12.01.2009 | Geld & Recht Juncker will Banken stärker in die Pflicht nehmen

Angesichts der anhaltenden Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe hat der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker mit größerem Druck auf die Banken gedroht.

Juncker will Banken stärker in die Pflicht nehmen
Jean Claude Juncker
Angesichts der anhaltenden Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe hat der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker mit größerem Druck auf die Banken gedroht.

«Wenn die Banken bei ihrer Haltung bleiben, dann ist nicht ausgeschlossen, dass die Staaten über legale Druckmittel nachdenken», sagte der Chef der Eurogruppe der Zeitung «Le Figaro» (Montag). Zwar behaupteten die Banken, es gebe keine Zurückhaltung mehr. «Aber die Unternehmen sagen das Gegenteil», sagte Juncker.

Juncker lobte zudem das zweite deutsche Konjunkturpaket. «Deutschland hat ein zweites Paket auflegen müssen, weil das erste nicht ausreichend schien», sagte er. Die Deutschen hätten selbst eingesehen, dass sie anfangs zu zögerlich reagiert hätten. Als «Lokomotive Europas» stehe Deutschland in der Pflicht, ein ambitioniertes Konjunkturpaket zu entwickeln. Aber dies dürfe nicht auf Kosten der Haushaltskonsolidierung gehen, fügte er hinzu.

Zur Dauer der Krise wollte er keine konkreten Prognosen machen. «Wir stochern im Nebel», sagte er. «Ich habe nicht den Eindruck als ob die Krise sich verschlimmert, aber ich würde auch nicht sagen, dass das Schlimmste hinter uns liegt.» Die wichtigste Aufgabe sei jetzt, die Investitionen anzukurbeln. «Wir werden sicher schwierige Jahre 2009 und 2010 haben, bevor wir mit einer Rückkehr zur Normalität 2011 und 2012 rechnen können», sagte Juncker. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Paris ) (Quelle: )