31.12.2008 | Geld & Recht IWH-Chef: Bauwirtschaft weist Weg aus der Krise

Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, sieht in der Bauwirtschaft einen Motor für den Weg aus der Konjunkturkrise. «Wir müssen in Deutschland große Projekte, die fertig geplant sind, vorziehen.

IWH-Chef: Bauwirtschaft weist Weg aus der Krise
Brückenbau für ICE-Strecke
Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, sieht in der Bauwirtschaft einen Motor für den Weg aus der Konjunkturkrise. «Wir müssen in Deutschland große Projekte, die fertig geplant sind, vorziehen. Da gibt es jede Menge Arbeit.»

Das sagte Blum in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Halle. Als Beispiele nannte er die Arbeiten an der ICE-Strecke München-Erfurt-Halle-Leipzig nach Berlin sowie die Verlängerung der Autobahn 14 in Richtung Schwerin. Das Vorziehen solcher Bauprojekte hätte langfristig keine zusätzliche Verschuldung zur Folge.

«Über die Bauwirtschaft geht es in alle Branchen, von der Baustoffwirtschaft über die Chemie bis hin zum Maschinen- und Fahrzeugbau», sagte Blum. Die Bundesregierung forderte er auf, «Geld in die Hand zu nehmen, um die Wirtschaft im Inland anzukurbeln». Als Konsequenz werde auch die Kaufkraft gestärkt. «Wir brauchen keine Gutscheine für Konsumenten, um damit LCD-Fernseher aus Asien zu finanzieren», fügte Blum hinzu.

«Wenn wir 15 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um Investitionen in der Bauwirtschaft anzuschieben, werden wir damit ein Nationaleinkommen von 25 Milliarden auslösen, das sind gerade ein Prozent der Wirtschaftsleistung», erklärte Blum. Dies zeige die Größenordnung des Stabilisierungsproblems.

2009 sieht der IWH-Präsident Deutschland in «schwierigem Fahrwasser». Angesichts des konjunkturellen Aufschwungs bis zum Herbst 2008 stehe die Wirtschaft «auch in der Krise per saldo immer noch besser da als andere», sagte Blum.

Das Institut rechnet für 2009 in Deutschland mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 1, 9 Prozent, nach einem Wachstum von 1, 4 Prozent im Jahr 2008. Der Arbeitsmarkt werde 2009 «nicht sofort kippen», denn er sei im Laufe der Jahre stabiler und flexibler geworden, sagte Blum. Laut IWH-Prognose werden Ende 2009 in Deutschland 39, 8 Millionen Menschen erwerbstätig und 3, 7 Millionen Menschen arbeitslos sein. Die Arbeitslosenquote wird laut IWH 2009 auf 8, 1 Prozent steigen. Für die Jahre 2010 bis 2013 rechnet das Institut mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft von durchschnittlich eineinhalb Prozent. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Halle ) (Quelle: )