18.04.2019 | Geld & Recht Höchste Portoerhöhung aller Zeiten: So teuer wird künftig ein Brief

Briefe verschicken wird in Deutschland teurer. Die Deutsche Post darf im Sommer ihre Preise erhöhen - für einen Standardbrief können zukünftig bis zu 90 Cent fällig werden.

Foto: Oliver Berg/dpa

Die Bundesnetzagentur hat heute den Weg für die größte Portoerhöhung aller Zeiten bei der Deutschen Post frei gemacht. Demzufolge kann der Konzern seine Preise im Durchschnitt um 10,3 Prozent erhöhen. Erfahrungsgemäß nutzt die Deutsche Post diese Erlaubnis zur Erhöhung für den Produktklassiker Standardbrief. Dieser würde dann ab Anfang Juli 90 Cent kosten. Bisher waren 70 Cent fällig.

Einzig die Bundesnetzagentur darf entscheiden, inwieweit das durchschnittliche Porto steigen darf. Anhand von diesem Wert kann die Deutsche Post die Portopreise dann festlegen.

Steigender Aufwand rechtfertigt höhere Portokosten

Als Gründe für die Preiserhöhung nennt die Deutsche Post steigende Allgemeinkosten und der Druck, Briefe flächendeckend pünktlich auszuliefern, genannt. Zudem sind die vergleichbaren Portokosten in anderen europäischen Ländern höher als bei uns, sodass eine Erhöhung gerechtfertigt wäre, so die Begründung der Bundesnetzagentur. Bei Spitzenreiter Italien werden beispielsweise für den Standardbrief stolze 2,98 Euro fällig, Deutschland liegt im EU-Vergleich nur auf Platz 21.

So hat sich das Briefporto in den letzten Jahren entwickelt:
Zeitraum
Porto für Standardbrief
2003-2012
0,55 Euro
2013
0,58 Euro
2014
0,60 Euro
2015
0,62 Euro
seit 2016
0,70 Euro
Mitte 2018 hat die Post folgende Preissteigerungen vorgenommen:
Büchersendung bis zu 500 g von 1,00 Euro auf 1,20 Euro
Büchersendung bis zu 1000 g von 1,65 Euro auf 1,70 Euro
Warensendung bis zu 50 g von 0,90 Euro auf 1,30 Euro
Warensendung bis zu 500 g von 1,90 Euro auf 2,20 Euro

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