18.06.2019 | Geld & Recht Pleite für Kunden: Banken dürfen Extra-Gebühren am Schalter kassieren

Banken und Sparkassen dürfen für das Abheben und Einzahlen eine Extra-Gebühr erheben. So urteilte jetzt der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Es gelten jedoch Bedingungen.

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Banken und Sparkassen dürfen fürs Abheben und Einzahlen am Schalter eine Extra-Gebühr kassieren. Diese darf aber die Kosten, die der Bank entstehen nicht überschreiten. Zu dem Entschluss ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in seinem heutigen Urteil (18.06.2019) gekommen.

Schon erste Schalterbuchung darf kosten

Für die Kunden bedeutet das zunächst eine Verschlechterung. Vor einigen Jahren hatte der Bundesgerichtshof (BGH) noch entschieden, dass derartige Gebühren nur zulässig sind, wenn fünf Transaktionen im Monat kostenlos sind. Seit 2009 dürfen Banken und Sparkassen aber für jeden Zahlungsdienst ohne Einschränkungen Gebühren verlangen. Diese Rechtslage wurde jetzt durch die Richter des BGH bestätigt.

Hoffnung für Sparkassen-Kunden bleibt

Weiter offen bleibt aber der Fall einer Sparkasse im schwäbischen Günzburg. Dort kostet eine Ein- oder Auszahlung am Schalter je nach Kontomodell einen oder zwei Euro. Zusätzlich fällt hier noch eine monatliche Grundgebühr an. Das Oberlandesgericht München (OLG) muss nun noch über die Klage der Wettbewerbszentrale gegen die Sparkasse entscheiden, ob die Sparkasse mit dieser Gebühr nur die tatsächlich anfallenden Kosten deckt.

Würde das OLG der Klage Recht geben, könnten Kunden auch nachträglich die bezahlten Gebühren zurückfordern