28.01.2019 | Geld & Recht Kredit zu Minuszinsen - Was steckt hinter dem Lockvogel-Angebot?

Wer würde sich nicht gerne Geld umsonst leihen und gleichzeitig noch weniger zurückzahlen? Genau dies soll mit dem Kredit zu Minuszinsen möglich sein. In Realität bekommen die Kunden nie etwas umsonst geschenkt. Kunden sollten bei derartigen Angeboten besonders vorsichtig agieren. Was hinter dem Kredit mit Negativzins steckt, erklären wir im heutigen Beitrag.

Ein Kredit wird aufgenommen, um die eigenen Wünsche zu erfüllen. In der Regel führt der Kunde einen Kreditvergleich durch, um sich über die Zinsen sowie die Kreditbedingungen zu informieren. Beim Kreditvergleichsportal Financer.com geschieht dies anonym, unverbindlich und schufaneutral. Um die bonitätsabhängigen Konditionen zu erhalten, muss der Kreditnehmer jedoch seine Daten beim Anbieter angeben, der eine Bonitätsprüfung durchführt und ein unverbindliches Angebot stellt.

Bei vielen anderen Online-Portalen verläuft der Prozess jedoch etwas anders. Kreditnehmer haben häufig keine Ahnung, wer ihren Kredit finanziert. Die Kreditportale übernehmen hier die Rolle des Kreditvermittlers.

Zweck des Kredits mit Negativzinsen

Der Kredit mit Minuszins kann als Alternative zu teuren Dispokrediten genutzt werden. Das Angebot von Krediten mit Minuszinsen wird halbjährlich von ausgewählten Kreditportalen aktualisiert. Meist handelt es sich um Kredite für 2 bis 3 Jahre mit Kreditsummen von 1.000,- bzw. 10.000,- EUR. Einzelne Online-Kreditportale nutzen diese Marketingaktion, um neue Kunden zu gewinnen.

In Realität wird der Kredit mit einem Pluszins bei einer Direktbank aufgenommen, an die Kreditnehmer vergeben und schließlich vom Kreditportal subventioniert. Dies wird dann als Kredit mit Negativzinsen beworben, um den Kunden anzulocken. Am Ende der Kreditlaufzeit zahlt der Kunde tatsächlich weniger zurück, als er aufgenommen hat.

Der Vorteil für die Kreditvermittler

Das Bewerben von Krediten zu Minuszinsen zahlt sich für die Kreditportale aus. Die Kundendaten haben schließlich ihren Wert. Jeder Kreditnehmer, der sich ein unverbindliches Kreditangebot zukommen lassen möchte, muss seine persönlichen Finanzen mit dem Kreditvermittler teilen. Dazu gehören Einkommensnachweise, Kontoauszüge, Schufauskünfte und Haushaltsrechnungen.

Diese Informationen werden gespeichert und mit diversen Partnern geteilt. Die Kunden akzeptieren dies in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Kreditnehmer werden daraufhin mit zahlreichen Werbenachrichten bombardiert, um weitere Geschäfte abzuschließen.

Das Kreditportal kennt den Wert eines Kunden und weiß genau, dass es am Ende des Tages Geld verdient.

Durchdachte Marketingaktion

Generell reagieren Kunden auf Werbung über 0%-Finanzierungen und Kredite mit Minuszinsen deutlich besser als auf alle anderen Promo-Aktionen beim Kreditgeschäft. Viele Kreditnehmer geben ihre persönlichen Daten an und erhalten im Nachhinein eine Kreditabsage aufgrund einer unzureichenden Bonität. Das Kreditportal speichert die Kundendaten, der Kreditnehmer bekommt jedoch keinen Kredit zu Minuszins.

Derartige Kredite werden in der Regel nur an Personen mit sehr guter Bonität vergeben. Ein ausreichend hohes Einkommen, eine positive Schufa-Auskunft und keine Kontoüberziehungen sind die Grundvoraussetzungen bei Krediten mit Negativzins. Kunden, die regelmäßig ihren Dispokredit ausschöpfen, qualifizieren sich für diese Kreditart meist nicht.

Die Kredite zu Minuszinsen werden häufig von kleinen Direktbanken finanziert. Häufig wird der Kredit über viele Schnittstellen weitergeleitet, so dass der Kunde im Endeffekt gar nicht weiß, wem er das Geld schuldet. Kreditnehmer sollten sich immer gründlich die Kreditbedingungen sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durchlesen, bevor sie zu einem Kredit mit Negativzins greifen.

Kredite verantwortungsbewusst aufnehmen

Verbraucherschützer warnen davor, derartige Kredite aufzunehmen. Der Grund dafür sei die Ankurbelung von Konsum. Mit relativ kleinen Kreditbeträgen lässt sich häufig keine sinnvolle Investition finanzieren. Verbraucher sollten Kredite dann aufnehmen, wenn sie helfen mehr Geld zu verdienen bzw. weniger Geld auszugeben.

Zu den guten Investitionen zählen der Kauf eines Fahrzeugs, um in die Arbeit zu pendeln, ein Wohnungskauf, um Mieten zu vermeiden, bzw. das Investieren in Humankapital.

Kreditnehmer haben stets die Möglichkeit, günstige und flexible Ratenkredite zur freien Verfügung aufzunehmen, die sich mit den Monatsraten an die eigene finanzielle Situation anpassen lassen, ohne sich auf die Kreditkonditionen von Krediten zu Minuszinsen zu beschränken.