06.02.2020 | Geld & Recht Neue Steuer auf Fleisch, Butter und Käse? Mit diesen Aufschlägen müsst ihr rechnen

Um die Haltungsbedingungen für Tiere zu verbessern, liegt in Berlin offenbar ein Vorschlag auf dem Tisch, eine Fleisch-Steuer einzuführen. Auch andere Lebensmittel wären betroffen. Welche Abgaben die Experten jetzt vorsehen, erfahrt ihr hier.

Foto: Armin Weigel/dpa

Im Interesse einer besseren Tierhaltung diskutieren Regierungsberater über einen Steueraufschlag für Fleischprodukte. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, steht dieser Vorschlag in einem Entwurf für Empfehlungen, die das sogenannte Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung derzeit im Auftrag der Bundesregierung erarbeite.

Auch Butter, Milch und Käse würden teurer werden 

Demnach könnte der Preisaufschlag für Fleischprodukte bei 40 Cent pro Kilogramm liegen. Auch andere tierische Produkte sollten nach diesem Vorschlag zusätzlich besteuert werden:

  • 2 Cent pro Kilo Milch, Milchprodukte, Eier
  • sowie 15 Cent pro Kilo Käse, Butter oder Milchpulver
Bessere Haltung von Nutztieren durch Mehreinnahmen

Die Zusatzeinnahmen sollten nach den Vorstellungen der Autoren genutzt werden, um den Bauern „die höheren Kosten tiergerechter Haltungsverfahren [...] zu einem hohen Anteil von insgesamt 80 bis 90 Prozent auszugleichen“, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf.

Als Zielmarke wird im Entwurfstext das Jahr 2040 genannt. Bis dahin sollen alle Nutztiere in Ställe leben, die deutlich mehr Platz bieten und „möglichst mit Kontakt zu Außenklima“. Gerade Schweine und Masthühner leben derzeit oftmals in geschlossenen Ställen.

Grünen-Chef Habeck fordert „Tierschutzcent“ 

Eine Verbrauchssteuer zusätzlich zur Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte ist seit einiger Zeit im Gespräch. Zuletzt hatte der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck von der Bundesregierung ein Verbot von Ramschpreisen bei Lebensmitteln gefordert. Er schlug einen „Tierschutzcent“ auf tierische Produkte vor. Diesen kleinen Preisaufschlag würde der Verbraucher an der Kasse kaum merken, argumentierte Habeck.