20.02.2019 | Geld & Recht Zweite Ehe kein Kündigungsgrund: Urteil weist Kirche in die Schranken

Vor zehn Jahren erhielt er die Kündigung: Am katholischen St. Vinzenz-Krankenhaus in Düsseldorf wurde dem Chefarzt gekündigt, weil er ein zweites Mal geheiratet hatte. Die Begründung der Kirche war damals, dass er damit in erheblicher Weise gegen Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis verstoßen habe. Nach vielen Klage-Instanzen steht jetzt das Urteil fest.

Foto: Christian Charisius/dpa

Das Bundesarbeitsgericht hat am Mittwoch (20.02.19) entschieden: Die Kündigung gegen den Chefarzt im katholischen St. Vinzenz-Krankenhaus ist unwirksam. Vor zehn Jahren hatte er gegen seine Kündigung geklagt, die er wegen seiner zweiten standesamtlichen Ehe erhalten hatte.

Im katholischen Glauben ist die Wiederheirat nicht möglich. Deshalb argumentierte der Arbeitgeber auch, dass er mit der neuen Ehe in erheblicher Weise gegen Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis verstoßen habe. Allerdings hat der Europäische Gerichtshof dazu entschieden, dass eine katholische Ehe keine wesentliche Anforderung an seinen Beruf sei. Ergänzend meinen die Vorsitzenden des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt, dass der Chefarzt gegenüber seinen nicht-katholischen Kollegen unzulässig benachteiligt wurde.

Die katholischen Kirchen sind deutschlandweit der zweitgrößte Arbeitgeber mit 1,3 Millionen Beschäftigten laut ver.di. Zu den Einrichtungen gehören Kindergärten, Kliniken und auch Pflegeheime.