11.12.2018 | Geld & Recht Pakete, Päckchen & Post: Das sind eure Rechte

Was kann ich eigentlich tun, wenn mein Paket im Weihnachtsstress verloren geht und darf der Paketbote eigentlich einfach so das Päckchen vor der Haustür ablegen? Wir klären die wichtigsten Rechtsfragen zum Thema Paketzustellung.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa Pakete laufen über die Bänder des laut Deutscher Post größten Paketzentrums Deutschlands in Obertshausen (Hessen)

Was tun, wenn das Paket beschädigt ankommt?

Ist bei der Annahme schon ein Schaden sichtbar, z.B. eine Delle im Paket oder ein Loch, solltet ihr das direkt beim Zusteller vermerken lassen. Fällt der Schaden erst beim Auspacken oder noch später auf, wendet euch am besten an den Verkäufer. Hier ist zu beachten, dass es dafür gesetzliche Fristen gibt: wer den Schaden binnen sechs Monate nach Lieferung meldet, muss ohne weiteren Nachweis vom Händler sein Geld zurück oder ein Ersatzprodukt gestellt bekommen. Nach sechs Monaten muss der Kunde für eine Rückerstattung beweisen können, dass der Schaden schon bei Lieferung vorlag.

Rechte, wenn das Paket unterwegs verloren geht?

Das hängt davon ab, wo der Inhalt des Pakets gekauft wurde. Beim Einkauf in einem Versandhandel liegt das sogenannte Transportrisiko beim Händler. Geht das Paket verloren, haftet der Händler und muss den Kaufpreis erstatten. Hierzu solltet ihr euch direkt an den Händler wenden, nicht an den Zusteller. Anders sieht das aus, wenn das Paket von einer Privatperson verschickt wurde. In diesem Fall trägt der Empfänger das Risiko für die Sendung, kann also vom Verkäufer kein Geld zurückverlangen. Wenn ihr euch trotzdem schützen wollt, dann wickelt den Kauf über einen Online-Bezahldienst (z.B. PayPal) ab. Hier gibt es oft einen Käuferschutz, der im Fall einer verlorenen Sendung haftet. Einige Zusteller haben sogar eine Haftung für Gegenstände bis zu einem Wert von 500 Euro im Porto-Preis dabei. Wenn ihr Päckchen von höherem Wert verschickt oder ganz sichergehen möchtet, lohnt sich eventuell auch der Aufpreis für eine Zusatzversicherung. 

Paket bei Retoure verloren gegangen – was tun?

Geht eine Paket-Retoure unterwegs verloren bekommt ihr euer Geld trotzdem erstattet. Die liefernde Firma kann euch nicht dazu verpflichten, die Waren trotzdem zu bezahlen. Um das Geld zurückzubekommen müsst ihr euch an den Händler wenden. Im Zweifelsfall solltet ihr dafür die Rücksendung irgendwie beweisen können, z.B. in Form eines Nachweises von der Aufgabe oder durch Zeugen.

Dürfen Paketboten Päckchen auf dem Grundstück ablegen?

Einfach so dürfen Paketboten das nicht. Es gibt sogenannte Garagen-, Ablageverträge oder Abstellgenehmigungen. Darin vereinbart ihr mit dem Zusteller einen festen Ort, an dem das Paket abgelegt werden soll. In den AGBs der Zusteller gibt es aber keine Erlaubnis ein Paket einfach vor die Tür zu legen. Das ist also nicht erlaubt.

Paketabgabe beim Nachbarn erlaubt?

Innerhalb ihrer AGBs behalten sich viele Paketdienstleister diese sogenannte Ersatzzustellung vor. Eigentlich sind die Klauseln aber unwirksam. Wenn ihr nicht wollt, dass euer Paket bei einem Nachbarn abgegeben wird, dann teilt das dem Händler direkt schon beim Bestellen im Online-Shop mit. das schon direkt beim Bestellen im Kommentarfeld an. Der Händler kann dann den Zusatz „eigenhändig“ beim Zusteller buchen. Wenn ihr dann nicht da sein solltet, wenn das Paket kommt, wird es in eine Filiale gebracht, in der ihr es dann abholen könnt.

Alternativen zur Abgabe beim Nachbarn?

Alternativ zur Abgabe beim Nachbarn könnt ihr euer Paket entweder an eine Filiale des Zustellers oder einen Paketshop schicken. Bei DHL gibt es noch die Option es eine Packstation zu schicken. 

Ist eine Benachrichtigungskarte Pflicht?

Ja, eine Benachrichtigungskarte ist Pflicht. Oder eine Benachrichtigung per Email. Ohne Benachrichtigung ist das Paket ja sonst verloren. 

Darf der Postbote Trinkgeld oder Geschenke annehmen?

Grundsätzlich ist es nicht verboten. Da viele Paketzusteller allerdings städtische Angestellte oder Beamte sind gelten für Geschenke strenge Vorschriften. Außerdem haben verschiedene Hersteller unterschiedliche Regelungen. Wichtig für euch: das Geschenk muss „bedingungslos“ sein, ihr dürft also vom Paketboten keine Gegenleistung dafür erwarten. Sonst gilt das als Bestechung. In vielen Betrieben gilt inzwischen eine Wert-Obergrenze für Geschenke, um die Mitarbeiter vor dem Vorwurf der Bestechung zu schützen. Paketboten der DHL etwa dürfen nur Geschenke in Form von Gutscheinen oder Sachgeschenken annehmen. Diese dürfen nicht mehr als 25 Euro wert sein. In vielen Betrieben ist das Annehmen von Bargeld als Geschenk für die Zusteller ganz tabu. Außerdem dürfen die Zusteller oft nur ein Geschenk pro Jahr und Haushalt annehmen.

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