04.09.2019 | Geld & Recht Girokonto über 30 Prozent teurer: So heftig ziehen Banken die Gebühren an

Girokonten werden immer teurer! Im ersten Halbjahr 2019 haben hunderte Banken und Sparkassen kräftig die Gebühren angehoben. Um wie viel teurer es wurde, erfahrt ihr hier.

Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Private Girokonten sind im ersten Halbjahr 2019 bei vielen Banken teurer geworden. Das zeigt ein Vergleich der Konditionen aus dem Dezember 2018 mit jenen aus dem Juli 2019. Eine Auswertung des Finanzportals Biallo zeigt, dass exakt 327 von gut 1.300 Banken und Sparkassen an der Preisschraube drehten. Jede vierte Bank hat also seine Girokonten verteuert.

Volks- und Raiffeisenbanken langen am kräftigsten zu

Genossenschaftliche Geldhäuser haben bei den Gebühren für Filialkonten den größten Preissprung gemacht: Im Schnitt verlangen Volks- und Raiffeisenbanken inzwischen 4,63 Euro pro Monat, ein Plus von 37 Prozent. Knapp dahinter sind die Sparkassen, wenn es um den Preisanstieg fürs laufende Konto geht. Sparkassen haben im Schnitt die Kontogebühren um 34 Prozent angehoben und kassieren 6,04 Euro monatlich.

Und sogar bei Girokonten, die ausschließlich online und ohne Filialberater geführt werden, haben die Preise angezogen. Bei der Sparkassen kosten solche Konten inzwischen 4,68 Euro im Schnitt (36 Prozent teurer), bei Volksbanken sind es 4,02 Euro (32 Prozent teurer).

Sogar Konten für Menschen mit kleinem Einkommen, sogenannte Basiskonten (Guthabenfunktion) sind bei Sparkassen und genossenschaftlichen Banken teurer geworden. Ein Ende ist nicht in Sicht: Experten rechnen damit, das die Gebühren für Girokonten auch im zweiten Halbjahr nach oben gehen.

Deshalb werden Girokonten teurer

Die Banken geraten im Privatkundengeschäft immer mehr unter Druck. Wenn es darum geht mit der Sparte noch Geld zu verdienen, wissen viele Institute sich offenbar nicht anders zu behelfen als die Kontogebühren zu steigern. Auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank spielt hier mit rein.

Denn wenn Banken Geld bei der EZB kurzfristig parken, müssen sie dafür 0,4 Prozent zahlen. Eine Gebühr, die die Banken durch verschiedene Methoden zum Teil auch an Privatkunden weitergeben können.

Nur noch wenige kostenlose Girokonten

Vor Jahren waren kostenlose Girokonten für Filialbanken noch ein willkommenes Mittel, um Kunden für sich zu begeistern. Inzwischen gibt es solche For-Free-Modelle kaum noch, hauptsächlich Direktbanken ohne persönliche Beratung vor Ort verzichten weiter auf Kontoführungsgebühren. Biallo hat eine Übersicht, wer noch kostenlose Girokonten anbietet. Kostenlos bedeutet, dass folgende Services inbegriffen sind.

  • Es gibt keine Kontoführungsgebühr.
  • Es braucht keinen Mindestgeldeingang pro Monat.
  • Die EC-Karte zum Konto kostet nichts.
  • Überweisungen über Online-Banking und über ein Filial-Terminal sind kostenlos.