04.09.2019 | Geld & Recht Girokonto über 30 Prozent teurer: So heftig ziehen Banken die Gebühren an

Girokonten werden immer teurer! In Jahr 2019 haben hunderte Banken und Sparkassen kräftig die Gebühren angehoben. Um wie viel teurer es wurde, erfahrt ihr hier.

Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Gut 400 von rund 1.300 Banken und Sparkassen haben die Preise für private Girokonten in diesem Jahr erhöht. Das waren 128 von knapp 400 Sparkassen und 264 von gut 900 Volks- und Raiffeisenbanken. Der Rest entfällt auf Sparda-, PSD-, Direktbanken sowie private Banken mit Filialen vor Ort. Dies ergibt eine aktuelle Auswertung des Finanzportals BialloFast jede dritte Bank hat also seine Girokonten verteuert.

Im Schnitt hoben die Geldhäuser die Monatspreise für Online-, Basis- und klassische Filialkonten um rund 30 Prozent an. Weniger stark, um rund 20 Prozent, stiegen die Monatspreise der Premiumkonten. Darunter versteht man Privatkonten zum monatlichen Pauschalpreis zwischen zehn und 30 Euro, mit dem alle Bankdienstleistungen rund um das Girokonto plus Giro- und Kreditkarte abgedeckt sind.

Über die monatliche Pauschale hinaus, erhöhten jedoch viele Banken die Preise für Girocards und Kreditkarten oder führten Gebühren ganz neu ein, die im vorigen Jahr noch kostenlos waren. Dies betrifft zum Beispiel die Bargeldein- und auszahlungen.

Volks- und Raiffeisenbanken langen am kräftigsten zu

Bereits Anfang September 2019 kam Biallo bei einem Vergleich der Konditionen von Dezember 2018 und Juli 2019 zu folgendem Ergebnis: Genossenschaftliche Geldhäuser haben bei den Gebühren für Filialkonten den größten Preissprung gemacht: Im Schnitt verlangen Volks- und Raiffeisenbanken inzwischen 4,63 Euro pro Monat, ein Plus von 37 Prozent. Knapp dahinter sind die Sparkassen, wenn es um den Preisanstieg fürs laufende Konto geht. Sparkassen haben im Schnitt die Kontogebühren um 34 Prozent angehoben und kassieren 6,04 Euro monatlich.

Und sogar bei Girokonten, die ausschließlich online und ohne Filialberater geführt werden, haben die Preise angezogen. Bei der Sparkassen kosten solche Konten inzwischen 4,68 Euro im Schnitt (36 Prozent teurer), bei Volksbanken sind es 4,02 Euro (32 Prozent teurer).

Sogar Konten für Menschen mit kleinem Einkommen, sogenannte Basiskonten (Guthabenfunktion) sind bei Sparkassen und genossenschaftlichen Banken teurer geworden. Ein Ende ist nicht in Sicht: Experten rechnen damit, das die Gebühren für Girokonten auch im zweiten Halbjahr nach oben gehen.

Deshalb werden Girokonten teurer

Die Banken geraten im Privatkundengeschäft immer mehr unter Druck. Wenn es darum geht mit der Sparte noch Geld zu verdienen, wissen viele Institute sich offenbar nicht anders zu behelfen als die Kontogebühren zu steigern. Auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank spielt hier mit rein.

Denn wenn Banken Geld bei der EZB kurzfristig parken, müssen sie dafür 0,4 Prozent zahlen. Eine Gebühr, die die Banken durch verschiedene Methoden zum Teil auch an Privatkunden weitergeben können.

Nur noch wenige kostenlose Girokonten

Vor Jahren waren kostenlose Girokonten für Filialbanken noch ein willkommenes Mittel, um Kunden für sich zu begeistern. Inzwischen gibt es solche For-Free-Modelle kaum noch, hauptsächlich Direktbanken ohne persönliche Beratung vor Ort verzichten weiter auf Kontoführungsgebühren. Biallo hat eine Übersicht, wer noch kostenlose Girokonten anbietet. Kostenlos bedeutet, dass folgende Services inbegriffen sind.

  • Es gibt keine Kontoführungsgebühr.
  • Es braucht keinen Mindestgeldeingang pro Monat.
  • Die EC-Karte zum Konto kostet nichts.
  • Überweisungen über Online-Banking und über ein Filial-Terminal sind kostenlos.