag der Förderung zu sichern, müsst ihr mindestens 4 % eures Vorjahreseinkommens abzüglich Grund- und eventuell Kinderzulage in den Vertrag einzahlen.

2008 wurde die Riester-Rente um die Wohn-Riester-Rente erweitert. Schließlich ist auch sind auch die eigenen vier Wände eine tolle Altersvorsorge. Aber dazu später. Wohn-Riester ist besonders attraktiv für alle, die eine Investition in ein Eigenheim planen. Im Rahmen des Wohn-Riester-Vertrags unterstützt der Staat Sparer beim Kauf oder Bau einer Immobilie. Daher ist Wohn-Riester auch als Eigenheimrente bekannt. Eine wichtige Voraussetzung für die Auszahlung der Eigenheimrente ist, dass die gekaufte oder gebaute Immobilie vom Sparer selbst bewohnt wird. Um von einem Wohn-Riester-Vertrag zu profitieren, habt ihr zwei Möglichkeiten:

  • 1.Ihr könnt von Anfang an einen Wohn-Riester-Vertrag abschließen. Dieser Vertrag ist an eine Immobilienfinanzierung gekoppelt – häufig an einen Bausparvertrag. Auf diese Weise werden Käufer eines Eigenheims durch die Zulagen der Riester-Rente während der Ansparphase bei der Bildung von Eigenkapital unterstützt. In der Darlehensphase ist der Wohn-Riester-Vertrag hilfreich bei der Kredittilgung.
  • 2.Auch wer einen herkömmlichen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann das angesparte Geld zum Immobilienerwerb nutzen. Zu diesem Zweck kann in der Ansparphase Guthaben entnommen werden. Es kann das gesamte Kapital einschließlich der Zulagen, aber auch nur eine Teilmenge entnommen werden. Wird nur eine Teilmenge entnommen, muss diese mindestens 3.000 Euro betragen. Und es müssen zugleich wenigstens 3.000 Euro im Vertrag verbleiben. (Quelle: finanzen.de).

Übrigens: Das Geld aus dem Riester-Vertrag kann nicht nur beim Kauf oder Bau, sondern auch für Sondertilgungen beim Hauskredit eingesetzt werden.

Für wen ist Riestern geeignet?

Die staatliche Förderung bei der Riester-Rente setzt sich aus Zulagen und Steuervorteilen zusammen. Ganz grob kann man sagen, dass vor allem Familien mit vielen Kindern von den Zulagen und allein veranlagte Gutverdiener von den Steuervorteilen profitieren. Ob sich die Riester-Rente für euch lohnt, solltet ihr genau durchrechnen. Denn es gibt ja noch weitere gute Möglichkeiten für die Altersvorsorge.

Seit 2018 ist die Riester-Rente auch für Geringverdiener attraktiver. Denn bis zu 200 Euro aus der Riester-Rente darf man behalten, ohne dass diese auf die staatliche Grundsicherung angerechnet werden.

Rürup-Rente als Alternative für Selbständige

Die Alternative für Selbständige zur Riester-Rente ist die Rürup-Rente. Auch Rürup-Verträge sind staatlich gefördert. Die Rürup-Rente beinhaltet jedoch keine staatlichen Zulagen, sondern lediglich eine steuerliche Förderung. Von der Rürup-Rente profitieren vor allem Selbständige, die sehr gut verdienen.

Die Rürup-Rente kann man sich nur als monatliche Rente auszahlen lassen. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist nicht möglich. Wie die Riester-Rente wird auch die Rürup-Rente versteuert. 

Wer die Möglichkeit hat, gut vorzusorgen, kann der Rente gelassen entgegenblicken.

Fonds und ETFs

Eine immer beliebter werdende Möglichkeit, um Geld für die Rente zurückzulegen, sind Fonds und ETFs. Diese Form der Vorsorge mag etwas riskanter sein als die staatlich geförderte Altersvorsorge wie Riester oder Rürup, doch wenn alles gut läuft, ist sie deutlich gewinnbringender. Darüber hinaus könnt ihr mit etwas Geschick das Risiko minimieren. Zu diesem Zweck solltet ihr niemals auf einen einzigen Fond setzen, sondern das Risiko streuen. Dies gelingt beispielsweise mit ETFs auf marktbreite Aktienindizes.

Übrigens: Umso jünger ihr beim Einstieg in euren Sparplan seid, umso besser könnt ihr Kursschwankungen aussitzen und umso rentabler sind Fonds und ETFs als Altersvorsorge. Aber auch in höherem Alter ist eine Aufstockung der Rente durch Fonds und ETFs noch gut machbar. Der Anlagezeitraum sollte nach Expertenrat jedoch wenigstens 13 Jahre betragen.

Der Klassiker: Immobilien

Eine der beliebtesten Arten der Altersvorsorge ist der Erwerb einer Immobilie (oder gleich mehrerer, wenn man so gar nicht weiß, wohin mit seinem Geld). Der große Vorteil für alle, die aktuell über einen Immobilienkauf oder übers Häusle bauen nachdenken sind die niedrigen Zinsen. Auf der anderen Seite steigen die Immobilienpreise gerade in den großen Städten und Ballungsräumen in astronomische Höhen. Dies macht es wiederum schwierig, das notwendige Eigenkapital anzusparen (womit wir wieder beim Wohn-Riester wären).

Das Schöne an der Altersvorsorge durch die eigenen vier Wände ist, dass man schon ab dem Zeitpunkt des Kaufs bzw. des Einzugs etwas davon hat. Doch Vorsicht: Die Rechnung, lieber ein Haus abzubezahlen, anstatt das Geld dem Vermieter zu „schenken“ geht nicht in jedem Fall auf. Denn ein Haus kostet in der Regel deutlich mehr Nebenkosten als die Mietwohnung. Und selbst bei Neubauten fallen irgendwann Reparaturen an – oft gerade dann, wenn das Häuschen endlich abbezahlt ist und man sich gerade auf das kredit- und mietfreie Rentnerleben freut. Und die ganz niedrigen Zinsen, die immer so verlockend von Plakaten rufen, bekommt auch nur, wer die passende Bonität aufweist. Auch hier heißt es also genau durchzurechnen, was sich lohnt und was nicht.