12.01.2009 | Geld & Recht Industrie sucht mit «grünen» Autos Weg aus Krise

Die Autoindustrie sucht mit spritsparenden Modellen und alternativen Antriebstechnologien den Weg aus ihrer schweren Krise. Im Fokus der Autoshow in Detroit stehen Elektro- und Hybridautos.

Industrie sucht mit «grünen» Autos Weg aus Krise
Autoshow in Detroit - GM
Die Autoindustrie sucht mit spritsparenden Modellen und alternativen Antriebstechnologien den Weg aus ihrer schweren Krise. Im Fokus der Autoshow in Detroit stehen Elektro- und Hybridautos.

Nach dramatischen Absatzeinbrüchen im vergangenen Jahr in wichtigen Märkten wie den USA und Westeuropa sieht die Branche aber vorerst keine Belebung der Autokonjunktur. Die schwer angeschlagenen US-Autobauer General Motors und Chrysler brauchen möglicherweise weitere milliardenschwere Notkredite der US-Regierung, um zu überleben.

Große Hoffnungen setzt GM in Elektroautos. Der Opel-Mutterkonzern kündigte am Montag in Detroit an, die Batterien für sein Elektroauto Chevrolet Volt, das Ende 2010 in den USA auf den Markt kommen soll, zusammen mit dem südkoreanischen Technologiekonzern LG zu bauen. Der Autozulieferer Continental aus Hannover, der sich ebenfalls um den Auftrag beworben hatte, geht damit leer aus. GM-Chef Rick Wagoner sagte: «GM ist zurück im Batteriegeschäft. Es wird neue, grüne Jobs geben.»

Für GM ist das Elektroauto ein Hoffnungsträger. Neue Modelle sind dringend nötig, nachdem jahrelang auf große, spritfressende Pick-ups und SUV gesetzt worden war.

Schnelle Erfolge und Gewinne sind mit Elektroautos allerdings nicht zu erwarten. GM-Vizechef Bob Lutz sagte in Detroit, für einen wirtschaftlichen Erfolg des Chevrolet Volt sei GM wesentlich auf Subventionen der US-Regierung für Käufer eines solchen Wagens angewiesen. Er sagte zudem, Elektroautos hätten bis zu einem breiten Markterfolg noch einen weiten Weg vor sich. Besonders wegen der hohen Kosten und der geringeren Reichweite könnten die Batterie-Autos vorerst nicht mit Benzin- oder Dieselfahrzeugen konkurrieren. Angesichts der zuletzt auch in den USA wieder stark gesunkenen Spritpreise zeigte sich Lutz außerdem skeptisch, wie schnell sich E- Autos durchsetzen. «Die Amerikaner geben nicht etliche Dollar mehr aus, um grün zu sein.»

Ebenso wie Konkurrent Chrysler kann GM derzeit nur dank Milliarden-Notkredite der US-Regierung überleben. GM benötigt womöglich über die zugesagten Notkredite hinaus weitere staatliche Milliardenhilfen. Die zunächst gewährten 13, 4 Milliarden Dollar seien für die Zeit bis Ende März vorgesehen, sagte der für das laufende Geschäft zuständige GM-Präsident Fritz Henderson. Ob danach weitere Kredite nötig seien, wollte er nicht sagen. Chrysler erhielt bisher vier Milliarden Dollar an Notkrediten und meldete bereits einen Bedarf von weiteren drei Milliarden Dollar an.

Bei der Entwicklung von Elektroautos sieht sich General Motors weltweit an der Spitze der Branche. Allerdings hat auch eine Reihe weiterer Hersteller bereits Elektroautos ab Ende 2010 oder im Laufe des Jahres 2011 angekündigt. Darunter sind auch deutsche Autobauer. Mercedes stellte in Detroit unter anderem drei Varianten seiner A- und B-Klasse mit alternativen Antriebskonzepten vor, darunter ein reines Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie und einer Reichweite von 100 Kilometern für die Stadt.

BMW-Entwicklungschef Klaus Draeger sagte der dpa, neben den klassischen Verbrennungsmotoren werde die Bedeutung von Elektroantrieben in den kommenden Jahren zunehmen. In diesem Bereich wolle sich BMW technologisch verstärken. Infrage kämen sowohl Zukäufe als auch Kooperationen sowie die eigene Entwicklung der entsprechenden Technologien.

Auch der ebenfalls angeschlagene US-Autobauer Ford will die Entwicklung von Elektroautos vorantreiben. Bereits im kommenden Jahr soll ein ausschließlich batteriebetriebenes Fahrzeug auf den Markt kommen. 2011 soll dann ein Kleinwagen vorgestellt werden. Als nächster Schritt folgt 2012 eine neue Hybrid-Generation mit Lithium- Ionen-Batterien.

Neben Elektroautos sind Hybrid-Antriebe ein weiteres großes Thema in Detroit. So präsentierte der japanische Autokonzern Toyota, der 2008 in den USA drastische Absatzrückgänge hinnehmen musste, die überarbeitete Version seines Hybrid-Autos Prius. Der Wagen war bereits 1997 eingeführt worden. Seitdem hat Toyota mehr als eine Million Hybrid-Fahrzeuge verkauft. Zuletzt waren die Prius-Verkäufe allerdings eingebrochen. Toyota will nun den Absatz des neuen Prius kräftig ankurbeln. Das Auto wird in rund 80 Ländern vertriebenetwa doppelt so viele wie bisher. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Detroit ) (Quelle: )